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Gewalt gegen Frauen – weltweit | Drucken |  E-Mail
B.S.   
01.01.2005
Aus Anlass des Internationalen Tages „Nein zur Gewalt an Frauen“ und des Welt - Aids - Tages zeigen wir an einigen Beispielen, wie verbreitet Gewalt gegen Frauen in der patriarchalen Welt ist.

Frauen und Aids

Der Jahresbericht des UN-Aidsprogramms (Unaid) hat deutlich gemacht, wie weit die Vorstellung, Aids sei ein Problem der Schwulen, mit der mensch trefflich moralisieren konnte, ad absurdum geführt ist. „Aids trägt heute das Gesicht einer jungen Frau in Afrika“, so Peter Piot, Chef von Unaid. Diese Entwicklung hängt mit der Unterdrückung der Frauen eng zusammen. Exemplarisch kann hier das südliche Afrika betrachtet werden. Südlich der Sahara sind 60 Prozent der Infizierten weiblich, bei den 15 - bis 25 - Jährigen sind es 75 Prozent. Das hat biologische und gesellschaftliche Gründe. Das Infektionsrisiko ist für Frauen doppelt so hoch wie für Männer. Ihre soziale Stellung erlaubt es ihnen nicht, safer Sex zu verlangen. Dazu kommt, dass sexuelle Gewalt innerhalb wie außerhalb der Familie weit verbreitet ist. Männer glauben sich berechtigt, ihre gesellschaftliche Ohnmacht durch Macht über Frauen zu kompensieren. Als Beispiel kann selbst das Erbrecht dienen. Wenn das Erbe des Mannes nach seinem Tode nicht an seine Witwe fällt, sondern zurück an die Familie, bleibt vielen Witwen nur die Prostitution zum Überleben. Und das ermöglicht ihr keinerlei safer Sex! Nun werden so genannte „microbicide“ entwickelt, Gels und Schäume, die das Aidsvirus in der Vagina abtöten sollen. Aber das wäre selbst in den so genannten entwickelten Länder ein Problem.

Genitalverstümmelung und Vergewaltigung

Ein besonderes Problem ist in diesem Zusammenhang die Genitalverstümmelung der Frauen, die in unterschiedlichen Varianten gerade in Afrika weit verbreitet ist. Die Beschneidung vergrößert die Verletzbarkeit und damit das Infektionsrisiko.
Aber die deutlichste Ausübung von Gewalt gegen Frauen ist Vergewaltigung. Sie wird besonders virulent in kriegerischen Auseinandersetzungen. So untersuchen die Vereinten Nationen 150 Fälle von sexuellem Missbrauch, d. h. Kindesmissbrauch, Vergewaltigung, Prostitution, durch UN - Mitarbeiter und Friedenstruppen im Kongo. Für den kolumbianischen Bürgerkrieg prangert Amnesty International an, dass Frauen von allen Konfliktparteien systematisch vergewaltigt, missbraucht und getötet werden. Das gilt genauso für Darfur /Sudan. Die Zerstörung eines Menschen wird noch verstärkt durch die Zerstörung der gesellschaftlichen Strukturen. Die wenigsten Gesellschaften ertragen die missbrauchten Frauen, die Stigmatisierung sondert sie aus ihrer Gesellschaft aus und gegebenenfalls auch das so gezeugte Kind. So oder so wächst die Zahl der Aidswaisen und deren Schicksal ist erbärmlich.

Administration

Gewalt gegen Frauen beginnt aber oft schon sehr früh. Unicef geht davon aus, dass weltweit 60 Millionen Frauen „fehlen“, weil weibliche Föten abgetrieben und weibliche Babys schlecht versorgt werden. Allein in Südostasien sterben jährlich
1 Million Mädchen kurz nach der Geburt oder in den ersten Lebensjahren.
Wie eng Administration und Gewalt miteinander verbunden sein können, zeigt sich in Benin. Die Geburt von Mädchen wird dort oft nicht registriert, und damit zählen sie nicht, z. B. beim Schulbesuch. Aber ihre amtliche Nichtexistenz erleichtert ihre Ausbeutung, verkauft als „Haussklavin“ oder als kaum bezahlte Arbeitskraft. In öffentlichen Angelegenheiten haben sie keinerlei Stimme. So erschallt bei ihrer feierlichen Registrierung, wie sie von Unicef oder Plan international organisiert wird, die ihnen erst so etwas wie eine Identität gibt, schon mal der Ruf: „Nyonuwo, miso!“ Frauen, steht auf.

Und Europa?

Bis hierhin sieht es so aus , als ob in Europa alles in Ordnung sei und die Emanzipation samt Gendermainstreaming ein gewaltiges Erfolgsmodell. Sicher sind Unterdrückungsverhältnisse wie im Süden Afrikas bei uns kaum anzutreffen. Aber auch in Europa, besonders in seinem Osten , steigt die Zahl der weiblichen Aidsinfizierten beängstigend. Gewaltverhältnisse sind weit verbreitet, was die Schließung von Frauenhäusern besonders perfide macht. (s. a. Novembernummer der Avanti )
Die Gegenwehr der Frauen hängt u.a. ab vom Zugang zu gesundheitlicher Grundversorgung, Bildung und ökonomischer Unabhängigkeit. Unter diesen Voraussetzungen können sie die Integrität ihrer Körper verteidigen, Autonomie gewinnen.

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