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Keine NS-Verherrlichung in Wunsiedel | Drucken |  E-Mail
Bonnie   
01.09.2005
Erstmals seit vier Jahren fand heuer im oberfränkischen Wunsiedel kein Gedenkmarsch zum Todestag von Rudolf Heß statt, der hier begraben ist. Seit dem Tod des ehemaligen Stellvertreter Hitlers am 17. August 1987 nahm die europäische Naziszene diesen Tag alljährlich zum Anlass für ihre Mobilisierungen.
Nachdem die Märsche in den Jahren 1991 bis 2000 in Wunsiedel verboten waren und lediglich Ausweichveranstaltungen stattfanden, wuchsen sie seit 2001 jährlich an. Schon 2001 konnten immerhin 900 “KameradInnen” mobilisiert werden, in den Jahren 2002 und 2003 schon rund 2500. Im letzten Jahr bot sich der gespenstische Anblick von 4700 Hess-AnhängerInnen aus ganz Europa. Neben Delegationen aus den skandinavischen Ländern waren in den letzten Jahren FaschistInnen aus Belgien, England, Frankreich, Spanien, Italien, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Ungarn, Tschechien, der Slowakei, Russland und selbst den USA vertreten. So ist der Hess-Marsch inzwischen zu einem der zentralen Mobilisierungen der europäischen Naziszene geworden.  Bedeutend macht die Veranstaltung außerdem, dass hier die verschiedene Spektren der Naziszene gemeinsam auftreten. Neben den rechtsextremen Parteien DVU und NPD waren in den letzten Jahren nicht nur ehemalige Angehörige der SS und der NSDAP vertreten; Auch Gruppen der in Deutschland inzwischen verbotenen Blood&Honour-Bewegung, Freien Kameradschaften und unorganisierten oder nur lose in Nazistrukturen eingebundene Jugendliche aus dem Hatecore- und Rechtsrockspektrum beteiligen sich an den eindrucksvollen Demonstrationen.
Verhindert wurde der Aufmarsch dieses Jahr durch ein Verbot des Landratsamts Wunsiedel, das auch vor dem BVerfG mit dem Verweis auf eine Klärung in einem Hauptsacheverfahren  zunächst Bestand hatte. Hintergrund sind die neu formulierten Volksverhetzungs-Paragraphen. Wie das Gericht letztendlich entscheiden wird, und ob der Marsch dann in den nächsten Jahren stattfinden darf, ist ungewiss. Da sich das Verbot ausschließlich auf Wunsiedel bezog, konnten die FaschistInnen nicht nur in das dänische Kolding ausweichen. Auch in Nürnberg, Berlin und im niedersächsischen Peine waren mehrere hundert Nazis auf der Straße und am 4. September soll der Hess-Marsch auch in Wunsiedel nachgeholt werden. Allerdings gelang es dieses Jahr, mit 2000 TeilnehmerInnen die größte antifaschistische Gegendemonstration zu organisieren, die Wunsiedel bisher erlebt hat.  
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