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GE führt Krieg gegen Beschäftigte | Drucken |  E-Mail
Heinrich Neuhaus   
01.12.2016
Der Konflikt bei GE Power spitzt sich dramatisch zu. Skrupellos bekämpft der US-Konzern die Kolleg­Innen bei GE Power und ihre Betriebsräte. Ende November sind die Verhandlungen über Eckpunkte eines Interessenausgleichs und Sozialplans gescheitert.

Am 17. Oktober 2016 wurde im Mannheim-Käfertaler GE-Werk eine turbulente Betriebsversammlung unterbrochen. Danach demonstrierten rund 800 GE-Kolleg­Innen von Käfertal zu einer Kundgebung der IG Metall auf dem Mannheimer Markplatz. Solidarische Unterstützung kam aus anderen Betrieben und Bereichen.

Seit Mitte November gibt es ständig neue Aktionen, mittlerweile auch in den Büros des Käfertaler Standorts. In den letzten Tagen ist der öffentlich bisher kaum wahrgenommene Protest stärker geworden. Immer mehr Kolleg­Innen verstehen, dass es jetzt um Sein oder Nichtsein geht.

Vorschläge für einen konsequenten Widerstand enthält ein an die GE-Kolleg­Innen verteiltes Flugblatt des RSB Rhein-Neckar. Wir dokumentieren daraus Auszüge:



General Electric (GE) ist ein milliardenschwerer Konzern. GE will maximale Profite. Deshalb der Kauf der Power-Sparte von ALSTOM. Deshalb die Kriegserklärung gegen die Existenz unserer KollegInnen.

Mit Argumenten GE in Gesprächen beeindrucken? Bei GE auf „Fairness” hoffen? Das sind fromme Wünsche.

GE reagiert nur auf massiven Druck. Deshalb: Je mehr Druck, desto besser!

Werkschließung in zwei Schritten?

GE will das Käfertaler Werk in zwei Schritten schließen. Dabei hat GE genügend Aufträge, um Mannheim und alle anderen Standorte auszulasten. Zudem ist die Zukunft des globalen Kraftwerksgeschäftes hervorragend.

GEmeinsam kämpfen!

Es gibt jetzt nur eine Chance: Vom Protest zum gemeinsamen Widerstand überzugehen. Demos und Kundgebungen sind gut, aber sie reichen nicht aus gegen die Brutalität von GE. Der Besuch der Aufsichtsratssitzung letzte Woche war ein kleiner Schritt in die richtige Richtung.

Was tun?

  1. Nein zur Spaltung der Belegschaft!  Nur eine Minderheit kann in Altersteilzeit gehen. Deshalb müssen wir – ob in den Büros oder in der Fabrik- verstehen, dass Arbeitslosigkeit für alle anderen droht. Arbeitslosengeld (ALG 1) wird für unter 55-Jährige 12 Monate lang gezahlt. Aus 4000 Euro Brutto-Monatsentgelt (Steuerklasse 1) werden dann nur noch 1402,20 Euro ALG 1. Danach kommt der Absturz in Hartz IV.
  2. Nein zum GE-Konzept: ­Restrukturieren, verkaufen, dichtmachen! Die Zerschlagung des Werkes droht. Der Verkauf von Werksteilen nützt nur GE, nicht den dort Beschäftigten. Ihnen droht dann zeitverzögert Lohn- und Existenzverlust.
  3. Nein zum Know How-Transfer! Deshalb Dienst nach Vorschrift und wachsam sein.
  4. Das Recht auf Information beim Betriebsrat nutzen! Das schafft Zusammenhalt und hilft gegen die Propaganda von GE.
  5. Den Totengräbern im Management mutig entgegentreten! Das setzt diese Herrschaften unter Gegendruck von unten.
  6. Die Alternativpläne des Betriebsrats diskutieren und konkretisieren! Das gibt uns Selbstbewusstsein und stärkt unsere Argumente.
  7. Alle Nichtorganisierten für die IG Metall gewinnen! Das vergrößert unsere Gegenmacht.
  8. Den politischen Druck auf GE national und international verstärken! Das hilft, das wahre Gesicht von GE in der Öffentlichkeit zu zeigen.

Widerstand jetzt!

Wo bleibt der Druck auf die Politik, sich für die Einhaltung des Grundgesetzes (GG) einzusetzen? Artikel 14 GG lautet: „Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen. Eine Enteignung ist ... zum Wohle der Allgemeinheit zulässig.”

  • Wo bleibt der betriebsübergreifende Widerstand – ob bei GE oder anderswo?
  • Warum nicht für ein Verbot von Entlassungen kämpfen?
  • Warum nicht aktiv unsere Arbeits- und Ausbildungsplätze verteidigen?

Am besten im gesamten Werk. An allen Toren und nicht nur am Tor 8 wie 2014. Denn: Lieber den Betrieb besetzen als zum Arbeitsamt hin hetzen!

Unsere Alternativen

  1. Arbeit und Ausbildung haben Vorrang vor Profiten. Deshalb: Ja zu einer unbefristeten Beschäftigungsgarantie für uns alle!
  2. Die Banken sind mit Milliarden vom Staat gerettet worden. Unsere Produkte sind von großer gesellschaftlicher Bedeutung. Gerade angesichts der stockenden Energiewende. Deshalb: Ja zu einem staatlichen Schutzschirm für uns und unsere Arbeitsplätze!
  3. Unser Wissen und unsere Arbeit – ob im Büro, im Service oder in der Fabrik – ermöglichen die Erzeugung von wirtschaftlichen Werten. Deshalb: Ja zum Ausbau unserer Kontroll- und Vetorechte im Betrieb!

Wo Recht zu Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht! Unser Leben ist mehr wert als ihre Profite! Nur wer kämpft, kann gewinnen!
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