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Der Überfall Deutschlands auf die Sowjetunion und der Kriegsverlauf 1941-45 | Drucken |  E-Mail
Gastbeitrag von Karl Wild   
14.07.2016
Hitlers Kriegsabsicht zur Revanche des verlorenen 1. Weltkrieges stand früh in Grundzügen fest („Mein Kampf“, 1925) und bereits 1933 kurz nach der Machtergreifung stimmte er seine Kriegspläne mit der Führung der durch den Versaliller Vertrag gefesselten Reichswehr („100 000 Mann-Heer“) ab.

Im Sommer 1940 war die durch die Geheimprotokolle im Anhang des Molotow-Ribbentrop-Freundschaftsvertrages vom Ende August 1939 zwischen dem Deutschen Reich und der Sowjetunion getroffene Aufteilung und Neuordnung Mittel- und Südosteuropas vollzogen und auch der Grenzverlauf zwischen der UdSSR und Finnland im Gefolge des Winterkrieges 1939/40 in Karelien hatte sich durch Gebietsabtretung Finnlands verändert (siehe die entsprechenden Stichworte bei www.wikipedia.org). Auf Kosten der Anrainerstaaten hatten sich die Westgrenzen der SU bis hin zum Bug und zur Donau verschoben.

Hitlers Feldzüge gegen Polen: binnen drei Wochen wurde die auf einen deutschen Angriff vorbereitete, zahlenmäßig starke, aber technisch hoffnungslos unterlegene polnische Armee zerschlagen; im Norden Dänemark kampflos besetzt, Norwegen in einer großen See-Luftoperation trotz britisch-französischer Gegenoperationen siegreich und mythenbildend (Narvik) erobert; im Westen Holland, Belgien, Luxemburg und Frankreich trotz britischem Expeditionskorps und personell-technischer Überlegenheit binnen sechs Wochen dank dem Zusammenspiel von Panzer- und taktischen neuartigen Luftkampfverbänden bei sehr geringen eigenen Verlusten überrollt, Revanche für die „Schande von Versailles“ und 300 000 Briten in den Kanal bei Zurücklassung gesamten Materials geworfen; im Südosten Europas Jugoslawien fast kampflos zerschlagen und Griechenland bei Vertreibung des britischen Korps nach Ägypten relativ verlustreich (Kreta großer Fallschirmjägereinsatz), aber sehr schnell (trotz britischer Seeherrschaft) einverleibt und selbst in Nordafrika (Afrikakorps von Rommel) siegreich auf dem Vormarsch. Der „Blitzkrieg“ war geboren.

Aus den Todfeinden „Kommunismus“ und Faschismus waren „Partner“ (auf Zeit) geworden.

Deutsche Kriegsplanung gegen die Sowjetunion

Unmittelbar nach Beendigung des Westfeldzuges beauftragte Hitler am 31. Juli 1940 die militärische Führung mit der Planung der zukünftigen strategischen Aufgaben und erließ am 18. Dezember 1940 als Oberster Befehlshaber der Wehrmacht die Weisung Nr. 21 zum Angriff auf die Sowjetunion bis Beginn des Sommers 1941. Endziel sei das asiatische Russland hinter die Linie Astrachan-Archangelsk dauerhaft zurückzudrängen und den Kern des europäischen Russlands zu unterjochen. Die Wehrmachtsführung wollte den Kriegszug bis zum Wintereinbruch beenden. 50 bis 60 Besatzungsdivisionen sollten im Land verbleiben und mit winterfester Ausrüstung ausgestattet werden.

Am Vorabend der Götterdämerung

Drei große deutsche Heeresgruppen (Nord, Mitte, Süd und das Armeekommando Norwegen) sollten im Bündnis mit unterstellten verbündeten Staaten (Finnland, Rumänien, Italien, Ungarn, Slowakei, Kroatien, Spanien sowie
1941 bereits über 40 000 weitere Freiwillige) den „europäischen
Kreuzzug gegen den Bolschewismus“ und die „neue rassische Ordnung“ vom Nordkap bis zum Schwarzen Meer zum Erfolg führen, wobei der Schwerpunkt auf schnelle und gepanzerte Verbände im Zusammenspiel mit quantitativ und qualitativ überlegenen Luftstreitkräften gelegt wurde.

Mehrere Tausend Flugzeuge aller Gattungen waren in vier Luftflotten vereint, wobei jeder deutschen Heeresgruppe eine zugeordnet wurde und die klein­ste vierte Einheit in Nordfinnland und -norwegen den Angriff auf die wichtigen Häfen Murmansk/Archangelsk zu unterstützen hatte.

Die Vorbereitung der Vernichtung hinter der Front

Im März 1941 übertrug Hitler dem Reichsführer SS die Aufgabe, mit vier besonderen, jeweils etwa 1500 Mann starken Einsatzgruppen im   

Gefolge des Vormarsches alle „radikalen“ und „jüdischen Elemente“ zu vernichten. Im sog. Kommissarbefehl verpflichtete Hitler die Generalität in einem Vortrag zur Ausrottung der kommunistischen Führungselite des „Bolschewismus“. Mit diesen verbrecherischen Befehlen plante der deutsche Faschismus den deutsch-sowjetischen Krieg als
Vernichtungskrieg neuen Typus. Dazu gehört auch ganz im vertrauten Stil die Ernährung der Truppe aus dem Land selbst – wie im 30-jährigen Krieg ohne Rücksicht auf die Zivilbevölkerung. Im sog. Generalplan Ost war vorgesehen, Zigmillionen Sowjetbürger hinter den Ural zu deportieren und den deutschen „Herrenmenschen“ millionenfach Land und
Sklaven zuzuweisen.

Sowjetische Verteidigungsvorbereitungen

Nach der Machtergreifung Hitlers und der Beendigung der geheimen Zusammenarbeit mit der Reichswehr war die Strategie der SU ab 1934 auf eine Vorwärtsverteidigung ausgerichtet: Einem Angriff sollte mit offensiven Gegenschlägen begegnet, der Kampf auf dem Gebiet des Gegners siegreich beendet werden. Nach der Aufteilung Mittel- und Südosteuropas gemäß den geheimen Plänen des Hitler-Stalin-Paktes vom August 1939 und den Gebietsgewinnen in Karelien durch den Winterkrieg 1939/40 mit Finnland, begründet durch die Sicherheitslage Leningrads, hatte sich die Westgrenze der SU mehrere hundert Kilometer nach Westen verschoben.

Von Februar bis Juli 1941 wurden beschleunigt Truppen und neues Kriegsgerät den westlichen Militärbezirken zugeführt und Kommandostrukturen mehrfach geändert. Stalin hoffte darauf, dass die Rote Armee nicht vor 1942 einem deutschen Angriff standhalten müßte. Besonders schwerwiegend waren die durch die „Säuberungen“ 1936 bis 1938 entstandenen Lücken im Offizierskorps. Vielfältige Geheimdienstwarnungen wurden als lancierte Meldungen des britischen Geheimdienstes missachtet.

  1. Angeblich, um einem Militärputsch zuvorzukommen, wurden im Gefolge der Terrorwelle der zweiten Hälfte der dreißiger Jahre bis zu 80 % der Kader aus Armeeführung und Offizierskorps ermordet oder in den Gulag geschickt.
  2. Dr. Sorge arbeitete, als Jornalist getarnt, in Japan und lieferte der SU u. a.den Zeitpunkt und die Stärke des Überfalls vom Juli 1941.

Dieser Artikel ist zuerst erschienen auf scharf-links.de. Der zweite Teil kann dort nachgelesen werden.
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