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Nach dem Massaker von Orlando in den USA: Schmerz, Wut und Wachsamkeit | Drucken |  E-Mail
Büro der IV. Internationale   
14.07.2016
Erklärung der Vierten Internationale

Die Morde, die in dem Nachtclub Pulse für LGBTIQ-Menschen (Lesbian, Gay, Bisexual, Trans, Intersex and Queer) in Orlando (Florida, USA) begangen worden sind, lösen bei uns tiefe Trauer aus. Unsere Gedanken gelten den Opfern und denen, die sie geliebt haben, vorwiegend Menschen aus der Latino-Community, und all den Opfern von Verbrechen aus Hass gegen LGBTIQ-Menschen auf der ganzen Welt. Wir nehmen an Solidaritätskundgebungen teil oder organisieren sie in vielen Ländern mit, wo auf die das schlimmste Abschlachten von LGBTIQ-Menschen seit dem Zweiten Weltkrieg reagiert wird.

Die Tatsache, dass Daesch (der „Islamische Staat“) dieses Abschlachten gefeiert hat, zeigt noch deutlicher den ultrareaktionären Charakter dieser Organisation. Aber die zugrunde liegende Bigotterie ist nicht neu und nicht einer einzigen Kultur oder Religion eigen oder von ihr gezüchtet worden. In den USA – dem Land, in dem der Killer geboren wurde und aufgewachsen ist, blockieren rechte Politiker­Innen, die das Massaker von Orlando heuchlerisch verurteilen, weiterhin LGBTIQ-Rechte. Bei Verurteilungen im Namen des Christentums von anderer Seite in anderen Ländern wird nicht einmal zugestanden, dass die Opfer LGBTIQ-Menschen waren. Gegen diese Menschen – und vor allem Trans-Frauen – werden auf dem ganzen Erdball gezielt mörderische Hassverbrechen verübt.

Die Toten und die Verwundeten von Orlando waren die Opfer eines blutigen Zusammenpralls von zwei rechten Ideologien. Die eine predigt sexuelle Repression im Namen eines theokratischen Fundamentalismus. Die andere instrumentalisiert LGBTIQ-Rechte im Interesse von antimoslemischem Rassismus und imperialer Interventionen. Moslemische LGBTIQ-Menschen, die Opfer grausamer Unterdrückung durch diese beiden Ideologien sind, haben sie beide besonders deutlich entlarvt; wir sind wütend darüber, dass ihre Stimmen so wenig beachtet worden sind. Wir verurteilen diese Ideologien beide und nehmen uns vor, uns weiter an dem Kampf gegen beide zu beteiligen – im Namen von sexueller Freiheit, Frieden und menschlicher Solidarität weltweit.

Paris, 19. Juni 2016
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