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Die GDL steht nicht allein | Drucken |  E-Mail
Jakob Schäfer   
01.01.1970
In einem Interview bei www.heise.de spricht Claus Weselsky über die Unterstützung anderer Gewerkschaften.

„Harald Neuber: Sprechen wir mal über andere Gewerkschaften. Welche Reaktionen erhalten Sie von Kollegen aus den DGB-Gewerkschaften?

Claus Weselsky: Wir haben eine Unmenge an Solidaritätsbekundungen und Zuschriften von Kolleginnen und Kollegen erhalten, von ganzen Struktureinheiten, also etwa Landesbezirken, von ver.di, von IG Metall, auch von IG BAU. Die schreiben uns an und senden uns Solidaritätsadressen. Und hier sieht man, was in Wahrheit stattfindet. Hier sieht man, dass die oberste Heeresleitung einiger Gewerkschaften, einschließlich der DGB-Führung, ganz anders tickt und ganz anders handelt, als es die Basis für richtig erachtet.

Ich bin froh darüber, dass ver.di den Irrweg als große Gewerkschaft frühzeitig erkannt hat und ausgestiegen ist. Die rege Teilnahme der Basis, die zu unseren Protestveranstaltungen kommt, die an unseren Streiks teilnimmt, zeigt uns, wie verbunden die Gewerkschafter mit dem sind, was wir als Gewerkschaft der Lokführer tun.“

Frage-Antwort
Frage: „Inwieweit ist dieser Arbeitskampf also ein Ergebnis der Großen Koalition?“

Claus Weselsky: „Glasklar ist das die selbsterfüllende Prophezeiung. Der Arbeitskampf mit den Lokführern und auch mit den Piloten müsste gar nicht sein, wenn man betrachtet, dass die Initiative zum Tarifeinheitsgesetz aus dem Jahr 2010 stammt. Und dass (der Gewerkschaftsverband) DGB und (der Arbeitgeberverband) BDA damals schon das Gesetz wollten, das die FDP zunächst verhindert hat. Da muss man natürlich schon leicht schmunzeln, denn vier Jahre lang ist nichts passiert. Es gab keine großen Streiks, noch sind Hunderte Gewerkschaften gegründet worden. All die Horrorszenarien sind nicht eingetreten. Jetzt hat das Staatsunternehmen über die Bundesregierung den Auftrag bekommen, das Horrorszenario herbeizuführen.“


Indirekt haben wir diese Stimmung auch beim Verteilen unseres letzten Flyers während des 8. GDL-Streiks Anfang Mai festgestellt. Hier stießen wir sogar auf mehr Verständnis für die Streikenden als noch im letzten Herbst beim ersten Streik in dieser Tarifrunde (der Text unseres Flyers „Wenn die Lokführer streiken, haben sie allen Grund dazu“ ist von unserer Website herunterzuladen).

Presse stützt Schmierentheater

Die bürgerliche Presse unterstützt das erpresserische Vorgehen der Bundesregierung auf ihre Weise. Trotz besseren Wissens stellt sie unablässig die GDL als die Verantwortliche am Nichtzustandekommen des Tarifabschlusses dar. Dabei verschweigt sie permanent, dass der Bahnvorstand immer wieder von gemachten Zusagen, ja sogar von vertraglich bindenden Abmachungen abwich, nur um Zeit zu gewinnen. So hatte die Bahn bereits am 17. Dezember die Zuständigkeit der GDL für alle ihre Mitglieder schriftlich anerkannt und dies sogar am 23. Februar nochmals in einer beiderseitigen Vereinbarung unterzeichnet.

Jetzt plötzlich sollte alles nicht mehr gelten und sollten die Grundsatzfragen einer Schlichtung unterworfen werden. Die GDL tat Recht daran, sich das Grundrecht auf Tarifautonomie nicht wegschlichten zu lassen.

Gleichbehandlung?

Angeblich diene die Tarifeinheit der Gleichbehandlung und dem Vermeiden von Wirrwarr innerhalb eines Betriebes: Tatsache aber ist, dass die Bahn ständig an der Aufspaltung und Ungleichbehandlung der Kolleg­Innen arbeitet: Seit dem Börsengang 1994 hat der Vorstand den Betrieb (die „Eisenbahnerfamilie“) in über 350 Betriebe aufgespalten. Aus Lokführern wurden Streckenlokführer und Lokrangierführer gemacht. Letztere erhalten (gemäß Gefälligkeitstarifvertrag der Hausgewerkschaft EVG) mehrere Hundert Euro weniger im Monat und werden zunehmend „als billiger Jakob“ (Weselsky) auf der Strecke eingesetzt. Gleichzeitig hat sich der Bahnvorstand im letzten Jahr seine Bezüge um 68 % erhöht.

TiPP
Die Streikzeitung Nr. 6 ist zu bestellen und auch als pdf-Datei aus dem Netz runterzuladen unter:
http://pro-gdl-streik14.de/?p=606

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