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Kurzmeldungen Frauen: Februar 2015 | Drucken |  E-Mail
Barbara Schulz   
11.02.2015
Erfolg?

Die „Pille danach“, etwa EllaOne und Pidane, wird in deutschen Apotheken wahrscheinlich im Februar oder März frei verkäuflich sein. Strittig ist noch, wieweit die Apothekerin, der Apotheker zur ausführlichen Beratung verpflichtet wird. Eigentlich sollte die Apotheke sowieso fachkundig beraten. Frauen unter 20 Jahren sollen die Kosten erstattet bekommen, wenn sie eine nachträgliche Verschreibung beibringen können. Frei verkäufliche Medikamente werden an sich nicht erstattet.

Da die Pille umso sicherer ist, je früher sie angewendet wird, ist die Freigabe begrüßenswert, Geschehnisse, wie wir sie schon in Avanti 206 beschrieben haben, sind dann nicht mehr wahrscheinlich. Frauen können – wie geschehen – nicht mehr abgewiesen werden, wenn sie nach einer Vergewaltigung in einer Klinik Spuren sichern lassen wollen, weil Ärzt­Innen, etwa aus religiösen Gründen, im Notfall die „Pille danach“ nicht verordnen wollen. Die Freigabe wäre also ein Stück Selbstbestimmung.

Behinderer

Für die von dem Gynäkologen Denis Mukwege 1999 in Bukava, Demokratische Republik Kongo, gegründete Klinik, die vergewaltigten und gefolterten Frauen Hilfe leistet, wird es eng. Die Steuerbehörde hat das Konto der Klinik erst gesperrt und dann die vermeintliche Steuerschuld abgebucht, ohne eine vorherige Mitteilung. Das Krankenhaus ist weitgehend lahmgelegt, da es keine Gehälter mehr zahlen kann.

In den letzten 15 Jahren wurden 30?000 Frauen behandelt, deren Verletzungen zum Teil grauenhaft waren. Denis Mukwege ist Sacharowpreisträger und wurde auch für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen. Ihm gilt wohl zuviel Aufmerksamkeit.

Wenn Regierungen auch zuweilen glauben, sie könnten ein ihnen unangenehmes Problem einfach verschwinden lassen, das Leiden der Frauen bleibt.

...und der Fortschritt schreitet schnell ... Schweden I

In einem kurzen Prosatext beschreibt Günter Kunert wie Leonardo da Vinci, der ein Tauchschiff erfand, sich vorstellte, was damit alles machbar wäre, und „nach kurzem Genuß des Draufgekommenseins“ seine Pläne verbrannte, und bedachte, „daß es manchmal schon ein Fortschritt ist, einen Schritt vorwärts nicht zu tun“.

Der Text fiel mir ein, als ich den Bericht über Nao, den „ersten Roboter in Menschengestalt“ des Start-up Unternehmens Aldebaran las. Nichts gegen Maschinen, die uns schwere oder eintönige Arbeit abnehmen, aber alles gegen Maschinen, die als Menschen getarnt, die zwischenmenschlichen Beziehungen regulieren, ja beherrschen. Wieder taucht der Albtraum des „Pflegeroboters“ auf. Ein 1,40 Meter großer Nao sagt mir – das kann er in mehreren Sprachen – Guten Morgen, teilt mir meine Tabletten zu und bringt mir gleich das notwendige Glas Wasser.

Zwar ist Nao noch verbesserungswürdig, ein Systemabsturz muss vermieden werden, der Nao ist allerdings auch für nichts verantwortlich zu machen. Was hat das unter der Überschrift Frauen zu suchen? Es ist vorwiegend die Arbeit von Frauen, aber auch für Frauen, die mensch auf diese Weise „aufheben“ will.

Schweden II

In Schweden wurden jüngst zwei Babys geboren, die in einer transplantierten Gebärmutter wuchsen, die ihren Müttern von ihren Großmüttern gespendet wurden. Die Ärzte sind stolz auf diesen Erfolg und sehen einen entsprechenden Bedarf. Das Bedürfnis, „ein Kind mit dem eigenen Erbgut“ zu haben, sei groß. Nun ist selbst Leihmutterschaft in vielen Ländern verboten, aber das schließt sie nicht wirklich aus. Ist es wirklich der Drang, das eigene Erbgut weiterzugeben? Vor allem, was ist uns die Erfüllung eines solchen Wunsches wert? Kann mensch nicht Freude an und mit Kindern haben, die nicht sein/ihr Erbgut haben?

Verkürzt die Technisierung natürlicher Vorgänge nicht unsere menschlichen Fähigkeiten? Was gewinnen wir wirklich durch das Einfrieren von Samenzellen, Eizellen, Leihmutterschaft, Transplantation der Gebärmutter, durch Menschen imitierende Roboter als Pflegekräfte? Es wäre eine Debatte wert!
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