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Kampagne Waffen für die Kommune von Rojava | Drucken |  E-Mail
Tino P.*   
11.01.2015
Wir alle wissen, dass diese Summe, selbst wenn sie zehn- oder zwanzigmal so hoch wäre, zwar sicher sehr nützlich sein wird, aber nicht ausreicht, um die notwendigen schweren Waffen zur Verteidigung gegen die Barbaren der IS zu besorgen. Die Kampagne ist im Kern vor allem eine politische Kampagne, deren Schlagzeile unsere vollumfängliche Solidarität ausdrückt sowie den strategischen Charakter des positiven revolutionären Prozesses in Rojava unterstreicht.

Rojava, ein hoffnungsvoller Ausweg inmitten eines barbarischen Chaos

Überall auf der Welt, besonders aber im Mittleren Osten, sehen wir ein wahres Feuerwerk barbarischer Irrationalitäten: Eine moderne hochgerüstete Armee, die ein im Gazastreifen zusammengepferchtes, mausearmes Volk ins Steinzeitalter zurückbombt und deren letztes Wasser- und Stromwerk zerstört, reaktionäre religiöse Mordkommandos und amerikanische Drohnen, die im Irak, Afghanistan und Pakistan wahllos Ansammlungen von unschuldigen Zivilpersonen in die Luft jagen, eine Militärdiktatur in Ägypten, die eine hoffnungsvolle revolutionäre Bewegung niederwalzt und Tausende von Menschen massakriert und im Schnellverfahren zum Tode verurteilt und schließlich in Syrien, wo ein grausames Diktaturregime im Verbund mit mittelalterlichen religiösen Terrorbanden seit drei Jahren Hunderttausende von Menschen tötet und verletzt und Millionen zu darbenden Flüchtlingen macht.

Dieses Chaos war der Nährboden, auf dem der IS heranwuchs. Das Neue an dem IS besteht nur darin, dass er seine extrem zugespitzte barbarische Politik offen zur Schau trägt – und mit modernstem amerikanischen Kriegsgerät ausgerüstet ist, das er der irakischen Armee handstreichartig abgenommen hat.
Was uns als politische Aktive so zur Verzweiflung bringt, ist, dass die Widerstandskräfte in diesem Chaos – wie Hamas, Muslimbruderschaft, Teile der syrischen und irakischen Opposition – selbst erzreaktionäre Kräfte sind, deren Politik wir keine Sekunde lang unterstützen.
 
Die Kommune von Rojava
Der Verteidigungskampf der Kommune von Rojava verdient den Vergleich mit demjenigen der Pariser Kommune des Jahres 1871. Nicht alles ist perfekt und tadellos was die Selbstverwaltungskräfte in Rojava tun oder lassen, genau so wenig wie das der Fall war in der Pariser Kommune. Aber beide Kommunen stehen für einen beispielhaften Kampf für eine radikal fortschrittliche und in der Tendenz revolutionäre und antikapitalistische Perspektive. Marx hat den bewaffneten Selbstbehauptungskampf der Pariser Kommune leidenschaftlich und vorbehaltlos unterstützt und die weltweite antikapitalistische Linke sollte das Gleiche tun bei der Kommune von Rojava.


Nur im Norden Syriens, im kurdischen Rojava, gibt es ein kleines Volk, das sich der Ethnisierung des Sozialen im wahrsten Sinne des Wortes heldenhaft widersetzt und seit zwei Jahren eine selbstverwaltete, räteähnliche Gesellschaft mit Beteiligung aller ethnischen Volksgruppen aufgebaut hat und wo inmitten all der frauenfeindlichen Gesellschaften des Mittleren Ostens, die Frauen in allen Bereichen, inklusive der militärischen Selbstverteidigung mit nahezu 50%  überall aktiv und emanzipatorisch beteiligt sind. Diesen hoffnungsvollen und beispielhaften Widerstand müssten eigentlich alle linken Tendenzen mit all ihnen zur Verfügung stehenden Kräften politisch und materiell unterstützen.

Der heuchlerisch verlogene Westen, ein Lehrbeispiel

Der Westen ist nicht nur zu 80% direkt und indirekt verantwortlich für das barbarische Chaos im Irak, Afghanistan, Syrien, Libyen und anderen Ländern, er unterstützt auch nirgendwo die laizistischen und demokratischen Widerstände. Die demokratischen Kräfte im syrischen Bürgerkrieg wurden auf das Jämmerlichste im Stich gelassen, während unfähige, korrupte, reaktionäre und religiös-autoritäre Regimes im Irak und Afghanistan und im Falle von Ägypten sogar offene Militärdiktaturen mit unzähligen Milliarden und allem Drum und Dran überhäuft wurden und mit Waffen versorgt werden. Der Westen könnte mühelos mit seinen Superpuma Hubschraubern die Rojava-Kurden in der vom IS umzingelten Stadt Kobanê unter anderem mit modernen Panzerabwehrgeräten versorgen. Wären die hoch motivierten 45 000 Milizionären und Milizionärinnen in Rojava richtig ausgerüstet, sie würden den IS vor sich hertreiben und vernichten. Es waren schließlich diese Milizionäre, die im August einen Korridor vom Nordirak ins Rojavagebiet erkämpften und so Zehntausende von Jeziden vor dem ISIS-Massenterror bewahrten.

Die USA versorgen die halbfeudalen erzkonservativen Barzani-Kurden im Nordosten des Iraks mit Waffen und verhindern nicht einmal, dass der NATO-Staat Türkei und das mit dem Westen befreundete erzreaktionären Saudi-Arabien den IS unterstützt. Der Westen will ganz eindeutig zuerst den Fall des selbstverwalteten, revolutionären, fortschrittlichen und echt demokratischen Rojavas und überlässt dabei dem IS und der Türkei die entsprechende schmutzige Arbeit.

In dieser verzweifelten Situation unterstützen wir – ohne unseren kritischen politischen Blick auf das Geschehen und die Tätigkeiten der politischen Organisationen in Rojava zu verlieren – mit aller Kraft die "Kommune von Rojava". Wir sammeln hier Geld, und wenn das selbstverwaltete Gemeinwesen meint, dass dieses Geld am nützlichsten in Waffen zur Selbstverteidigung zur Geltung käme, so anerkennen wir das. Wir wissen, dass die Militarisierung gerade bei linken Befreiungsbewegungen immer auch eine große Gefahr für den freiheitlichen Charakter der Bewegung darstellt und so rasch wie möglich wieder abgebaut werden muss, aber im Moment brauchen die MilizionärInnen gegen die IS-Barbaren mehr als ihre bloßen Hände und leichte Maschinengewehre. Sie brauchen Waffen, die hochmoderne Panzer brechen können.

* Tino P. ist Mitglied des Koordnierungskreises der NaO-Berlin

Bitte beteiligt euch an der Spendensammlung der NaO Berlin für die Verteidigung von Rojava:
Empfänger: MD
IBAN: DE98 5005 0201
 1243 1674 49
BIC: HELADEF1822

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