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Barbara Schulz   
28.12.2014
Wer fürchtet sich...vor der Quote?

Der Aufschwung ist abgebremst, nun bedarf es der Wohltaten für die geplagte Industrie, der die Einführung der 30-Prozent-Frauenquote in Aufsichtsräten und Vorständen in einigen Bereichen droht.
 
„Wir fänden es gut, wenn das verbunden ist mit einem wirtschaftlichen Entlastungsprogramm“, so die parlamentarische Geschäftsführerin der Union. Eine Teilhabe von Frauen muss irgendwie durch Wohltaten ausgeglichen werden. Frauenquote als Schadensfall! Auch Frau Hasselfeldt (CSU) ist dafür, denn die Quote wird eine Belastung „für Handlungs- und Entscheidungsmöglichkeiten von Unternehmen.“ Die Zahl der weiblichen Vorstände liegt gegenwärtig bei 5,8 Prozent, bei den Aufsichtsrätinnen sieht es besser aus.

Dabei haben Wissenschaftler­innen festgestellt, dass Frauen aufsteigen, indem sie in Unternehmen befördert werden, die in anhaltenden Krisen stecken. „Think crisis, think female“, so ein Ausspruch.


Wem nützt es …

Facebook und Apple haben es erkannt: Kind und Karriere – das geht gar nicht!

Sie bieten, vorerst in den USA, den Frauen an, Social Freezing – das Einfrieren von Eizellen – zu finanzieren, einschließlich der dazugehörigen Behandlungen. Also, Frauen: Ihr könnt bei uns ungestört Karriere machen, und später könnt ihr dann auch noch Kinder bekommen. So mit 35 oder eventuell auch 40 Jahren könnt ihr mit gut konservierten jugendlichen Eizellen den Kinderwunsch erfüllen.

Apple und Facebook bieten ihren Mitarbeiterinnen auch jetzt schon Zusatzleistungen an: Kinderbetreuung, bezahlte Elternzeit, Kindergeld. Aber bei weniger Kindern ließe sich da einiges gegenrechnen. Das Risiko für die Frauen, die erst Karriere und dann Kinder leben wollen, ist groß. Sie und ihre Kinder tragen alle Risiken der Spätgebärenden, wenn die Methode überhaupt zur Schwangerschaft führt. Aber erstmal gilt „Selbst­optimierung“, und das heißt eben: optimaler Einsatz für das Unternehmen. Auch um zwei Uhr morgens wird die E-Mail des Vorgesetzten beantwortet.

Aber erwartet ein Unternehmen, das diesen Einsatz fordert, dass Frauen mit 35, 40 Jahren noch bei ihm beschäftigt sind? Wie sollen sie in diesem Alter die Doppelfunktion Karrieristin und Mutter vereinbaren? Die Reproduktionsmedizin setzt Frauen unter einen verstärkten Druck. Selbst schuld, wenn nicht alles klappt!

Vielleicht sollten wir verstärkt für Vereinbarkeiten für Männer und Frauen kämpfen, etwa für Frigga Haugs Vier-in-einem-Perspektive.


Sexistische Werbung?

Pink-stinks will – unterstützt vom Deutschen Frauenrat, von Terre des Femmes und dem deutschen Juristinnenbund – ein Gesetz gegen sexistische Werbung durchsetzen. Wer sich an die Frauenbewegung erinnert, weiß, dass das kein neues Unterfangen ist. Immerhin ist es durchaus möglich, dass der Deutsche Werberat, der der „Frauenwürde“ verpflichtet ist, eine Rüge aussprechen kann, die oft zur Rücknahme der sexistischen Werbung führt. Es ist allerdings nicht immer leicht, die Grenze zu ziehen. Aber eine erneute Debatte macht schon Sinn, um Grenzen zu setzen. Allerdings – auch hirnlose Werbung nervt!


Gewalt

Auch die Krieg führenden Truppen des IS kämpfen mit den Mitteln Vergewaltigung und Versklavung. Der IS beruft sich bei seiner Barbarei aber auf den Koran und Hadithe, geht also auf die Zeit des Propheten zurück. Er bezeichnet die Opfer als „Kriegsbeute“; spricht von „Versklavung“ und „Konkubinen“. Yezidinnen sind Opfer, denn sie sind „Teufelsanbeterinnen“. Die YezidInnen, die aus der Region um die Stadt Sindschar in die Berge geflohen sind, konnten zum Teil mithilfe der KurdInnen entkommen. Aber die Zahl der verschleppten Mädchen und Frauen schätzt die irakische Parlamentarierin Vlan Dakhil auf 5 000. Und ihr Schicksal ist grausam. Die YezidInnen, die über Jahrhunderte in den Gebieten, aus denen sie jetzt vertrieben wurden, lebten, wollen diese Heimat – das Land ihrer Herkunft – nicht aufgeben. Wie können Menschen solche Geschehnisse bewältigen? Die durch Vergewaltigung gezeugten Kinder sind nicht nur für die Frauen ein Problem, sie verstören eine ganze Gesellschaft. So werden Gemeinschaften über den Kampf hinaus zerstört.


Noch einmal Malala

Malala Yousafzai wurde vor zweieinhalb Jahren als 15-jährige von fanatischen Taliban in den Kopf geschossen, weil sie für Mädchenbildung warb. Sie konnte überleben, weil sie in Birmingham behandelt wurde. Malala wurde in diesem Jahr mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet, mit ihr Kailash Satyrthi, der sich um die Befreiung von KinderarbeiterInnen müht. Beide verdienen sicher eine Auszeichnung für ihre Arbeit. Und wenn Malala erneut bedroht wird und nicht nach Pakistan zurückkehren kann, dann ist diese Würdigung ihres Einsatzes umso wichtiger. Gleichzeitig ist die „Internationale Gemeinschaft“ hilflos den überbordenden Gewalttaten gegenüber.

Malala aber wünschen wir alles Gute und weiterhin Mut, für ihre Ziele zu kämpfen!
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