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„Die Kolleg­Innen müssen selbst aktiv werden.“ | Drucken |  E-Mail
Paul Brandt   
15.10.2014
Avanti: Ihr seid wie eure Kolleg­­Innen bei der DB auch von den anstehenden Tarifverhandlungen betroffen. Wie schätzt Du die weitere Entwicklung ein?
Horst: Wir müssen als DB- und S-Bahnkollegen gemeinsam kämpfen. Dabei müssen wir die Politik und ihre Versprechen bei den Kollegen in Erinnerung rufen. 2011 gab es hier in Berlin die Zusage des Senats, keine Streckenausschreibungen vorzunehmen. Mit der Bildung des jetzigen Senats (SPD/CDU) ist das „vergessen“ worden. Wir müssen die politischen Entscheidungsträger viel mehr mit ihrer Politik konfrontieren.

Gibt es bereits konkrete Auswirkungen dieses Schwenks auf Eure Arbeit?
Horst: In Berlin werden 240 Stellen der Aufsicht entfallen, die Gewerkschaftsführungen begleiten diese Politik, das geht nicht in Ordnung. Klar zu kritisieren ist auch die Haltung des Betriebsrates der S-Bahn, der eine Unterschriftenaktion von 1000 S-Bahner­­Innen zur gemeinsamen legalen Betriebsversammlung während der Arbeitszeit schlicht unter den Tisch fallen ließ. Wir hätten damit die Macht der Belegschaft demonstrieren können und über die Gewerkschaftsgrenzen hinaus nach gemeinsamen Wegen zur Erhaltung der Arbeitsplätze und der Zuständigkeiten der S-Bahn beraten können.

Auf der heutigen Kundgebung wurde dem Management der DB mehrfach Unkenntnis der Sachlage vorgehalten. Wie siehst Du das?
Horst: Das ist Unsinn, die Managerinnen und Manager kassieren doch fette Prämien für ihre Kürzungspolitik und Stellenabbau. Sie vertreten ihre eigenen Interessen.

Welche Maßnahmen sind aus Deiner Sicht erforderlich, um bei den anstehenden Auseinandersetzungen Aussicht auf Erfolg zu haben?

Horst: Die Kolleginnen und Kollegen müssen selbst aktiv werden. Auseinandersetzungen soll man nicht den Gewerkschaftsführungen überlassen, nach dem Motto „die werden es schon machen“. Ohne ausreichende Basisaktivitäten kommen wir nicht weiter, es gibt ein Wechselverhältnis von Basis und Führung.

Die direktere Einbeziehung der Kolleg­Innen in die Führung von Verhandlungs- und Kampfmaßnahmen berührt an vielen Stellen das Selbstverständnis der hauptamtlichen Gewerkschaftsführung, besonders, wenn damit eine deutliche klassenkämpferische Orientierung verbunden ist. Wie sind Eure Erfahrungen damit?

Horst: Innerhalb der GDL werden die Kritiker an der Führung scharf angegangen. Man kann fast von einer Säuberungswelle sprechen. Der anstehende Tarifkampf ist aus meiner Sicht zugleich ein interner GDL-Kampf um den richtigen Weg. Gleichzeitig wächst das Selbstvertrauen der Mitglieder in die eigene Stärke. Am 2. Oktober soll über einen unbefristeten Streik der GDL abgestimmt werden, ich schätze die Chancen 50 zu 50 ein, dass es dafür eine erforderliche Mehrheit geben kann. Die gemeinsame Vorbereitung und Organisierung von Kampfmaßnahmen aus der Belegschaft heraus – über künstliche gewerkschaftliche Grenzen hinweg – kann ein Ausweg aus der Spaltung sein. Das fördert die Solidarität, den Klassenzusammenhalt und die Aussicht auf Erfolg.
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