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Aktionstag der IG-Metall-Jugend:„Bildung.Macht.Zukunft.“ | Drucken |  E-Mail
Heinz Jandl   
02.10.2014
„Bildung.Macht.Zukunft.“ war das Motto des Aktionstages der IG-Metall-Jugend am 27. September in Köln. Das Motto wurde in mehreren Runden als Ergebnis einer Online-Abstimmung festgelegt: Im Juni hatten Tausende Jugendliche auf der IG-Metall Webseite über das Motto abgestimmt. Dieser Vorschlag ging dort als Sieger hervor.

Über 20 000 junge Menschen zogen in zwei großen Demozügen bei strahlendem Sonnenschein durch Köln und brachten den Samstagsverkehr fast völlig zum Erliegen. Denn zeitgleich wälzten sich auch die Fanströme zum Fußballspiel FC-Köln gegen Bayern München durch die Stadt und im rechtsrheinischen Köln fand das größte Volksfest der „schäl sick“ statt. Die Besucherströme und die Demonstranten kreuzten sich im Citybereich.

Da zur IG-Metallkundgebung etwas mehr Jugendliche kamen, als bei der letzten IG-Metall Jugendaktion, passten nicht alle auf den großen Kundgebungsplatz. Trotz mehrfacher Aufforderung, weiter zusammen zu rücken, standen noch Tausende auf der Straße vor dem Zugang zur Kundgebung. Daraufhin sperrte die Polizei zeitweilig den Verkehr auf der Nordseite des Neumarkts. Sardinendosenfeeling machte sich breit und es lockerte sich etwas, als Tausende die Gelegenheit nutzten, die Kölner Gastronomie zu frequentieren.  

Die Jugendkundgebung war ebenso wie bei der Aktion vor zwei Jahren von einheitlichen T-Shirts und einem poppigen Outfit bestimmt: Brillen in den drei knalligen Aktionsfarben rosa, blau, grün.
Das auffällige T-Shirt-Logo mit einer großen stilisierten rosafarbenen Faust war im gesamten Citybereich in der Außengastronomie sichtbar. Tausende Linkshandschuhe in den Aktionsfarben reckten sich zu Tausenden zur RAP-Musik zum Himmel.

Auch im Management der Veranstaltung kopiert die IG-Metall erfolgreich die Massenevents der Pop-Konzerte: So konnten während der Kundgebung Selfies mit dem Handy aufgenommen und dann per MMS an eine zentrale Adresse (vorher auf Karten verteilt) geleitet werden. Während der laufenden Kundgebung wurden viele der eingehenden Bilder dann auf den beiden großen Public-Viewing-Schirmen eingeblendet. Auch die eingespielten Interviews mit Betroffenen lockerten die traditionell eher starre Kundgebungsform erheblich auf.

Eigene Transparente waren nur einige wenige vertreten. Krankenschwestern der Marburger Klinik und der Vertrauensköperleitung (VKL) Daimler fielen mir auf..

Einige wenige Flugblattverteiler linker Splittergruppen stellten sehr schnell ihre Arbeit ein, da nichts angenommen wurde und sie eher Erstaunen hervorriefen.

Eine Ausnahme machte jedoch die SDAJ, die mit ihrer ersten neuen Ausgabe des Jugendmagazins „Position“ sich als Hochglanzbroschüre in den Aktionsfarben präsentierte. Als einzige Gruppe hatte die DKP am Rande des Platzes einen Stand eingerichtet. Neben SDAJ-Fähnchen waren auch mehrere Falkenfahnen deutlich sichtbar.

Im Vergleich zur letzten großen Jugendaktion vor zwei Jahren, war der Anteil weiblicher Teilnehmerinnen und der studentische Anteil deutlich gestiegen.  

Die IG-Metall bereitet mit diesem Aktionstag die Tarifrunde 2015 vor, wo erstmals seit Langem wieder qualitative Forderungen erhoben werden sollen. Dies ist das Ergebnis der Auswertung der größten Massenumfrage der IG-Metall im Jahr 2013:

45 Prozent aller Beschäftigten würden sich gern beruflich entwickeln. Aber um eine Auszeit von der Arbeit dafür zu nehmen, fehlt ihnen das Geld.

57 Prozent aller Berufstätigen beklagen, dass ihr Betrieb ihnen nicht genug Möglichkeiten bietet, sich weiterzubilden. Am häufigsten bemängeln das junge Leute unter 35 Jahren, Angelernte, Schichtarbeiter und Facharbeiter.

47 Prozent aller Männer und Frauen in den Betrieben sagen, der Arbeitsdruck lasse ihnen keine Zeit mehr, sich weiterzubilden.

70 Prozent aller KollegInnen unter 35 Jahren sagen, sie müssen sich für ihre Arbeit in Zukunft weiterbilden.

93 Prozent halten es für wichtig, sich im Betrieb weiterbilden zu können, um bis zur Rente gesund und leistungsfähig zu bleiben.

Als weitere Vorbereitung auf die Tarifrunde hat die IG-Metall wurde ein Bildungsmanifest ins Netz gestellt, das hier unterzeichnet werden kann (bereits über 12 200 ):
http://www.revolutionbildung.de/bildungsmanifest.html  

Reformen des BAföG und der Berufsbildungsgesetze sowie einen Weiterbildungstarifvertrag werden ebenso gefordert, wie die Abschaffung der Studiengebühren. Dabei sollen Beschäftigte durch eine neue Bildungsteilzeit die Möglichkeit bekommen, sich bei gesichertem Einkommen individuell weiterzubilden.

Die IG Metall fordert für die nächsten Jahre einen grundlegenden Umbau des Bildungssystems in Deutschland. 83 Prozent der Akademikerkinder beginnen ein Studium, während es bei Nichtakademikern nur 23 Prozent sind. Immer kürzere Ausbildungszeiten führen zu mehr Stress, und die Qualität der Ausbildung leidet massiv. Plastisch und drastisch wurde dies auf der Kundgebung durch Studierendenvertreter dargestellt, die von 50StundenWochen, Unterfinanzierung und massivem Psychostress berichteten.

Die nächste Tarifrunde 2015 könnte spannend werden; auch weil damit ein Thema aufgegriffen ist, das auch junge Menschen anspricht, die der Gewerkschaft eher fernstehen.
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