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Alstom Mannheim: Torblockade ist auch Résistance | Drucken |  E-Mail
Heinrich Neuhaus   
01.05.2014

Erneut gibt es im Mannheim-Käfertaler Kraftwerksbau von Alstom Ärger. Die Beschäftigten und ihr Betriebsrat befürchten einen weiteren Arbeitsplatzabbau – und sie wehren sich.


Mit einer spontanen Torblockade verhinderten ArbeiterInnen der Produktion am 16. und 17. April den Abtransport von Bauteilen. Unterstützung kam von zahlreichen KollegInnen aus den Angestelltenbereichen. Die Einschüchterungsversuche des Managements blieben letztlich erfolglos. Die Bauteile mussten am Gründonnerstag wieder abgeladen werden, und der georderte LKW musste leer das Werk verlassen.

Da die KollegInnen dem Frieden nicht trauten, befanden sich auch am Ostersamstag Torwachen, die in Schichten eingeteilt waren, vor Ort. Auch nach Ostern ist die Wachsamkeit der Belegschaft und des Betriebsrates ungebrochen.
Vorläufiger Erfolg
Zunächst einmal war die Blockadekaktion also erfolgreich, denn die vom Management klammheimlich geplante Verlagerung von mechanischen Bearbeitungen konnte nicht durchgeführt werden. Damit ist jedoch die vorgesehene Montage von Gasturbinen in dem Alstom-Werk in Chattanooga / USA noch längst nicht vom Tisch.

Insgesamt beteiligten sich laut Medienberichten trotz Urlaubszeit 300 KollegInnen an der Blockade. Ihr waren übrigens – von der Öffentlichkeit unbemerkt – in den Tagen zuvor spontane Informationen beim Betriebsrat und bei der Fabrikleitung vorausgegangen.
Drohende Angriffe
Nachdem das Alstom-Management gegenüber den Medien zunächst auf Tauchstation gegangen war, versucht es nun, seine Manöver mit einer angeblich „stark gesunkenen Nachfrage“ im Gasturbinenbereich und mit dem „Risiko von Währungsschwankungen“ zu begründen. Beides ist in dieser Allgemeinheit weder richtig noch ein stichhaltiges Argument für die Verlagerung von Arbeit in die noch neue, aber schon eingemottete und weitgehend „belegschaftsfreie“ US-Fabrik.

Erst im November 2013 hatte die Konzernleitung „Sparmaßnahmen“ angekündigt. Das heißt: Sie will weltweit rund 1.300 Arbeitsplätze im Power-Sektor (Kraftwerke) vernichten. In Deutschland will Alstom Hunderte von Stellen in diesem Geschäftsbereich unter anderem in Bexbach, Neumark und Stuttgart abbauen. Es verdichten sich die Anzeichen, dass von der Pariser Konzernzentrale auch auf den gebeutelten Standort Mannheim neue Angriffe vorbereitet werden.

Die Mannheimer KollegInnen befürchten, dass die Produktion aus Mannheim scheibchenweise in das Ausland, nicht nur in die USA, verlagert wird. In Mannheim arbeiten noch etwa 2.000 – in Deutschland rund 9.000 – der weltweit 93.000 Alstom-Beschäftigten.
Résistance – Widerstand
In den letzten Jahren sind viele ältere „AlstomerInnen“ in den Ruhestand gegangen, die den seit fast 30 Jahren andauernden Kampf für den Erhalt des Werkes mitgetragen haben. Dennoch, das zeigt die Torblockade, ist es offenbar dem Käfertaler Betriebrat und dem IG-Metall-Vertrauenskörper gelungen, die entwickelte betriebliche Kultur des Widerstands lebendig zu halten.

Sie ist auch dringend erforderlich, um weiteren Einschüchterungsmaßnahmen der Geschäftsleitung geschlossen entgegentreten zu können.

Der bevorstehende Alstom-Aktionstag wird belegen, welche Kräfte der alte Slogan „Résistance – Widerstand“ freizusetzen vermag.


TIPP 1

Aktuelle Informationen bei
www.resistance-online.eu




TIPP 2

Résistance – unsere Chance (DVD 2012, Länge: 35 Minuten) – Ein Film über den betrieblichen Widerstand gegen Arbeitsplatzabbau und Standortschließung beim Kraftwerksbauer „Alstom Power“ in Mannheim Käfertal.

Der Film rekonstruiert den Widerstand der letzten Jahre. Er will die Frage beantworten, wie es gelingt, in diesem Werk die gewerkschaftliche Courage zu bewahren. Jedem Versuch, die betriebswirtschaftliche Kostenschere erneut bei den Beschäftigten anzusetzen, wird entschieden, aktiv und phantasievoll entgegengetreten.

Bestelladresse:
IG Metall-VKL Alstom Mannheim c/o BR Alstom Mannheim,
Kft/BR, Boveristr. 22, 68309 Mannheim
Kostenbeitrag incl. Versandkosten: 10 Euro







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