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Gerlef Gleiss: Nachruf | Drucken |  E-Mail
RSB/isl   
01.03.2014
Unser Freund und Genosse Gerlef Gleiss ist am 5. Februar 2014 im Alter von 59 Jahren gestorben.

Er saß die meiste Zeit seines Lebens im Rollstuhl, doch gibt es nur wenige, die bei besserer physischer Gesundheit eine derart aufrechte Haltung hatten. Das bekamen Freunde und Feinde gleichermaßen zu spüren. Er war eine unbestrittene – wenn auch nicht unumstrittene – Autorität in der Hamburger Behindertenpolitik. Diese verknüpfte er aber immer mit einer revolutionären Haltung, die mit einer erfrischenden Respektlosigkeit gepaart war.

Diese Respektlosigkeit schloss die Ikonen unserer Bewegung durchaus ein. So kritisierte er Trotzkis Vorstellung, der Mensch in einer sozialistischen Zukunft werde „sich selber in die Retorte werfen“ und vervollkommnen, mit Verve und fachlicher Kompetenz. Solche Äußerungen machten ihn als Revolutionär indes nur noch glaubwürdiger.

Umstritten war seine Kandidatur auf einem der hinteren Plätze auf der Liste der Partei Die Linke zur Bürgerschaftswahl. Unbestreitbar ist dabei jedoch, dass er aus seiner revolutionären Haltung keinen Hehl machte. Er machte in seiner Vorstellung bei der Aufstellung der KandidatInnen unmissverständlich klar, dass er Illusionen in den Parlamentarismus politisch bekämpfte und faule Kompromisse mit ihm nicht zu schließen seien. Mit einem Witz, den nur er sich erlauben konnte, warnte er, dass von ihm keine „standing Ovations“ zu erwarten seien.

Bei all seiner Geradlinigkeit zeichnete ihn dieser Humor aus, der auch immer die eigene Person einschloss. Dazu kam eine Warmherzigkeit, die auch dann noch zu spüren war, wenn er mit jemandem stritt. Und streitbar war er eben so wie alle, die ein großes Ziel unbeirrt verfolgen. Es gelang ihm dabei das Kunststück, immer so zu streiten, dass eine Zusammenarbeit möglich blieb.

Aus der Behindertenpolitik, nicht nur in Hamburg, ist sein Name nicht wegzudenken. Auch in diesen Kreisen machte er seine Identität als Revolutionär immer deutlich. Bei Demonstrationen fiel immer sein Elektrorollstuhl auf, der selbstverständlich mit einer roten Fahne versehen war, auf der das Emblem der Vierten Internationale prangte. Wenn eine Gruppe behinderter Menschen dann einem Block aus Mitgliedern der Vierten Internationale begegnete, hieß es nicht selten erklärend: „Das sind Gerlefs Leute“.

Gerlef war Mitglied in beiden Teilen der Deutschen Sektion der Vierten Internationale. Er identifizierte sich mehr mit der Internationale als mit einer der beiden Sektionen. Er verstand zwar, warum es zwei Organisationen gibt, zeigte aber deutlich genug, dass er dafür wenig Verständnis aufbrachte. Vielleicht haben wir immer noch etwas von ihm zu lernen.
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