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Jahreskongress der Gewerkschaftslinken | Drucken |  E-Mail
Kurt Renner   
14.12.2013
Unter dem Motto „Statt Abbau gestalten – gewerkschaftlichen Widerstand organisieren“ fand am 9. und 10. November 2013 der mittlerweile 14. Jahreskongress der Initiative zur Vernetzung der Gewerkschaftslinken im Kulturzentrum Bahnhof Langendreer in Bochum mit über 80 TeilnehmerInnen statt.

Bochum war ganz bewusst als Ort gewählt worden, um zum einen Solidarität mit den von Schließung bedrohten KollegInnen des Opel-Werks in Bochum zu zeigen und um zum anderen vor Ort eine offene und solidarische Diskussion über die stark kontroversen Positionen zu den Schließungsplänen und möglichen Widerstandsoptionen innerhalb der Belegschaft, der Vertrauensleute, der örtliche Betriebsräte, der Betriebsräte der übrigen Opel-Werke, des Gesamtbetriebsrats und vor allem der IG Metall-Führung zu führen.

Den Auftakt zum Thema markierte das Referat von Winfried Wolf zu den Rahmenbedingungen und zu erwartenden Entwicklungen in der Automobilindustrie. Danach sind in der Branche heute weltweit mit 8 Millionen Beschäftigten etwa genau soviel  Menschen tätig wie vor 50 Jahren, sie stellen allerdings zehnmal mehr Autos her, arbeiten zunehmend in früheren Schwellenländern, wie Brasilien, Mexiko, Korea, Indien und China, bei ständig abnehmender Tendenz der Beschäftigung in Westeuropa, Nordamerika und Japan. Es stehe auch zu erwarten, dass ein weiterer Teil der derzeit noch existierenden Automobilfirmen wegen des hohen Kapitalbedarfs und nicht ausreichenden Expansionsmöglichkeiten entweder durch Aufkauf oder Pleite wie in der Vergangenheit vom Markt verschwinden werde.

Der Kollege Matthias Fritz bestätigte anschließend die Tendenz zur zunehmenden organischen Zusammensetzung des Kapitals und den daraus resultierenden Druck auf die eingesetzte menschliche Arbeit am Beispiel konkreter Fertigungsschritte bei Mahle, einem der größten Automobilzulieferer weltweit.

Dies sollte eigentlich den Rahmen abgeben für die Diskussion über die Schließungspläne bei Opel Bochum. Leider war aber aus dem Betrieb nur die Position vertreten, die allein die Alternative Kampf um jeden Arbeitsplatz in Bochum oder volle Kapitulation sieht. Der Kollege schilderte glaubhaft, unter welch ungeheurem Druck die VerteterInnen dieser Position innerbetrieblich stehen. Eine vorwärtstreibende gemeinsame Diskussion um die besten Strategien zur Verhinderung des Arbeitsplatzabbaus scheint es im Betrieb derzeit jedenfalls nicht zu geben. Mensch schluckt aber auch, wenn in einem Nebensatz die Kampferfahrung von Bochumer ehemaligen Solidarnosc-Mitgliedern als Erfahrung mit dem Sozialfaschismus gedeutet wird.

Umso hoffnungsvoller wurden die KongressteilnehmerInnen dann allerdings durch die Stuttgarter ver.di-Sekretärin Christina Frank gestimmt, die über den Verlauf und die Erfahrungen im Einzelhandelsstreik berichtete. Sie zeigte eindrucksvoll, dass Führung und Eigenaktivität der Mitgliedschaft in der Auseinandersetzung mit dem Kapital sich gegenseitig bedingen und fruchtbar ergänzen. Die Stuttgarter Erfahrungen könnten und sollten in allen ver.di-Bezirken aufgenommen und in eigenes Handeln eingearbeitet werden.

Abschließend wurde ein Aufruf an gewerkschaftliche Aktive verabschiedet, gemeinsam für einen Kurswechsel der Gewerkschaften zu kämpfen. Die Initiative sieht sich nur als einen Teil der fortschrittlichen klassenkämpferischen GewerkschafterInnen, macht allerdings Vorschläge für gemeinsame Arbeit in den Gewerkschaften. Die Notwendigkeit gemeinsamer Aktivität wird noch aktueller im Lichte der derzeitigen Bildung einer Großen Koalition. Allein die Verhinderung der dort geplanten erneut drohenden Einschränkung des Streikrechts in der Gestalt der Tarifeinheit setzt die gemeinsame Aktivität schon auf die Tagesordnung. Hier müssen klassenkämpferische und fortschrittliche Kräfte sich gemeinsam in der Praxis beweisen.
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