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Prostitution in Zahlen | Drucken |  E-Mail
Ingrid Kohlhas   
01.12.2013
Bericht und Kommentar zu einer Talkshow mit Günther Jauch am 10. 11.2013 zum Thema Prostitution

Es gibt 3.000 Bordelle in Deutschland, 400.000 Prostituierte, nur 20 % davon sind Deutsche. Der jährliche Umsatz in diesem Gewerbe beträgt: 15 Milliarden Euro. Täglich nehmen 1,2 Millionen Freier die Dienste von Prostituierten in Anspruch. Nicht enthalten sind die Escort-Agenturen, die Prostituierte vermitteln, die ihre Dienste in normalen Hotelzimmern anbieten. Prostitution in Hotels ist verboten. In Frankfurt hat es 50 polizeiliche Kontrollen von Bordellen in 10 Jahren gegeben.
Prostitution in Grauzonen ist zum Beispiel Nebenerwerbsprostitution.

Die Reform der Prostitutionsgesetze durch die rot-grüne Regeierung hat ihre Ziele nicht erreicht. Anders wie in Schweden, wo Prostitution verboten ist und die Freier bestraft werden ist Deutschland aufgrund der Liberalisierung der Gesetze zur Drehscheibe des internationalen Frauenhandels geworden. Ziele der Reformen, wie Sozialversicherung für Prostituierte wurden nicht erreicht. Es gibt 44 sozialversicherte Prostituierte darunter 4 Männer. Dies hängt damit zusammen, dass Prostituierte nicht als abhängig Beschäftigte tätig sind.

Die Liberalisierung hat auch der Ausbeutung der Prostituierten keine Grenzen gesetzt. Prostituierte werden mit falschen Versprechungen gelockt und gegebenenfalls mit Gewalt am Ausstieg gehindert, ein lukratives Geschäft für Zuhälter und Bordellbetreiber. Teilweise werden Prostituierte, die kein Deutsch sprechen, alle 14 Tage von einer Stadt in die nächste verfrachtet. Die soziale Isolation hervorgerufen durch das Stigma der Prostitution und die mangelnde Kommunikationsfähigkeit wird dadurch noch verstärkt, der Widerstandswille gebrochen und Gegenwehr verunmöglicht. Keine Rolle in der Diskussion bei Günther Jauch spielten die Prostitution auf dem Gebiet der männlichen Homosexualität und die Prostitution in der Haute Volé, wie Berlusconi, DSK, Peter Hartz, Lustreisen von Betriebsräten und verdienten Versicherungsagenten, ihre Sausen und Orgien und andere kriminelle Banden wie Hells Angels, Bandidos usw

Bei Günther Jauch diskutierten:
  • die Journalistin Rita Knobel-Ulrich, die zum Thema Prostitution recherchiert,
  • der Bordellbesitzer Jürgen Rudloff mit Bordellen in Östreich und Deutschland unter anderem in Frankfurt und Stuttgart. Er plant ein weiteres Etablissement in Saarbrücken wegen des Wachstumsmarktes an Deutschlands Grenzen
  • der Polizist Uwe Dornhöfer aus München fordert ein Verbot der Prostitution für Menschen unter 21 Jahre
  • die Saarbrücker Oberbürgermeisterin Charlotte Britz (SPD) . Sie war beteiligt an der Liberalisierung der Gesetze und hat aktuell den Aufruf von Alice Schwarzer für ein Verbot der Prostitution unterschrieben. Saarbrücken hat an den Landesgrenzen gelegen eine Zunahme der Prostitution zu verzeichnen, da es in den Nachbarländern restriktivere Gesetze gibt. Britz fürchtet um das Image der saarländischen Hauptstadt.
  • die Sexarbeiterin Lena Morgenroth, Informatikerin ihres Zeichens hat angeblich als Sexarbeiterin eine befriedigendere Tätigkeit gefunden und vertritt den Berufsverband der Prostituierten.
In der Talkshow pries Jürgen Rudloff sein Geschäftsmodell an. Den Nachweis, dass dies die Prostituierten vor Gewalt schützt, konnte er nicht wirklich erbringen. Er gab an, 60 PsychologInnen eingestellt zu haben.

Lena Morgenroth wandte sich gegen gesetzliche Reglementierungen und Einschränkungen der Prostitution.

Rita Knobel-Ulrich recherchierte in den Häusern von Jürgen Rudloff und hat einen Film über Prostituion produziert. Sie berichtet, dass manche Prostituierte bis zu 20 Freier am Tag bedienen. Auf ihre Frage an Lena Morgenroth, wie viele Freier sie dann täglich bediene, gab diese keine Antwort.

Die Interessensvertretung von Lena Morgenroth fand ihren Ausdruck auch nicht darin, dass sie über ihr Gewerbe informierte, sondern darin, die Kitikerinnen nicht zu Wort kommen zu lassen. (wie das so oft in solchen Talk-shows der Fall ist.) Anscheinend verdient sie aber mehr, wie sie als Informatikerin verdienen könnte. Wie viel das genau ist, sagte sie nicht. In einem Bericht der Frankfurter Rundschau über diese Show wurde deshalb auch richtig kritisiert, dass die Berichte von Aussteigerinnen hier informativer sind.

Es wurden Bilder von der Fotografin Bettina Flitner gezeigt, die Freier fotografiert hat. Ihr Bericht hat Jürgen Rudloff nicht gefallen.
Meine Einschätzung:
Um die Rolle der Prostitution bezüglich des Geschlechterverhältnisses aufzuklären, macht es keinen Sinn bei den Prostituierten anzusetzen, sondern es sind die Freier, die den entsprechenden Markt schaffen. Hier müsste man auch ansetzen. Dies wäre nur durch Sozialstudien und anonyme Befragungen möglich. Eine französische Mathematikerin, die als Prostituierte tätig war und ausgestiegen ist, sagte sinngemäß dazu. Die Freier genießen das Machtverhältnis, welches sich aus der Schutzlosigkeit der Frauen ergibt. Dies entspricht auch meiner Intuition.
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