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Frauenseminar 2013 der IV. Internationale in Amsterdam | Drucken |  E-Mail
Isabel Schneider   
14.09.2013
Feministische Aktivistinnen aus der Karibik, Belgien, Brasilien, Großbritannien, Dänemark, Frankreich, Deutschland, Italien, Mexiko, den Niederlanden, den Philippinien und aus Tunesien haben sich auf Initiative der IV. Internationale vom 13. bis 17. Juli 2013 im IIRE (International Institute for Research and Education, 1982 von Ernest Mandel gegründet) in Amsterdam getroffen.

Die Themenschwerpunkte waren pluraler Feminismus, islamischer Feminismus, Ökofeminismus und Sexismus, sexuelle Belästigung, sexualisierte Gewalt und Vergewaltigung in der Gesellschaft und selbst in den Organisationen der IV. Internationale.

Zu Beginn stellten die einzelnen Delegationen ihre Aktivitäten vor, berichteten über die Lage der Frauen in ihren Ländern und die Kämpfe der Frauen.
Pluraler Feminismus
Das Thema „pluraler Feminismus“ beschäftigte sich mit den unterschiedlichen Ausgangspunkten des Kampfes um die Emanzipation der Frauen in Abhängigkeit von sozialer, ethnischer und nationaler Herkunft und Lage.
Islamischer Feminismus
Es folgte ein Vortrag zum Thema „islamischer Feminismus“, einer Richtung des Islam. Hier entzündeten sich die tiefsten Kontroversen. Eine Teilnehmerin aus Tunesien wies erzürnt darauf hin, dass diese Richtung bezeichnenderweise nur in der Emigration aus Ländern mit einer islamischen Bevölkerungsmehrheit entstanden ist. Islamischer Feminismus habe sich also in westlichen bürgerlichen Demokratien entwickelt. Sie sah es als völlig kontraproduktiv an, in einem Land wie zum Beispiel Ägypten, in dem insbesondere Frauen alltäglich Repressalien durch Islamisten erfahren, einen islamischen Feminismus zu propagieren. Es wurde auf die Forderung der Trennung von Staat und Religion verwiesen.
Ökofeminismus
Der Ökofeminismus betont die besondere Betroffenheit von Frauen durch die Umweltzerstörung. Im Süden produzieren Frauen als Folge der geschlechtlichen Arbeitsverteilung 80 % der Nahrungsmittel. Nahrungsmittelsouveränität, Biodiversität und die Verfügbarkeit des Ackerlandes müssen gegen die Umweltzerstörung der Agrarkonzerne und des Staates verteidigt werden. Einige Teilnehmerinnen halten im Hinblick auf die Ernährung der Weltbevölkerung eine Revolution in der Produktion der Nahrungsmittel für erforderlich.
Sexismus und Gewalt gegen Frauen
Die größte persönliche Betroffenheit und sogar Tränen rief das Thema Gewalt gegen Frauen und Diskriminierung von Frauen auch in den sozialistischen Organisationen hervor. Frauen wurden durch Gleichgültigkeit, mangelnde Solidarität, Schuldzuweisung an die Opfer, Verstöße gegen die Gleichheitsprinzipien, weil die Täter als wichtiger für die Organisation als die Opfer angesehen wurden, bitter enttäuscht. Instrumente gegen Diskriminierung und Sexismus, wie zum Beispiel Gremien zur Mediation, erwiesen sich als wirkungslos und sogar als kontraproduktiv.

Einige Genossinnen zogen daraus den Schluss, sich in Zukunft mit Hilfe des bürgerlichen Rechts zu wehren. Dies setzt jedoch zumindest die rechtliche Gleichstellung der Frauen voraus, die bekanntlich in vielen Ländern der Welt nicht erreicht ist. Aus der Debatte und den verschiedenen Berichten habe ich den Schluss gezogen, dass das erfolgreichste Mittel gegen Diskriminierung und Sexismus die Verbindung eines gesellschaftlichen Kampfes für die sozialen Belange der Frauen mit der innerorganisatorischen Auseinandersetzung ist.
Solidaritätserklärungen
Am Schluss verabschiedete die Versammlung Solidaritätsresolutionen mit dem Kampf der ägyptischen Frauen und gegen die Ermordung einer philippinischen Aktivistin.


Links:

Solidaritätserklärung zum Gedenken an Venecia Inday Natingga

Solidarität mit den ägyptischen Frauen!

Link zum IIRE
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