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Frauen-Kurzmeldungen Mai 2013 | Drucken |  E-Mail
Barbara Schulz   
11.06.2013
Frauen-Kurzmeldungen Mai 2013

Stiftung

Mit dieser Meldung können wir wohl unsere Berichte über Malala beenden. Das Mädchen (Avanti 203 und 207) hat seine schweren Verletzungen, die ihm bei einem Talibanüberfall zugefügt wurden, wohl einigermaßen überstanden. Nun macht Malala mit einem Hilfsfond, den sie der Schauspielerin Angelina Jolie und zwei Frauenstiftungen verdankt, die Ausbildung von 40 Mädchen möglich. Die etwa 35.000 Euro sollen den Schulbesuch erleichtern. Die Handlungen der 15-jährigen Malala sind abhängig von der Unterstützung, die sie bekommt. Aber sie ist ein Beispiel, ein Mensch, dessen Mut beispielhaft ist. Und solche Beispiele brauchen wir!

Sexuelle Gewalt und Krieg

Schon mehrfach haben wir darauf hingewiesen, welche Rolle sexuelle Gewalt in Kriegsgebieten spielt. Jetzt haben die G-8-Staaten sich hinter die Initiative des britischen Außenministers Hague gestellt. Sie haben sich darauf geeinigt, „einen internationalen Rahmen zur Untersuchung und Verfolgung sexueller Kriegsgewalt zu schaffen“ (TAZ 14.3.13). So soll es in Friedensverträgen keine Amnestie für sexuelle Kriegsverbrechen geben. Das liest sich sehr schön und ein wenig Hoffnung, dass sich das Bewusstsein ändern könnte, kommt auf.

Monika Hauser, 2008 mit dem alternativen Nobelpreis ausgezeichnet, Gründerin von medica mondiale, beschäftigt sich mit den Traumata der Frauen. Sie erinnert an die Vergewaltigungen im Zweiten Weltkrieg, an die von vielen Frauen erlittene sexuelle Gewalt, die niemals aufgearbeitet wurde. Wie notwendig eine Bearbeitung dieser Geschehnisse wäre, zeigt, wie sie nachwirken. Mensch spricht von „transgenerationeller Traumatisierung“. Die Kriegsgeneration des Zweiten Weltkrieges hat ihre Täter- und Opfergeschichte nicht aufarbeiten können. „Vielmehr war die Erinnerungskultur nach dem Krieg in beiden Staaten mit zahllosen Entlastungen verbunden.“ (Monika Hauser)

Beschlüsse, wie sie von den Außenministern gefasst wurden, müssten breit diskutiert werden, damit das Bewusstsein geschärft wird: Gewalt, und besonders sexuelle Gewalt, zerstört!

Erwerbsarbeit und Familie

Laut einer Forsa-Studie im Auftrag der Zeitschrift „Eltern“ hat eine Mehrheit der Befragten das Bedürfnis nach mehr Zeit für die Familie. So wird ein Modell gewünscht, das eine 30-Stundenwoche für beide Partner vorsieht. 38% wünschten sich derartige Teilzeitstellen, allerdings meinte ein großer Teil auch, dass dann das Einkommen nicht ausreichen würde.

Elternzeit wird von vielen Frauen als Karrierebremse gesehen, ebenso wie Teilzeit.

Wenn zum 1.August 2013 der Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für die Ein- bis Dreijährigen kommt, wird die Diskussion hoffentlich erneut aufbrechen. Ein Vollzeitjob, so wie er gegenwärtig ausgefüllt werden müsste, kollidiert zwangsläufig mit der Kleinkindbetreuung. Der Rechtsanspruch garantiert keine Vollzeitbetreuung. Wie eine Klagewelle ausgehen wird, ist kaum abschätzbar. Denn der Anspruch prallt an den Realitäten ab. Arbeitgeberpräsident Hundt möchte die Elternzeit beschränken; er möchte derzeit viele Vollzeit arbeitende Frauen. Aber da muss sich „die Wirtschaft“ noch was einfallen lassen. Jedenfalls nicht den Ausbau der Anforderung an seine Arbeitnehmer, ständig erreichbar zu sein. Statistisch gesehen, ist ein Drittel der Arbeitnehmer immer in Rufbereitschaft!

 Menschenhandel

Gibt es Menschenhandel in der Bundesrepublik Deutschland? In der EU ist er nicht nur da, er hat sich sogar noch verstärkt! Opfer von Menschenhandel finden wir vor allem als Prostituierte und als Zwangsarbeiter. Eine offizielle Studie der EU spricht von einer Steigerung der Opferzahlen von 2008 bis 2010 um 18 Prozent, die Zahl der verurteilten Menschenhändler dagegen ist gesunken. Von den 23.623 in der Studie registrierten Opfern sind 68 Prozent Frauen, 12 Prozent Mädchen, 17 Prozent Männer und 3 Prozent Jungen. Neben dem Zwang zur Arbeit werden auch einige Opfer des Organhandels, d.h. sie werden zur Organspende gezwungen. 61 Prozent der Opfer stammen aus EU-Ländern, vorwiegend Bulgarien und Rumänien, andere aus Afrika oder Südamerika.

Neben diesen aufgedeckten Fällen muss mensch mit einer hohen Dunkelziffer rechnen.

Wer fürchtet sich vor… der Quote?

Disziplin ist das oberste Gebot, wenn im Bundestag abgestimmt wird und die regierende Koalition eine Niederlage erleiden könnte. Um die Quotenregelung in Aufsichtsräten und Vorständen von börsennotierten und mitbestimmten Unternehmen gab es im Vorfeld einen beeindruckenden Eiertanz. So sieht der Vorschlag der SPD ab 2015 vor eine Quote von 40 Prozent, die 2023 erreicht sein soll, beginnend mit diesem Jahr bei Neubesetzungen mit 30 bzw. 20 Prozent. Die Grünen und der Bundesrat haben leicht abweichende Vorstellungen, aber alle wollen sie die verpflichtende Quote.

Immerhin war z.B. Frau von der Leyen mit einigen anderen CDU-Frauen für die Verbindlichkeit. Aber das hat alle Wirtschaftsliberalen so aufgeregt, dass die Koalition auf dem Spiele stand - wenige Monate vor den Wahlen! Nun wurden die unwilligen Abweichlerinnen mit einem Kompromiss abgefangen. Das Wahlprogramm der CDU soll eine Quote - Flexiquote - vorsehen, wenn aber bis 2020 keine 30 Prozent Frauen vertreten sind, dann wird eine wahrhaftige Quote durchgesetzt.

Jetzt haben die entsprechenden Unternehmen Zeit, die Frauenförderung zu forcieren. Mensch muss nicht für Quotierung sein, aber die Abwehrreaktionen der Patriarchen machen es vergnüglich, wider den Stachel zu löcken!

Wie zu erwarten, lehnten im Bundestag am 18.4.2013 320 Abgeordnete die verpflichtende Quote ab, 277 stimmten dafür, es gab eine Enthaltung.

 

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