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238 Seiten, 10,00 €
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Frauenmeldungen (10/2012) | Drucken |  E-Mail
Barbara Schulz   
28.10.2012

Ägypten
Hoda Salah, Politkwissenschaftlerin, bezeichnet die Frauen in Ägypten sowohl als Verliererinnen als auch als Gewinnerinnen, je nach Klasse und Herkunft, denn „die Ägypterin“ gibt es nicht. Auf der politischen Ebene sind sie Verliererinnen. So sind sie mit nur zwei Prozent im Parlament vertreten, die von Mubarak eingeführte Quote von 12 Prozent hat der Militärrat 2011 abgeschafft. Wenn mensch aber die „Politik von unten“ betrachtet, so sieht Hoda Salah einen Gewinn z.B. in den Beziehungen zwischen den Geschlechtern, aber auch im Wertewandel. Frauen, die sexuell gedemütigt werden, sprechen das jetzt eher offen aus. Die Gesellschaft ist für Frauenrechte sensibilisiert. Allgemein sieht Hoda Salah die Frauen zwar zurückgedrängt, aber sie sieht auch Voraussetzungen dafür, dass sie in vier Jahren Gewinnerinnen sein könnten. Aber dafür müssten sich die Frauen zusammenschließen, politische Bündnisse eingehen.
Für eine gewisse Veränderung spricht das Vorgehen gegen sexuelle Belästigung. Grabscher sind besonders aktiv in den Bairam- Feiertagen am Ende des Ramadan. Dann treten sie sogar bandenweise auf. In diesem Jahr haben sich Aktivisten gegen diese Belästigungen gestellt. So wurde eine Menschenkette gebildet und Transparente mit Slogans wie: „Alle ägyptischen Mädchen sind unsere Schwestern“ wurden hochgehalten. So ein Slogan mutet uns seltsam an, aber er knüpft an der Ehrvorstellung an, die Männer zum Schutz der Schwestern verpflichtet.
Aber immer noch ist es nicht die Kleidung, die die Männer „provoziert“, auch voll verschleierte Frauen werden im Wortsinn „angegriffen“. Die Verhältnisse sind zwiespältig.
Patriarchale Männer aller Couleur möchten die weibliche Sexualität      „regulieren“ und die „Reprodukionsfähigkeit“ überwachen. Das nimmt zuweilen groteske Züge an.
USA
Im Zusammenhang mit der Präsidentenwahl in den USA ist eine Diskussion aufgekommen, die in ihrer Frauenfeindlichkeit kaum zu überbieten ist. Todd Atkins, Republikaner, Vertreter Wisconsins im Repräsentantenhaus, vertritt die Meinung, ein absolutes Abtreibungsverbot sei begründbar. Indem er sich auf die Autorin Ayn Rand bezieht, vertritt er die Auffassung, ein Abtreibungsverbot müsse auch bei Inzest und Vergewaltigung gelten. Es gebe nämlich eine „legitime Vergewaltigung“. Eine Empfängnis könne nicht das Ergebnis von Gewalt sein, weil der Körper der Frau sich in diesem Falle weigere, Sperma zu den Eierstöcken zu lassen. Dieser Mechanismus lasse Schwangerschaft auf Grund von Gewalt nicht zu, die Frau müsse es also gewollt haben. Die Republikaner, die die Schwangerschaftsunterbrechung wieder unter verschärfte Strafen stellen wollen, sind allerdings auch ein wenig erschrocken, Romney will so weit denn doch nicht gehen.
Bundesrepublik Deutschland
I
Mitte August wurde in der Heeresfliegerwaffenschule Bückeburg eine Soldatin vergewaltigt, gefesselt und in einen Spind gesperrt. Der Wehrbeauftragte erklärte das für einen Einzelfall. Allerdings ging die Bundeswehr in den letzten fünf Jahren 400 Mal dem Verdacht auf ein sexuelles Vergehen nach. Die Dunkelziffer ist erfahrungsgemäß höher. In Bückeburg hofft mensch jetzt durch DNA-Spuren den Täter zu finden.
II
Der Versicherungskonzern Ergo hat Schlagzeilen geschrieben, weil er verdiente Vertreter mit einem Angebot von Prostituierten und Hostessen in der historischen Gellert-Therme in Budapest belohnte. Diese Art der Belohnung scheint zur Gewohnheit zu werden. Die Psychologin Bechtoldt erklärte das Verhalten aus dem sehr aggressiven Geschäft, dem „übersteigerten Selbstwertgefühl“ mancher Personen. Frauen können „eine Form der Provision darstellen, die mensch konsumieren kann“. Was für ein Gefühlsreichtum!
III
Die Stadt Bonn hat seit Anfang 2011 ein Sexsteuerticket für Strassenprostituierte eingeführt. Auf einem bestimmten Terrain zieht die Prostituierte ein Ticket aus einem Automaten, das ihr die Arbeit in diesem Bereich gestattet. Diese direkte Steuer ergab für 2011 immerhin 32.000 Euro.
Quote
Frauen in der Bundesrepublik haben ihren Anteil in leitenden Positionen von 2001 auf 2011 auf 30 Prozent gesteigert. In den Vorständen sind es allerdings nur 3 Prozent. Wie zu vermuten, bekommen weibliche Führungskräfte im Schnitt 21 Prozent weniger Geld als männliche. Eine Quote von 40 Prozent weiblicher Führungskräfte etwa in den Dax-­Unternehmen europaweit liegt wohl noch in weiter Ferne.

Die beiden unendlichen Geschichten Betreuungsgeld und Rente harren der Fortsetzung.

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