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Fiktives Kapital | Drucken |  E-Mail
Jakob Schäfer   
01.05.2012

Ein wesentlicher Grund für die Fehleinschätzung der Macht des Bankenkapitals und der Finanzmärkte liegt darin, dass dabei die dort gehandelten (Geld)beträge als reales Kapital angesehen werden und nicht als eine Doppelung des real existierenden Kapitals.

Aktien repräsentieren nur den (anteiligen) Anspruch auf künftige Gewinne, sie sind nicht das Kapital selbst (weder in der sachlichen Form der Produktionsmittel noch in der Geldform des zirkulierenden Kapitals). Die Aktie ist also nur die zweite Ausfertigung des realen Kapitals.
Eine andere Form fiktiven Kapitals existiert ohne direkte Verbindung zum Produktionsprozess, und zwar dort, wo Geld als Kredit für einen Vorgang gegeben wird, bei dem mit späteren Einnahmen gerechnet wird. Marx führt hier explizit den Staatskredit an.

„Das Kapital selbst ist aufgegessen, verausgabt vom Staat. (…) Nicht nur, daß die Summe, die dem Staat geliehen wurde, überhaupt nicht mehr existiert. Sie war überhaupt nie bestimmt, als Kapital verausgabt, angelegt zu werden, und nur durch ihre Anlage als Kapital hätte sie in einen sich erhaltenden Wert verwandelt werden können.“ (MEW 25, S. 482-483)
Wer nun nicht dem Fetischcharakter des fiktiven Kapitals erliegen will, sollte bedenken:
„Die Form des zinstragenden Kapitals bringt es mit sich, daß jede bestimmte und regelmäßige Geldrevenue als Zins eines Kapitals erscheint, sie mag aus einem Kapital entspringen oder nicht. (…) Ebenso erscheint mit dem zinstragenden Kapital jede Wertsumme als Kapital, sobald sie nicht als Revenue verausgabt wird.“ (MEW 25, S. 482).

Mit anderen Worten: Nur weil die verschiedenen Formen des fiktiven Kapitals (Aktien und vor allem Derivate etc.) auf den Finanzmärkten eigenständig gehandelt werden, sind sie noch lange kein real fungierendes Kapital, das durch seine Verwertung neue Werte (und damit Mehrwert) schafft.

Auch das zinstragende Kapital hat nur den Anschein von Geld als selbständig wachsendem Wert. Marx:
„Aller Zusammenhang mit dem wirklichen Verwertungsprozeß des Kapitals geht so bis auf die letzte Spur verloren, und die Vorstellung vom Kapital als einem sich durch sich selbst verwertenden Automaten befestigt sich.“ (MEW 25, S. 484)

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