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Frauen in Bewegung (01/2012) | Drucken |  E-Mail
Barbara Schulz   
01.01.2012

Eine unendliche Geschichte
Wieder und wieder müssen wir uns der Frage der Kitaplätze widmen. 2013 gilt der Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für die Ein- bis Dreijährigen. Für 35 % von ihnen soll ein Platz vorhanden sein, aber mensch zweifelt, ob der Anspruch erfüllbar ist. Erwartet wird, dass für mehr als 35 % der Kinder ein Anspruch angemeldet wird. Um das Ganze noch delikater zu machen, will insbesondere die CDU Eltern, die keinen Anspruch geltend machen, ein Betreuungsgeld von 100, später 150 Euro zahlen. Allerdings würde diese „Herdprämie“ für Hartz IV Empfangende nicht gezahlt. Es sind nicht mal die Sachleistungsgutscheine vorgesehen, die diese Kinder für ihre Bildung erhalten. Selbst Frauen in der CDU halten das Betreuungsgeld für nicht zeitgemäß und für einen Rückfall in die Familienpolitik der 50er Jahre. Da es Frauen von der Erwerbstätigkeit abhält und so die Altersarmut der Frauen verstärkt, wird erwogen, die Erziehungszeit, die auf die Rente angerechnet wird, auf drei Jahre zu erweitern. Nun hält selbst die OECD die frühkindliche Förderung und die Gleichstellung der Frauen für die erfolgreichste Familienpolitik.

Aber Folgendes wird als eine Meldung herausgegeben: Von 2008 bis 2010 stieg die Zahl der Erzieher um ein Viertel! 2008 gab es 7980 männliche Fachkräfte, 2010 schon 9979. Erstaunlich exakt – sie verkörpern einen Gesamtanteil von 2,7 Prozent – zwei Komma sieben Prozent.
Noch eine unendliche Geschichte
Je weniger das geborene Leben Schutz genießt, desto heftiger wird das Ungeborene verteidigt – vom Zeitpunkt der Empfängnis. In Mexiko gelten in den meisten Bundesstaaten restriktive Abtreibungsgesetze. Allein in Mexiko-Stadt ist Abtreibung bis zur zwölften Woche legal. Selbst nach Vergewaltigungen – und Statistiken sprechen von 450 000 Opfern im Jahr – wird häufig der Abbruch verweigert, sodass eine Zehnjährige nach einer Vergewaltigung ihr Kind austragen musste. Amnesty International spricht in diesem Zusammenhang von einer gravierenden Menschenrechtsverletzung.

In Brasilien unterschrieb die jetzige Präsidentin Rousseff vor dem zweiten Wahlgang, dass sie keinen Gesetzentwurf zur Liberalisierung der Abtreibungsgesetze einbringen würde. Ihr Gegenkandidat hatte mit der Bibel in der Hand agitiert. Dabei beträgt die Zahl der illegalen Abtreibungen schätzungsweise 800 000 im Jahr. Eine Studie der Universität von Brasilia von 2010 gibt an, dass jede fünfte Frau in Brasilien abgetrieben hat. Wer allerdings in einer privaten Klinik abtreibt, muss nicht mit Strafe rechnen.
Venezuela hat eine große Anzahl von Teenagerschwangerschaften, 2009 waren 20 % der Gebärenden 10 bis 18 Jahre alt. Hugo Chávez ist aber gegen eine Legalisierung von Abbrüchen. 2008 verkündigte er: „Ihr mögt mich für konservativ halten, aber mit Abtreibung bin ich nicht einverstanden. Wenn ein Kind mit einem Problem zur Welt kommt, muss man ihm Liebe geben“. Dem letzten Satz ist zuzustimmen, aber darum allein geht ja nicht!
(Fortsetzung folgt)
Auszeichnung
Für „ihren gewaltlosen Kampf für die Sicherheit von Frauen und für das Recht der Frauen auf Teilnahme an der Arbeit, Frieden zu schaffen“ wurden drei Frauen mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Welch Aufgaben für Frauen!

Ellen Johnson Sirleaf, Präsidentin Liberias, (gerade nicht unumstritten wieder gewählt) hat immerhin den Warlord Charles Taylor abgelöst und Anfänge einer Liberalisierung geschaffen. Ihre Landsfrau Leyman Gbowee hat eine überkonfessionelle Friedensbewegung organisiert. Frauenrechtlerinnen sind beide sicher nicht. Die Jemenitin Tawakkul Karman ist eher eine Konservative, aber sie ist eine Kämpferin gegen die Autokratie Salehs. So kämpfte sie gegen die Herabsetzung des Heiratsalters für Mädchen, sie trägt Kopftuch, nicht Niqab, und wurde bedroht und inhaftiert.

Die feierliche Preisverleihung zeigte drei selbstbewusste Frauen, die Liberianerinnen in traditioneller farbenfroher Kleidung, die Jemenitin in traditionellem Schwarz mit einem farbigen Kopftuch – einfach eine mutige, selbstbewusste, schöne Frau!
Bei aller Skepsis die Begründung für den Preis betreffend, erreicht er zumindest, dass Frauen sichtbar werden.
Tunesien
Im unabhängigen Tunesien sind die Frauen seit Bourguiba den Männern rechtlich gleichgestellt, so haben sie freien Zugang zu Schule und Universität.

Für die Wahlen zur Verfassungsgebenden Versammlung für das veränderte Tunesien gab es paritätische Wahllisten, 1428 Listen mit insgesamt 10 937 kandidierenden Männern und Frauen. Aber nur 292 Frauen führten die Listen an, bei der En-Nahda war es nur eine einzige. (Die Zahlen variieren, aber die Unterschiede sind nicht gravierend).So kamen nur 29 Frauen in die parlamentarische Vertretung, das sind aber immerhin 23 % der 217 Vertreter­Innen. Da die En-Nahda (Wiedergeburt) 89 Sitze erhielt, wird eine Einschränkung der Frauenrechte befürchtet. Ghannouchi aber sagt, er will ein Land, „in dem die Rechte Gottes, des Propheten, der Frauen, der Männer, der Religiösen und der Nichtreligiösen gesichert sind“. Ob das gelingt? 

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