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Frauen in Bewegung (03/2011) | Drucken |  E-Mail
B.S.   
01.03.2011

Frauen in Marokko
Marokkos König Mohamed VI. erscheint in manchen Bereichen durchaus fortschrittlich. 2002 bekam das Land mit der Reform der Moudawana das wahrscheinlich modernste Familienrecht der arabischen Welt. Frauen sind bei Heirat und Scheidung gleichberechtigt, das Heiratsalter wurde auf 18 Jahre festlegt, die Vielehe eingeschränkt. Nicht gelöst sind ökonomische Probleme. Beim Erbrecht bleibt den Männern zumeist der größere Brocken, wegen ihrer „Verpflichtungen gegenüber der Familie“! Gewalt in der Ehe/Familie ist ein großes Problem. Frauen sind zu einem großen Teil nicht alphabetisiert, sie kennen die Gesetze nicht. Wenn sie der Gewalt entrinnen wollen, bedürfen sie der Hilfe, die sie im Centre d‘écoute („Empfangszentrum“) finden. Die Liga für die Rechte der Frauen beherbergt in einem etwas außerhalb von Casa­blanca gelegenen Anwesen, das gesichert ist, Frauen mit ihren Kindern, die den Bedrohungen durch Männer entkommen sind. Hier lernen sie auch schreiben und lesen, einige auch Französisch.

Die Bewegung der Frauen reicht von laizistischen Feministinnen über solche, die den Islam neu interpretieren, bis zu Vertreterinnen der PJD (Partei der Gerechtigkeit und der Entwicklung), einer islamistisch orientierten Partei. Sie stellt sechs weibliche Abgeordnete von den 34 im Parlament mit seinen 325 Sitzen. In der Bewegung der Frauen wird das modernisierte Gesetz, dem die PJD im Parlament zugestimmt hat, kritisch gesehen. Die Scheidungsrate wird ebenso kritisch betrachtet wie das Heiratsalter der Mädchen. Eine 17-Jährige sei doch nicht wirklich minderjährig. Und Frau vertraut auf Gottes Gerechtigkeit, was auch immer das in diesem Zusammenhang heißt.
Marokko zeigt, dass sich vor dem Hintergrund einer fortschrittlicheren Gesetzgebung etwas entwickeln kann. Aber es bedarf des langen Atems. Es zeigt aber auch, dass immer die Initiative der Frauen notwendig ist, um etwas zu bewegen.
Frauen im Iran
Im Iran wird versucht, die Reste der Frauenbewegung zu liquidieren oder zumindest zu isolieren. Am 29.1.2011 wurde Zahra Bahrami hingerichtet wegen „Feindschaft gegen Gott“ und „Gefährdung der nationalen Sicherheit“. Sie war 45 Jahre alt und niederländische Staatsangehörige, sie hatte an Protestdemonstrationen teilgenommen. 60 Frauen verbüßen eine Strafe als politische Gefangene, andere sind auf Kaution frei, viele sind ins Exil gegangen. Im Dezember 2010 wurden zwei Frauen zu sechs Monaten Haft verurteilt, weil sie sich für die Kampagne „Gleichheit von Frauen und Männern vor dem Gesetz“ eingesetzt hatten. Die Kampagne, mit der eine Million Unterschriften gesammelt werden sollte, wurde eingestellt, weil die Repression zu stark war.

Das alles steht vor dem Hintergrund der Äußerung des oberste Kommandanten der Revolutionswächter, General Mohammad Jafari, der meint, für die Islamische Republik sei „der innere Feind gefährlicher als der äußere.“ Die Bedrohung kommt von der Zivilgesellschaft, der Reformbewegung, das heißt auch der Frauenbewegung. Deren Protagonistinnen befinden sich vermehrt im Ausland, weil sie um ihr Leben fürchten müssen. Aber dennoch: Es gibt noch das „Feuer unter der Asche“!

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