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Frauen in der ägyptischen Revolution | Drucken |  E-Mail
Barbara Schulz   
01.03.2011

Bei der Kontrollstelle der Frauen, die zu den Protestierenden auf den Tahrirplatz wollten, standen nebeneinander drei Frauen, eine mit Gesichtsschleier, eine andere in Jeans und mit einer Lockenfrisur, die dritte mit einem Kopftuch in den Landesfarben.

Offensichtlich konnten sie miteinander handeln! Unter den Pro­testierenden befanden sich zeitweise bis zu 50 % Frauen, generell waren es wohl mindestens 20 %. Bei politischen Manifestationen waren gewöhnlich kaum 10 % der Agierenden weiblich. Die Frauen selbst erwähnen eine beeindruckende Veränderung, es gab keinerlei sexuelle Belästigung. Wenn aber die Polizeikräfte zuschlugen, dann besonders rücksichtslos gegen Frauen, und sie versuchten Frauen durch sexuelle Übergriffe einzuschüchtern. In einer Gesellschaft, in der die ökonomische Lage es sehr erschwert zu heiraten, in der auch deshalb Belästigungen in der Enge von Bussen, im Gedränge durchaus üblich waren, ist das schon bedeutend. Unter der Parole: „Eine Hand“ zeigte sich eine neue Einheit: Wir sind unterschiedlich, aber wir agieren gemeinsam.
Bewegung unter den Frauen
Es bedeutet schon etwas, wenn eine Journalistin wie Shahira Amira das Staatsfernsehen verlässt, weil sie die zensierten Berichte nicht weitergeben will, und sich den Revoltierenden anschließt. Unter den Frauen ist auch Nawal El Saadam, Ärztin und Schriftstellerin, fast 80-jährig, eine der bekanntesten Aktivistinnen Ägyptens. Sie ist stolz auf die Bewegung, die alle Teile der Bevölkerung umfasst. Viele studierte Frauen, die Forderungen an das Leben stellen, sind stolz auf ihr Engagement. Sich emanzipierend wollen sie das Land mitgestalten.

Dass Frauen Erwerbsarbeit leisten, ist schon deshalb verbreitet, weil sie für den Unterhalt der Familien sorgen müssen.
Dieser Aufbruch der Frauen geschieht vor dem Hintergrund, dass die überwiegende Zahl der ägyptischen Frauen unter der Gewalt der weiblichen Genitalverstümmelung gelitten hat. Eine andere Seite des Geschehens ist aber auch die hohe Rate des Analphabetismus unter den Frauen, die die 50 %-Rate wohl übersteigt. Wir sollten nicht vergessen, dass wir nur wenig wissen über die Frauen auf dem Lande, die in traditionelle Strukturen eingebunden sind.

Dennoch sind wir zuversichtlich, dass manches von den gelebten Gemeinsamkeiten des Aufbruchs ins Alltagsleben übertragen wird.

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