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100 Jahre Internationaler Frauentag | Drucken |  E-Mail
Barbara Schulz   
01.03.2011

In dem Liede der Frauenbewegung „Brot und Rosen“ (1912 USA) heißt es am Schluss: „Her mit dem ganzen Leben: Brot und Rosen.“ Für den UN-Tag 8. März 2011 heißt das Motto: „Gleicher Zugang zu Bildung, Ausbildung, Wissenschaft und Technik: Weg zu menschenwürdiger Arbeit“.

Ist doch ein bisschen blutleer, und skandieren kann mensch das auch nicht! So werden beispielhaft in Hamburg in diesem Jahr am 8. März um 10 Uhr „die Türen des Hamburger Rathauses für Frauen und ihre Diskussionen, Veranstaltungen und Empfänge geöffnet“. Und: „Bitte Personalausweis mitbringen“; mensch ist im Bannbereich! Von 15:30 bis 18:00 Uhr können Menschen mit einer Einladung an einem Senatsempfang teilnehmen. Am frühen Abend ist eine Demonstration mit dem Motto: „Wir kämpfen weiter“ vor allem von Migrant­Innen geplant.

Schon 1858 demonstrierten Tabak- und Textilarbeiterinnen in Manhattan. Der erste Frauentag 1909 in den USA war ein Erfolg, Sozialistinnen und Bürgerliche, die für das Wahlrecht eintraten, agierten gemeinsam. Die Idee wurde von der US-Amerikanerin May Wood Simons nach Kopenhagen getragen, wo im August 1910 die Sozialistinnen Clara Zetkin und Käte Duncker sich für einen Antrag einsetzten, der die sozialistischen Frauen aller Länder zu einem Frauentag aufforderte, der „in erster Linie der Agitation für das Frauenwahlrecht“ dienen sollte. So wurde der erste Frauentag am 19. März 1911 in Deutschland, Dänemark, Österreich-Ungarn, der Schweiz und USA gefeiert.

Das war in Deutschland ein Erfolg für die sozialdemokratische Partei, die seit 1900 das Wahlrecht für Frauen forderte. So forcierte sie für 1912 gegen manche Einwände diesen Tag, der sich dann etablierte. Mit dem 12. November 1918 wurde durch die Provisorische Regierung „das freie, geheime, aktive und passive Wahlrecht für Männer und Frauen über 20 Jahre“ verkündet. Die Vorkriegsforderung war erfüllt.

In St. Petersburg hatten am 8. März 1917 (23. Februar des alten Kalenders) Arbeiter- und Soldatenfrauen, ja selbst Bäuerinnen durch Streik und Demonstration die Februarrevolution mit ausgelöst.

Die Zweite Internationale Konferenz Kommunistischer Frauen erklärte auf Vorschlag der bulgarischen Delegation den 8. März zum Gedenktag – Frauentag. Andere meinen, es sei Lenin gewesen, der dem Ansinnen Alexandra Kollontais gefolgt sei und den 8.März 1921 zum Internationalen Frauentag erklärte. Wir begehen also in diesem Jahr den 8. März zum 90. Mal!

In Deutschland gab es für die Jahre 1933 – 1945 ein Verbot dieser sozialistischen und kommunistischen „Machenschaften“, das mit kleinen Aktionen unterlaufen wurde.1946 etablierte die Sowjetunion für ihr Besatzungsgebiet den 8. März wieder, die Sozialdemokratie versuchte es im Westen ebenfalls. Aber er verlor seine Spezifikation und wurde verbreitert auf die Themen Frieden und Abrüstung.

Erst mit der neuen Frauenbewegung der siebziger Jahre gewann der Frauentag seinen Bezug auf die Frauen zurück, flaute aber mit dem Rückgang der Bewegung auch ab. Aber die Generalversammlung der Vereinten Nationen beschloss im Dezember 1977 die Anerkennung des 8. März als Internationalen Frauentag.

Zu Beginn der neunziger Jahre lebte der Frauentag wieder auf und wurde auf unterschiedliche Weise begangen, 1994 etwa mit einem Frauenstreiktag, der aber nicht sehr überzeugend ausfiel. Manche Veranstaltungen fanden im Saale statt.

Weltweit sieht es etwas anders aus. In 25 Ländern ist der 8. März gesetzlicher Feiertag, auch in Russland. In China haben Frauen nachmittags arbeitsfrei, wie auch immer sie das durchsetzen. Aber der Tag lebt immer wieder auf. Als vor etwa 10 Jahren die Frauen Afghanistans voller Hoffnung auf eine Verbesserung ihres Lebens waren, gab es Feierlichkeiten zu 8. März.

Brauchen wir einen solchen Tag, oder sollten wir „diesen gönnerhaften 8. März“ (Alice Schwarzer) nicht endlich abschaffen? Das Wahlrecht haben wir ja. Aber haben wir Emanzipation, Geschlechtergerechtigkeit, löst Gender-Mainstreaming unsere Probleme?
Noch einige beispielhafte Forderungen:

  • Gleicher Lohn für gleiche Arbeit
  • Gesellschaftliche Gleichstellung in Beruf und Familie
  • Schutz vor Gewalt
  • Abschaffung des § 218

Und noch manch anderes. Also: Die Forderung nach Brot und Rosen halten wir aufrecht!

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