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In Stuttgart und Berlin demonstrierten nach Angaben des bundesweiten Bündnisses Wir zahlen nicht für eure Krise jeweils 20 000 Menschen. In Berlin ging das Konzept der Polizei auf, das Presseecho über den Aufzug mit eigenen Inhalten zu dominieren. Gemessen an der Pünktlichkeit muss einem Großteil der TeilnehmerInnen der Anlass der Demonstration enorm unter den Nägeln gebrannt haben. Der Platz vor dem Roten Rathaus war nämlich schon eine halbe Stunde vor Beginn der Auftaktkundgebung um 12 Uhr gut gefüllt. Ob in Berlin aber tatsächlich die 20 000 zusammenkamen, darf bezweifelt werden. Eher waren es 5 000 weniger. Der kämpferischen Stimmung tat das aber keinen Abbruch. Auf der Auftaktkundgebung sagte Mustafa Efe, von der Alternative bei Daimler in Marienfelde, gegen den ein Ausschlussverfahren aus der IGM läuft: „Nach dem die Wahlen in NRW vorbei sind, holen Merkel & Co. nun den Sparhammer und die Folterinstrumente heraus. Es kann nicht sein, dass wir Beschäftigten uns kaputt arbeiten und andererseits Millionen ohne Arbeit sind. Deshalb sollte die Arbeit auf alle verteilt werden und zwar bei vollem Lohnausgleich!“ Efe schätzte ein, dass sich die Unternehmen mit der Kurzarbeit noch mehr Gewinne verschafft hätten. In seinem Werk würden Taktzeiten und Stückzahlen erhöht, während gleichzeitig offiziell Kurzarbeit läuft. Er forderte: „Nicht nur in Griechenland, sondern auch in Deutschland brauchen wir einen Generalstreik!“ Das quittierte das Publikum mit tosendem Applaus. Andere RednerInnen betonten die Solidarität mit den Protesten in Griechenland. Obwohl die Linken an diesem vernieselten Samstagnachmittag größtenteils unter sich blieben, zeigte sich dennoch eine Bandbreite der politischen Stoßrichtungen. Während der „Antikapitalistische Block“ untermalt durch Michael Jacksons „Thriller“ mit dem Banner: „Show an undead system how to die“ demonstrierte, schmückte den Block der Partei Die Linke die Forderung „Steuererhöhung für die Krisengewinnler – Verursacher zur Kasse.“ Der RSB forderte weiß auf blau: „Finanzsektor enteignen“. Außerdem stellte z. B. noch ver.di Berlin und Attac Demoblöcke sowie unzählige linke Initiativen und Organisationen. Diffamierungskampagne Zu einem Zwischenfall kam es in der Nähe des Rosenthaler Platzes. Nachdem die Polizei die Demonstration massiv bedrängte, entzündete sich ein Knallkörper in deren Nähe. Dies nahm sie zum Anlass, einzelne TeilnehmerInnen einzukesseln. Die Situation konnte von besonnenen DemonstrantInnen aber gelöst werden, indem wiederum die Polizei eingekesselt wurde; diese zog sich zurück. Die Polizei gab an die Presse heraus, dass es sich um einen Anschlag mit einer mit Nägeln befüllten „Splitterbombe“ gehandelt hätte, die die Montur von zwei Polizisten durchschlug. Die bürgerliche Presse nahm diese Version ungeprüft und dankbar an und fokussierte ihre Berichterstattung über die Demo darauf. Ein Video bei Youtube belegt aber, dass es sich hierbei weder um eine Bombe noch um herumfliegende Nägel gehandelt haben kann. Die aufnehmende Person steht unbehelligt direkt neben dem Feuerwerkskörper, als er hochgeht. Das Verhalten der Polizei kann nur als Versuch gewertet werden, die Demonstration zu diffamieren und dazu provozierende Situationen vorsätzlich herbeigeführt zu haben. Während der Abschlusskundgebung zogen so genannte „Beweissicherungs- und Festnahmeeinheiten“ in Kampfmontur herum und nahmen willkürliche Verhaftungen vor. Laut Augenzeugen ging die Polizei dabei auch gegen einen Vater vor, den sie gewaltsam von seinen schreienden Kindern entriss. In dieser aufgeheizten Situation ließen die VeranstalterInnen die Abschlusskundgebung trotzdem weiterlaufen. Paula Rausch vom Berliner Bildungsstreikbündnis betonte in ihrer Rede: „Wir müssen Druck aufbauen und die gesellschaftlichen Kräfteverhältnisse ändern. Wir brauchen starke Proteste, wir brauchen Streiks und zwar nicht nur an den Schulen und Unis, sondern auch in den Betrieben. In Griechenland und Südeuropa gibt es Aufstände und Generalstreiks – jetzt ist es an der Zeit, dass auch die Gewerkschaften Widerstand organisieren“. Youtube-Video Link: http://tinyurl.com/demo120610
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