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Zwischen Nationalkonservatismus und Autonomen Nationalisten | Drucken |  E-Mail
Alexander P.   
01.05.2010

Wer sich heutzutage mit den Strategien und Taktiken der Nazis auseinandersetzt, wird sich einem abstrakten Wirrwarr aus nationalkonservativer Biedermannspolitik, pseudo-antikapitalistischer Rhetorik, rechten schwarzen Blöcken und natürlich altbekannter Straßenschlägermethoden gegenübersehen.  Verbindendes Element hierbei ist allerdings die ideologische Komponente des „Ethnopluralismus“.

Diese Ideologie stellt heute i.d.R. die programmatische Grundlage der neuen Rechten da und postuliert im Gegensatz zum klassischen Rassismus keine rassische Überlegenheit mehr, sondern eine Welt von völlig unabhängigen Nationalstaaten, die dem Primat einer völligen ethnischen und kulturellen Homogenität unterliegen. Ergänzt wird dies oft durch eine autoritäre und kleinbürgerliche Vorstellung eines nationalen, völkischen „Sozialismus“, der jegliche Klassenverhältnisse konsequent leugnet und ihnen stattdessen das Konstrukt einer historisch und kulturell gewachsenen Volksgemeinschaft entgegenstellt. Selbstverständlich unterscheidet sich dies in der Realität kaum vom klassischen Rassismus, denn ob Migrant­Innen aufgrund ihrer biologischen Ethnie oder ihrer „fremden“ Kultur verfolgt und angegriffen werden, läuft absolut auf das gleiche hinaus. Es ist wohl auch keiner Erwähnung wert, dass sich dieses Modell meist lediglich auf die westlichen, europäischen Staaten mit vornehmend weißer Bevölkerung bezieht, nicht etwa auf afrikanische oder lateinamerikanische Länder.

Das Entscheidende hierbei ist jedoch, dass diese ideologische Grundlage den Nazis ermöglicht, ihre menschenverachtende Propaganda auf eine viel zeitgemäßere Art und Weise zu verbreiten, als man es vor 20 Jahren gewohnt war. Sie verbindet außerdem gleichermaßen Vorstellungen biederer Rechtskonservativer und junger, militanter Faschisten aus der Szene der „Freien Kameradschaften“, Anti-Antifa-Gruppen und / oder Autonomer Nationalisten. Es wäre auch fatal anzunehmen, dass diese Dinge voneinander getrennt wären. Nur weil bekannte NPD-Politiker im Fernsehen die braven Familienväter mimen, bedeutet das noch lange nicht, dass sie diese militanten Gruppen nicht verdeckt mit Geld oder anderen, gefährlicheren Dingen unterstützen, wie die Arbeit von Antifa-Recherche-Teams des Öfteren bewiesen hat. Diese Vermischung einer neuen rechten Jugendkultur mit modischer Kleidung (à la Thor Steinar), Graffitis und Ähnlichem mit einer spießbürgerlich auftretenden Partei gibt den modernen Nazis die Möglichkeit ihre Bemühungen an den verschiedensten Fronten viel besser zu koordinieren, als früher.

Für eine antikapitalistische Linke und besonders für uns als revolutionäre Marxist­Innen kann das nur heißen, dass wir uns nicht mit ein paar warmen Worten begnügen können, um diesem Problem zu begegnen. Die erfolgreichen Blockaden in Dresden am 13. Februar und auch viele andere Beispiele zeigen, dass handfester Widerstand gegen Nazis mehr als erfolgreich und wirksam sein kann, wenn man sich nicht, wie die meisten bürgerlichen Kräfte mit ausdruckslosen Reden auf symbolischen Demokratiemeilen, Kilometer vom eigentlichen Geschehen entfernt, bei Bier und Bockwurst vergnügt. Naziaufmärsche müssen gestört, blockiert und verhindert werden, mit allen Mitteln, die dafür notwendig sind. Gleichzeitig können wir es dabei aber auch nicht belassen. Wir müssen die Nazis nicht nur bekämpfen, sondern auch immer wieder eine konkrete politische Alternative zu Kapitalismus und Faschismus anbieten, nicht nur durch altbekannte Phrasen, die jedeR schon kennt, sondern durch klare Analysen und Forderungen, die tagtäglich in der konkreten politischen Praxis und den sozialen Kämpfen Anwendung finden.

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