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DaimlerChrysler Sindelfingen: Werden alternative Metaller­­Innen ausgeschlossen? | Drucken |  E-Mail
Claudio Reiser   
01.03.2010

Die Stuttgarter IG Metall hat Ende Februar ein „Untersuchungsverfahren zur Feststellung von „gewerkschaftsschädigendem Verhalten“ gegen elf ihrer Mitglieder bei DaimlerChrysler Werk Sindelfingen eingeleitet.

Ihnen wird zum Vorwurf gemacht, dass sie auf einer eigenen Liste zur Betriebsratswahl, die Mitte März durchgeführt wird, kandidieren. Einige der vom Gewerkschaftsausschluss Bedrohten, sind langjährige Aktivist­­Innen der Gewerkschaft. Die Gruppe alternative, die jetzt auch auf einer eigenen Betriebsratsliste kandidiert, gibt seit September 2009 eine monatliche Betriebszeitung im Werk Sindelfingen heraus. In der Auseinandersetzung im Dezember 2009, als die Unternehmensleitung damit drohte, die C-Klasse von Mercedes zu verlagern und tausende Arbeitsplätze auf der Kippe standen, forderten sie Schluss mit der Verzichtspolitik, Schluss mit den Standortspielen und Solidarität und Aktionen aller Werke und Zulieferbetriebe!

In ihrem Wahlaufruf zur Betriebsratswahl wenden sie sich u. a. gegen einen Flexibilisierungswahn ohne Grenzen, gegen undemokratische Betriebsräte und gegen eine Verzichtspolitik, weil sie keine Arbeitsplätze sichert. Sie setzen sich beispielsweise für die Übernahme aller Auszubildenden und für die Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich ein.

Hat sich die IG Metall Stuttgart im Falle der alternative im Daimler Werk Untertürkheim nach längerer harter Auseinandersetzung für die integrative Variante entschieden, soll an den Sindelfinger Kolleg­­Innen jetzt ein Exempel statuiert werden. Aktivist­­Innen sollen mundtot gemacht und kritische Belegschaftsmitglieder von vorneherein eingeschüchtert werden. Das dürfen wir nicht zulassen. Protest-Solidaritätsresolutionen, Briefe (unter labournet.de  gibt es ein entsprechendes Musterschreiben) und mails müssen der Führung der Stuttgarter IG Metall und darüber hinaus auch dem Vorstand in Frankfurt deutlich machen, dass die Kolleg­­Innen in Sindelfingen nicht allein darstehen.

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