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Entgegen aller Propaganda der Großmächte, die Zivilbevölkerung zu schützen, starben 2009 die meisten ZivilistInnen seit dem Sturz der Taliban acht Jahre zuvor. Die UN-Hilfsmission in Afghanistan zählte 2 412 zivile Opfer des Krieges. 3 566 AfghanInnen wurden verwundet. Auch wenn die UN zwei Drittel von ihnen den Kriegshandlungen der Aufständischen und ein Drittel denen der US-Kriegsführung zurechnet, so ist die Besetzung Afghanistans durch die Großmächte letztendlich verantwortlich für die Folgen. Von den Opfern starben 359 ZivilistInnen durch Angriffe der US-Luftwaffe. Zu ihnen müssen auch die zivilen Opfer des Massakers von Kunduz gerechnet werden, das der Bundeswehroberst Klein mit seinem „Vernichtungsbefehl“ auslöste. Zahlen fraglich Zehntausende Menschen verloren ihren Lebensunterhalt, ihre Häuser, ihr Eigentum und wurden aus ihren heimatlichen Dörfern vertrieben. Die Zahlen über die Zivilopfer entstammen meistens Institutionen, die von den gleichen Großmächten bezahlt werden, die in Afghanistan Krieg führen. Schon früher hatte Prof. Marc W. Herold von der Universität von New Hampshire höhere zivile Opfer vermutet. Bei Bombenangriffen auf abgelegene Dörfer wird die Zahl der Toten oft nicht bekannt, Verletzte sterben an Spätfolgen und das Militär gibt oftmals zivile Opfer als militante Kämpfer aus. Diese Methode des „Runterrechnens“ wurde auch bei dem Angriff auf die Tanklaster angewandt, um ihn zu rechtfertigen. Verluste der Bundeswehr 512 SoldatInnen der Großmächte starben 2009 in Afghanistan. Das ist ein Drittel der insgesamt 1561 toten SoldatInnen seit Beginn der Besetzung. Die verbündete Afghanische National Armee zählte 530 Tote und die Polizei 1 100 Tote in 2008. In dem Jahr sollen nach NATO-Angaben auch 5000 Aufständische getötet worden sein. Die Bundeswehr beklagte 37 tote Soldaten und 3 tote Polizisten. Die KSK soll unbestätigten Berichten nach bis zu zehn Gefallenen haben. 143 deutsche SoldatInnen und vier Polizisten wurden verwundet. Mehr Militär Unterdessen steigt die Zahl der Truppen der Großmächte und ihrer Verbündeten immer mehr an (siehe Grafik). Hinzu kommen 2009 ca. 100 000 Mann der afghanischen Armee und 93 800 afghanische Polizisten. Auch wenn es bereits früher afghanische Regierungseinheiten gab, so wird heute von den Großmächten insgesamt ein Mehrfaches an Militär in Afghanistan eingesetzt als noch vor zwei Jahren. Bei einer Verdoppelung der ISAF-Streitkräfte in diesem Zeitraum von einem „Rückzug“ oder von einem „Übergang“ an afghanische Streitkräfte auszugehen, ist bewusste Augenwischerei der durch und durch verlogenen bürgerlichen Polit- und Staatsmaschinerie. Die Großmächte setzen in Afghanistan auf eine Ausweitung des Krieges, die auch tatsächlich erfolgt. Kämpfe zwischen Bundeswehr und Aufständischen finden alle drei bis fünf Tage statt. Dabei wird die Bundeswehr keineswegs einfach angegriffen, wie häufig in der bürgerlichen Presse dargestellt, sondern schickt Patrouillen los, die angegriffen werden sollen, damit dann die Taliban gestellt und „vernichtet“ werden können. Die Bundeswehr operiert auch nicht mehr nur in den Provinzen Kunduz, Takhar und Badakhshan, sondern auch in der Provinz Baghlan, das zum Oberkommando Nord gehört, und in der Provinz Badghis, die zum Oberkommando West zählt. Auch hierin zeigt sich die Ausweitung des Krieges.  Foto: XVIII Airborne Corps PAO (US-Armee). flickr.com Wegen der öffentlichen Empörung über die bisher 139 toten und mehr als 400 verwundeten Soldaten hat die kanadische Regierung den Abzug ihrer Truppen in Afghanistan bis Ende 2011 angekündigt. Bisher führt das kanadische Militär das Kommando im Krieg in der Provinz Kandahar. Dort angeblich nur zur Ausbildung der afghanischen Armee und Polizei eingesetzt, ist sie seit 2006 in schwere Kämpfe verwickelt, wobei sie u. a. den deutschen Panzer Leopard einsetzt. Trotz der Abzugsversprechen wurden die kanadischen Truppen von zuletzt 2500 auf 2830 SoldatInnen für die aktuelle Offensive gegen die Taliban verstärkt.
Die niederländische Regierung des Ministerpräsidenten Jan Peter Balkenende tritt wegen des Afghanistankrieges zurück. Der christdemokratische Balkenende ist für den weiteren Truppeneinsatz, der sozialdemokratische Koalitionspartner PvdA für den Abzug in diesem Jahr. Das niederländische ISAF-Kontingent führt den Krieg in der Provinz Uruzgan. Es war innerhalb des letzten Jahres von 1 770 SoldatInnen auf 1 950 erhöht worden. Insgesamt starben zwanzig Soldaten, vierzig wurden verwundet. Der Rückzug ist ein Ansporn für den sofortigen Abzug der Bundeswehr! |