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Frauen in Bewegung | Drucken |  E-Mail
B. S.   
01.11.2009

Südafrika
Täglich werden in Südafrika etwa 150 Frauen missbraucht. Der Koordinator einer NGO, Dumisani Rebomko, selbst einmal an einer Vergewaltigung beteiligt, spricht davon, wie „von irgendeiner geheimnisvollen Krankheit angesteckt worden zu sein“. Mehr als ein Viertel der männlichen Erwachsenen haben schon einmal eine Frau vergewaltigt, oft geschieht das in der Gruppe. Männer halten Frauen von einer Anzeige ab, indem sie Vergewaltigung als „Teil der afrikanischen Kultur“ bezeichnen. Die Übergriffe sind oft weniger sexuell motiviert als mit der „Lust an der Macht“. Ein Grund für die Gewalttaten wird in der Geschichte des Apartheidstaates gesehen. Erniedrigte (Männer) geben ihre Erniedrigung an Schwache (Frauen) weiter, dazu kommen die Brutalisierung durch das Verhalten der Polizei und die Zerstörung der Familienstrukturen durch das Wanderarbeitssystem.
Schleier
Eine der höchsten Rechtsautoritäten des sunnitischen Islam an der Kairoer Al-Azhar-Universität löste eine kontroverse Debatte aus mit der Aufforderung an eine Schülerin, den Gesichtsschleier – Niqab – abzunehmen. Der Niqab sei eine Tradition, keine islamische Pflicht. Amena Nusseir, Professorin für Philosophie und Islamisches Recht an der Al-Azhar-Universität, meint, der Niqab sei erst vor 40 Jahren aus den Golfstaaten nach Ägypten gekommen, es gebe auch keine Vorschrift im Koran, die das Bedecken des Gesichts fordert.

Ägyptische Menschenrechtsgruppen warnen vor einem „willkürlichen Niqab-Verbot, das Frauen diskriminieren könne, ohne den Extremismus zu verhindern. Das Augenmerk sollte darauf gerichtet werden, dass die Studentinnen „gute Professorinnen, Ärztinnen und Mütter“ werden, so Frau Nusseir. Von den 1,4 Millionen Studierenden an der Al-Azhar-Universität und den ihr zugeordneten Bildungsstätten sind 500 000 Frauen und Mädchen.
Kopftuch
Ein Architekturbüro in Friedberg/Hessen lehnt eine Bewerberin ab, die ein Bewerbungsfoto eingereicht hat, das sie mit Kopftuch zeigt. Die Ablehnung wird damit begründet, dass dies auf eine islamistische Grundeinstellung hindeute, dies könne man im Büro „leider nicht akzeptieren“. Zur Anhängerin des Kopftuchtragens muss mensch nicht werden, aber vor derartiger Pauschalierung muss mensch wohl doch warnen. Die Debatte ist noch nicht abgeschlossen.
Ernährung
Nach einem Bericht der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen FAO sind 70 Prozent der 1,4 Millionen Armen auf der Welt weiblich. Der Hunger in der Welt steigt und ist besonders gravierend in Afrika, am schrecklichsten in der Demokratischen Republik Kongo, die durch bürgerkriegsähnliche Auseinandersetzungen geprägt ist, mit den entsprechenden Folgen für Frauen. Der Report zeigt auch die Zusammenhänge von Ernährungslage und Gleichberechtigung. Wo Frauen in Haushalt und auf der Gemeindeebene Einfluss haben, sind sie und ihre Kinder besser ernährt!

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