Film & Diskussion Bahn unterm Hammer Über die Bestrebungen zur Privatisierung der Bahn und den GDL-Streik
Die Bahn an die Börse! Die Bahn zum internationalen Logistikkonzern umbauen! So schallten die Trompetentöne von Bundesregierung und ihrem DB-Chef Mehdorn. Viele glauben seit dem SPD-Parteitag die Privatisierung sei vom Tisch. Irrtum! - Der Ausweg für die Bahnprivatisierer: Das Holding-Modell. Über die Trennung von Netz und Betrieb soll es der endgültigen Zerschlagung der Bahn die Tür öffnen! Die Kampfbereitschaft der KollegInnen des Fahrpersonals gefährdet dies und muss aus Sicht von Kapital und Regierung ohne weitere Streiks beendet werden. Daher Mehdorns plötzliche Bereitschaft, einen eigenständigen Tarifvertrag zu verhandeln! Dies allein ist schon ein Erfolg des bisherigen Arbeitskampfes!
Bei vielen Mitgliedern in den DGB-Gewerkschaften findet der eindrucksvolle Kampf der GDL-KollegInnen, die ein hohes persönliches Risiko eingehen, viel Unterstützung und Bewunderung. Viele hoffen, dass nach so vielen Abwehrkämpfen der letzten Jahre diese Streikbewegung eine Wende und einen Durchbruch bringt.
Nachdem wir den Film angeschaut haben, wollen wir uns an diesem Abend mit den verschiedenen Privatisierungsmodellen beschäftigen, dem Arbeitskampf sowie der daraus sich abzeichnenden gesellschaftlichen Perspektiven, nicht nur – aber auch – in ökologischer Hinsicht. Stichwörter: Ausbau der Bahn, Gütertransport von der Strasse auf die Schiene, statt Treibhausgase Kohlenstofffreie Wirtschaft und Energieeinsparung!
Wann? Freitag, 14. Dezember 2007, 19.00 Uhr Wo? Haus der Demokratie und Menschenrechte, Berlin Vorderhaus, 1.Etage, Raum 3 Greifswalder Str.4, (Tram M4 „Am Friedrichshain“)
Vortrag & Diskussion Ernesto Che Guevara zur Aktualität seines revolutionären Humanismus und Internationalismus
Am 9. Oktober 1967 wurde Ernesto Che Guevara ermordet. 40 Jahre danach existiert gerade bei uns in den westlichen Ländern ein immer unpolitischeres und verzerrtes Bild des Che. Oft wird er als hoffnungsloser Abenteurer dargestellt, sowie post mortem als Model für u.a. Wodka und Zigaretten.
Tatsächlich war der Che aber in Cuba und in ganz Lateinamerika eine Leitfigur, in der übrigen Welt ein Symbol für den kompromisslosen Kampf gegen den Imperialismus und für die Einheit von Reden und Handeln wie kein Zweiter seiner Zeit. Im Frühjahr 1965 hatte er alle Ämter niedergelegt, die er nach der siegreichen Cubanischen Revolution übernommen hatte, und ging mit anderen RevolutionärInnen zuerst nach Afrika und dann nach Bolivien, um die Permanente Revolution voranzutreiben, ohne die sich seiner Auffassung nach der Sozialismus weder in Cuba entwickeln konnte noch anderswo. Deshalb sein Aufruf „Schafft zwei, drei, viele Vietnams“ Für die stalinistische Zwangsjacke der These vom „Sozialismus in einem Land“ war 1967 in der berühmten Botschaft von Che an die Tricontinentale kein Raum.
Sein Menschenbild des revolutionären Humanismus und sein Internationalismus auch im Einsatz für die Blockfreien Länder Asiens, Afrikas und Lateinamerikas, des Trikont, sind Thema einer Veranstaltung:
Wann? Freitag, 02. November 2007, 19.00 Uhr Wo? Haus der Demokratie und Menschenrechte, Berlin Vorderhaus, 1.Etage, Raum 3 Greifswalder Str.4, (Tram M4 „Am Friedrichshain“)
Buchvorstellung Trotzkisten gegen Hitler
Wann? Mittwoch, 19.09.2007 um 19:00 Uhr Wo? Haus der Demokratie und Menschenrechte, Vorderhaus, 1.Etage, Raum 3, Greifswalder Str. 4, 10405 Berlin Haltestelle Tram M4 „Am Friedrichshain“
In der bürgerlichen Geschichtsschreibung kommt die Widerstandstätigkeit linker antikapitali-stischer Kreise gegen den Faschismus fast nicht vor. Neben Scholl, Bonhoeffer, Stauffenberg und Co. – so unterschiedliche ihre Motive gewesen sind – gab es allerdings eine umfangreiche Betätigung revolutionärer Strömungen gegen das NS-System.
Das Buch „Trotzkisten gegen Hitler“ beleuchtet die Aktivitäten der Mitglieder linkskommuni-stischer Oppositionsströmungen (LO) in der westdeutschen KPD. Untersucht wird die beson-dere Praxis dieses Teils des Widerstands, die sich auch aus den politische Differenzen zur KPD-Mehrheit erklärt. So trat die trotzkistische LO in der KPD entgegen dem stalinistischen Dogma für eine Einheitsfrontpolitik aller ArbeiterInnen gegen den Nationalsozialismus ein. Mitglieder einer westdeutschen LO-Kampfgruppe leisteten am Tag der Reichstagswahl 1933 bewaffneten Widerstand gegen SA und Polizei. Der Schwerpunkt der trotzkistischen Wider-standstätigkeit lag in Betrieben, Kirchenkreisen und legalen bürgerlich-jüdischen Organisatio-nen. Ende 1935 konnte die Gestapo viele Widerstandsstrukturen zerschlagen, danach ging der Kampf u.a. in Zuchthäusern und KZ`s weiter, wobei die Frauen eine wichtige Rolle spielten. Maßgebliche Trotzkisten wurden in Strafbataillonen und KZ`s ermordet; nur wenige Überle-bende sorgten 1945 für einen Neuanfang.
Der Autor stellt an diesem Abend sein Buch und die Geschichte dieses Teils des Widerstandes gegen den Nationalsozialismus vor. Die Untersuchung stützt sich u.a. auf bisher ungenutztes Quellenmaterial. Im Anschluss bleibt Zeit für Fragen und Diskussion.
Peter Berens ist Historiker und lebt in Oberhausen. Er ist Mitglied der IG Metall und revolutionärer Sozialist.