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Frauen in Reproduktion | Drucken |  E-Mail
B. S.   
01.10.2009

Über Geburtenzahlen und Schwangerschaftsabbrüche haben wir immer wieder berichtet. Statistiken lassen darauf schließen, dass Sexualerziehung und Aufklärung über Verhütungsmittel sowie deren Verfügbarkeit die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche reduziert. Verlässliche Daten gibt es nur aus Ländern, in denen die Abtreibung nicht illegal ist.

Für Osteuropa gilt immer noch eine relativ hohe Zahl, da mangelhafte Verhütungsmittel den Abbruch zur Methode der Familienplanung gemacht hatten und Sexualerziehung Zeit braucht. Wenn legale Abtreibung nicht möglich ist, gibt es den Weg über die Grenzen. Polinnen z. B. fahren nach Schweden, Österreich und in die Ukraine. „Das Boot nach England nehmen“ ist in Irland eine Redewendung, die auf den Abbruch in England hinweist. Frauen finden einen Weg, wenn sie eine Schwangerschaft beenden müssen, es fragt sich nur, welchem Stress sie sich aussetzen- und welchen gesundheitlichen Folgen.
Es lässt sich auch mit nichts beweisen, dass das Verbot von Verhütungsmitteln durch die katholische Kirche von der Mehrheit der Gläubigen gelebt wird. Wenn „die Würde des Menschen im Zentrum ihrer Lehre“ steht, findet „verantwortlich gelebte Sexualität … ihren angemessenen Platz im Raum der Ehe zwischen Mann und Frau“ – das entspricht mitnichten der Lebensrealität.

Wie schwierig es ist, Einfluss auf die Reproduktion zu nehmen, zeigt sich in der Bundesrepublik. Die große Hoffnung, die Familienministerin von der Leyen auf ihre „Familienpolitik“ gesetzt hat, wurde bisher enttäuscht. 2008 lag die bundesrepublikanische Geburtenrate in Europa an letzter Stelle mit 8,3 pro 1000 Einwohner, nach Österreich mit 9,3 und gar Frankreich mit 13. Irland ist mit 17 Neugeborenen Spitzenreiter in Europa.

21 Prozent der knapp über 40jährigen in der Bundesrepublik haben keine leiblichen Kinder, Kinderlosigkeit wächst mit dem Bildungsstand, etwa jede dritte Akademikerin in Westdeutschland über 40 Jahren hat keine Kinder. Dass es nicht so einfach mit der Verhütung ist, kann mensch daran ablesen, dass die niedersächsische Diakonie die Übernahme der Kosten für Hartz IV-Empfängerinnen fordert, da die 13 Euro, die für Gesundheitspflege vorgesehen sind, nicht ausreichen.

So werden die Elterngeldmaßnahmen zwar manchen das Leben erleichtern, aber wenn nicht etwas Einschneidendes zur Vereinbarung von Familie und Beruf bzw. Kindern und Beruf geschieht, wird sich daran nichts ändern. Nun müssen wir uns nicht davor fürchten, dass die Deutschen aussterben, aber wir sollten sehen, dass eine Gesellschaft, in der das Leben mir Kindern nicht alltäglich ist, verarmt. Selbst die quengelnden Gören sind ein Gewinn für das soziale Leben, vor allem aber die neugierigen, die mit Inbrunst in der Pfütze spielen!

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