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Studierende in die Gewerkschaft! | Drucken |  E-Mail
Korrespondent Duisburg   
01.06.2009

Die Studierendenschaft hat sich gewandelt. Für viele ergibt sich nach dem Studium keine privilegierte Stellung mehr. Bachelorstudierende sind die neuen Facharbeiter­­Innen. An den Hochschulen wütet das Kapital und drängt uns Studierenden seine Ausbildungsprogramme auf.

Die drohende Arbeitslosigkeit sorgt für einen Qualifizierungszwang. Immer mehr Studierende dränge an die Hochschulen und sind bereit, die Studiengebühren zu bezahlen. D­iese Zwangslage der Arbeiter­­Innenklasse ermöglicht es dem Kapital, sich der Ausbildungskosten zu entledigen und sie auf die Arbeiter­­Innenklasse selber abzuwälzen. Dabei bestimmt das Kapital die Inhalte und Strukturen an den Hochschulen. Während über Drittmittelfinanzierung die Forschung kontrolliert wird, bestimmen private Akkreditierungsagenturen über die Form der Studiengänge.

Die Auswirkungen auf das Studium sind verheerend. Es wird wieder von „Elite“ und „Leistung“ geredet. Im Bemühen den Kriterien von Leistung zu entsprechen, gehen viele Studierende an ihre Leistungsgrenze und darüber hinaus. Die ökonomische Knappheit geht mit Lernstress Hand in Hand. Studium und die schlecht bezahlten „Nebenjobs“ sind zeitlich nur zum Preis der eigenen Gesundheit miteinander vereinbar. Unbezahlte Pflichtpraktika im Bachelorstudium vergrößern diesen Widerspruch noch.
Projekt Verdi-Campus
Verdi-Campus ist aus dem Kampf gegen Studiengebühren an der Universität Duisburg-Essen hervorgegangen. Da mit den Studiengebühren auch die neuen Studiengänge eingeführt wurden, entstand eine Spaltung der Studentenschaft. Die politisch aktiven Diplom- und Magister-Studierenden hatten keinen Kontakt zu den neuen Bachelorstudierenden, für welche Studiengebühren von Anfang an „normal“ waren.

Gewerkschaft an der Uni stellt eine Reaktion auf die abflauenden Proteste lockerer autonomer Strukturen von Studierenden dar. Verdi-Campus bietet die Kontinuität von festen Strukturen, ist aber zugleich strömungsübergreifend. Viele, bisher nicht politisch aktive Studierende, zeigen ein Interesse an Verdi-Campus. Berührungsängste wie bei politisch ausgerichteten Gruppen gibt es kaum. Dadurch ist es möglich, sich der neuen Studierendenschaft langsam anzunähern und deren Probleme aufzugreifen.

Verdi-Campus ist eine autonom funktionierende Gruppe innerhalb von Verdi. Alle Entscheidungen werden von der Gruppe selbst getroffen. Die offiziellen Gremien werden gemieden, da sie mit der Basisorientierung von Verdi-Campus kollidieren. Die Aktivierung der Kommilitonen, sich für die eigenen Interessen einzusetzen, kann nur auf dem Campus oder der Straße stattfinden.

Jeder Schritt wird öffentlich gemacht. So werden Transparente für Demos mitten auf dem Campus gemalt. Diese Offenheit inspirierte auch die als Verdi-Mitglieder erfassten Beschäftigten an der Uni, die eine aktive Verdi-Gruppe aufbauten. Seitdem stehen Verdi-Campus und die Verdi-Beschäftigten in engem Austausch. Für die Universitätsleitung stellt diese solidarische Zusammenarbeit ein schlecht einzuschätzendes Protestpotenzial dar.
Neue Probleme – neue Forderungen
Gegen Studiengebühren zu sein, reicht heute nicht mehr. Die studentische ArbeiterIn begreift das Studium als Ausbildung. Wissenschaft findet im Studium nicht mehr statt. Studierende in der Gewerkschaft treten für ihre materiellen Interessen anstatt für ein nicht greifbares Bildungsideal ein.

Daher ist neben der Verbesserung der sozialen Situation die Senkung des Leistungsdrucks eine zentrale Forderung. Nur eine massive Einschränkung dieser Zwänge und die Schaffung von wissenschaftlichen Berufen, deren Ziel die gesellschaftliche Entwicklung im Interesse aller ist, ermöglichen eine kreative Wissenschaft ohne die Stigmatisierungen durch das Kapital.

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