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Anti-Atom-Treck nach Berlin – „Mal richtig abschalten!“ | Drucken |  E-Mail
Karl Lindt   
01.05.2009

Wenige Wochen vor der Bundestagswahl im September wollen Anti-Atom-Initiativen und Umweltgruppen eine Demonstration von Gorleben nach Berlin durchführen. Damit soll Druck auf die zukünftige Bundesregierung und die Atomlobby ausgeübt werden. Vorbild für die Aktion ist der berühmte Gorleben-Treck von 1979.

25.  März 1979. Tausende Bauern und Bäuerinnen aus Gorleben und Umgebung beginnen einen gewaltigen Treck, der sich in 6 Tagen über verschiedene Zwischenstationen nach Hannover bewegt. Neben hunderten Traktoren begleiten auch zahlreiche Radfahrer­Innen den Treck. Am 31. März traf der Demonstrationszug in der niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover mit über 100 000 Menschen zusammen. Unter dem Eindruck des ersten GAUs, welcher sich nur drei Tage zuvor in Harrisburg (USA) ereignet hatte, forderten die Massen den Ausstieg aus der Atomenergie und ein Ende für das geplante Nuklea­re Entsorgungszentrum (NEZ) in Gorleben. Der damalige Ministerpräsident des Landes Niedersachsen, Ernst Albrecht, welcher zwei Jahre zuvor Gorleben als Standort für das NEZ ausgewählt hatte, musste mit seinen Plänen zurückweichen. Der Druck der Straße war zu groß. Er erklärte öffentlich, dass ein NEZ zwar technisch machbar wäre, politisch aber nicht durchsetzbar sei. Doch die Pläne der Landesregierung wurden nicht komplett aufgegeben. Zwar war relativ schnell klar, dass es in Gorleben keine Wiederaufbereitungsanlage (WAA) geben wird, aber am Salzstock Gorleben als Endlager für Atommüll versucht die Industrie und die herrschende Politik noch bis heute festzuhalten.
Atompläne der Herrschenden durchkreuzen!
Seit über 30 Jahren ist das Wendland nun das Herz der Anti-Atombewegung in der BRD.  Bauplatzbesetzungen, Blockadeaktionen auf der Schiene und der Straße gegen die Castoren – der Widerstand ist heute genauso frech, aufmüpfig und bunt, wie in den 1980er Jahren. Dies zeigten die Proteste gegen den letzten Atommülltransport im November 2008 wieder einmal deutlich, als sich 16 000 Menschen dem Castor in den Weg stellten. Doch nicht nur die Transporte von radioaktivem Müll sind heute ein Problem. Es ist zu befürchten, dass in der nächsten Zeit ein enormer Rollback in der Atompolitik vollzogen wird. Seit dem Super-GAU von Tschernobyl 1986 gab es einen breiten Anti-Atom-Konsens in der Bevölkerung und die Atomkonzerne wurden in die Defensive gedrängt. Seit einigen Jahren wittert die Atomlobby allerdings wieder eine Chance. So versuchen sie zum Beispiel durch massive Propaganda-Kampagnen die Atomkraft als klimafreundliche Alternative zu Kohle und Erdöl darzustellen und so einen Umschwung in der öffentlichen Meinung zu befördern. Die Stromkonzerne treten heute wieder völlig offen für Laufzeitverlängerungen ihrer Uralt-AKWs ein. Einige Politiker­Innen der CDU sowie der FDP wollen sogar einen Neubau von Atomkraftwerken. Als möglichen Entsorgungsort für den anfallenden Atommüll wird wieder verstärkt auf Gorleben verwiesen, obwohl der dortige Salzstock als Endlager für den anfallenden hochradioaktiven Atommüll absolut nicht geeignet ist. Nirgendwo auf der Welt funktioniert ein Endlager. Morsleben droht einzustürzen, Asse II säuft ab.
Auf nach Berlin!
Es wird also wieder für die Anti-Atom-Bewegung Zeit, in die Offensive zu gehen. Es gilt zu verhindern, dass eine neue Bundesregierung nach der Wahl Ende September diesen Jahres den Weg für den Wiedereintritt in die nukleare Steinzeit ebnet. Nur durch kraftvolle Massenproteste auf der Straße kann der Atomlobby mit ihren millionenschweren Werbekampagnen etwas entgegengesetzt werden. Daher rufen die Bäuerliche Notgemeinschaft und die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg gemeinsam mit verschiedenen Umweltverbänden und Anti-Atom-Initiativen zum Treck nach Berlin auf. Am 30. August wird der Treckerkonvoi mit einer großen Kundgebung in Gorleben verabschiedet. Auf dem Weg in die Hauptstadt werden die Traktoren Station an den Endlagerstandorten Asse II bei Wolfenbüttel, Schacht Konrad bei Salzgitter und Morsleben in Sachsen-Anhalt machen. Für den 5. September ist eine bundesweite Mobilisierung geplant, um den Treck vor dem Brandenburger Tor in Berlin zu empfangen. Die Demo am 5.9. in Berlin soll eine eindeutige Botschaft vermitteln: Wer nach der Wahl den Weiterbetrieb der AKW organisiert, wird sich die Finger verbrennen.

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