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Klimawandel und Gesundheit – ein kurzer Überblick | Drucken |  E-Mail
Thadeus Pato   
23.03.2009

Vorbemerkung

Der menschengemachte Klimawandel ist im Prinzip seit Arrhenius bekannt. Der schwedische Physiker und Chemiker Svante August Arrhenius, der 1903 den Nobelpreis für Chemie erhielt, beschrieb als erster 1895 die Bedeutung des Kohlendioxids für das Klima der Erde. Gekümmert hat sich um die Konsequenzen dieser Entdeckung allerdings lange Zeit niemand. Und so kam es in den letzten 150 Jahren zu einem kontinuierlichen und immer schnelleren Anstieg der Konzentration von Treibhausgasen in der Atmosphäre, was dann schließlich nach dem Marx’schen Diktum des Umschlags der Quantität in Qualität zu messbaren und immer bedrohlicher werdenden Auswirkungen auf das Weltklima führte und führt. Nachdem von der Industrie bezahlte Lobbyisten und deren Handlager in der Wissenschaft bis vor kurzem immer noch versuchten, abzuleugnen, dass der exponentielle Anstieg des Kohlendioxids in der Atmosphäre und seine entsprechenden Auswirkungen auf das Klima die unmittelbare Folge der ohne Rücksicht auf die Umweltfolgen vorangetriebenen kapitalistischen Industrialisierung ist, bestreitet inzwischen kein ernst zu nehmender Wissenschaftler mehr, dass es sich bei dem Phänomen des Klimawandels um ein menschengemachtes Geschehen handelt und dass eine radikale Umsteuerung zur Begrenzung der Folgen notwendig ist. Gelingt es nicht, bis zum Jahr 2050 den derzeitigen Ausstoß an Treibhausgasen weltweit um mindestens 90% gegenüber dem Ausgangswert von 1990 zu verringern, dann wird ein Anstieg der weltweiten Durchschnittstemperaturen stattfinden, der dem Klimawandel eine unbeeinflussbare Eigengesetzlichkeit verleiht und zu dramatischen Folgen für den ganzen Globus führt.

Das Heimtückische daran ist, dass klimatische Veränderungen sehr langsam stattfinden, was heißt, dass die Maßnahmen, die heute zum Klimaschutz ergriffen werden, frühestens in 30 bis 50 Jahren messbare Auswirkungen zeitigen werden. Die vom IPCC beschriebenen Szenarien für die nächsten 30 – 50 Jahre werden also eintreten, unabhängig davon, welche Maßnahmen zum Klimaschutz heute ergriffen werden. Und entgegen der Ansicht vieler etwas blauäugiger Bewohner Mitteleuropas, die meinen, dass die Auswirkungen des Klimawandels vorwiegend den Rest der Welt betreffen werden, während es bei ihnen lediglich etwas wärmer wird (was sie unter Umständen eher wünschenswert finden), werden auch wir hier in Mitteleuropa von den Folgen des Klimawandels in erheblichen Ausmaß betroffen sein, auch und vor allem auf gesundheitlichem Gebiet, auch wenn es wahr ist, dass die Hauptlast (wie immer) die Länder des Südens zu tragen haben werden. Und auch hier besteht, wie in anderen Bereichen, die paradoxe Situation, dass die für den Treibhausgasausstoß der letzten 150 Jahre in erster Linie verantwortlichen industrialisierten Regionen des Nordens die geringere Last zu tragen haben, während die von dem Industrialisierungsprozess abgehängten Regionen Afrikas, Asiens und Südamerikas die Folgen des Klimawandels mit voller Wucht zu spüren bekommen werden, obwohl gerade der Kontinent Afrika für den weltweiten Treibhausgasausstoß nur zu einem verschwindend geringen Teil verantwortlich ist.

Wir wollen im Folgenden einen kurzen Überblick geben, wie sich der Klimawandel auf die Gesundheit der Menschen auswirkt.

Wege, auf denen der Klimawandel die Gesundheit beeinflusst

Der Klimawandel wird zu regionalen Wetterveränderungen führen. Hitzewellen, extreme Wetterereignisse wie Sturzregen, plötzliche Temperaturstürze und -anstiege, Wirbelstürme etc. haben in den letzten Jahren bereits zugenommen und werden weiter zunehmen. Solche regionalen Wetterveränderungen haben eine Veränderung der Umweltbedingungen zur Folge, die sich unmittelbar und mittelbar auf den Gesundheitszustand der Bevölkerung auswirkt: Die Luftverschmutzung, nicht nur durch den industriellen Smog, sondern z.B. auch durch Sandstürme, die Kontaminierung von Trinkwasser durch Überschwemmungen, die Veränderungen der Übertragungsdynamik von Krankheiten durch Ausbreitung von entsprechenden Krankheitsüberträgern (zu denen wir weiter unten noch kommen werden) und die Auswirkungen der extremen Wetterereignisse auf die Nahrungsmittelproduktion sind hier zu nennen. 2008 wurde beispielsweise in Haiti die gesamte Ernte in der Hurrikansaison vernichtet. …

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