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Weltsozialforum 2009, Belem do Para, Brasilien: Resolution der Frauenversammlung | Drucken |  E-Mail
Frauenversammlung WSF 2009   
01.03.2009

Belem, 1. Februar 2009

In dem Jahr, in dem das Weltsozialforum sich mit der Bevölkerung von Pan-Amazonien vereint, bekräftigen wir Frauen aus den unterschiedlichsten Teilen der Welt unsere Verbundenheit mit den indigenen Frauen und den Frauen der Waldvölker als politische Subjekte, die den Feminismus hinsichtlich kultureller Diversität unserer Gesellschaften bereichern und den feministischen Kampf gegen das patriarchalische, kapitalistische Weltsystem stärken.

Gegenwärtig macht die Welt Erfahrungen mit verschiedenen Krisen, die dieses System als unbrauchbar aufzeigen. Finanz-, Lebensmittel-, Klima- und Ener­giekrisen sind keine isolierten Phänomene, sondern stellen die Krise dieses Modells selbst dar, angetrieben von einer Überausbeutung der Lohnarbeit und der Umwelt sowie Finanzspekulationen in der Ökonomie.

Wir sind an keinen lindernden Antworten interessiert, die auf der Marktlogik als verantwortlich für diese Krisen basieren; die­se könnten nur zu einer Verlängerung desselben Systems führen. Wir müssen bei der Herausbildung von Alternativen weiterkommen. Wir sind gegen den Verbrauch von Agrarbrennstoffen und den Emissionshandel als „Lösung“ für die Klima- und Energie-Krise. Wir feministischen Frauen fordern einen Wechsel des Produktions- und Konsumtionsmodells.

Bezüglich der Lebensmittelkrise betonen wir, dass gentechnisch veränderte Lebensmittel keine Lösung darstellen. Unsere Alternativen sind Lebensmittelunabhängigkeit und die Entwicklung agrarökologischer Produktion.

Hinsichtlich der finanziellen und ökonomischen Krise sind wir gegen die Entnahme von Millionen aus öffentlichen ‚Töpfen‘ zur Rettung von Banken und Unternehmen. Wir feministischen Frauen fordern Beschäftigungssicherung und das Recht auf ein auskömmliches Einkommen.

Wir können keine Versuche akzeptieren, dieses System auf Kosten der Frauen zu erhalten. Die Massenentlassungen, Einschnitte in das soziale Netz und die Wiederherstellung dieses Produktionssystems vergrößern den Aufwand für die Reproduktion und Nachhaltigkeit des Lebens, und das beeinflusst direkt unser Leben als Frauen.

Um seine Dominanz weltweit auszuüben, nimmt das System Zuflucht zu Militarisierung und Waffen; in genozidalen Konfrontationen werden die Frauen auf eine Kriegsbeute reduziert und sexuelle Gewalt als Kriegswaffe in bewaffneten Konflikten benutzt. Ganze Bevölkerungen werden gewaltsam vertrieben und zu einem Leben als politische Flüchtlinge gezwungen. Gewalt gegen Frauen, Frauenhinrichtungen und weitere Verbrechen gegen die Menschlichkeit werden täglich in bewaffneten Konflikten begangen, während die Täter sich der Straffreiheit erfreuen.

Wir feministische Frauen schlagen einen radikalen und fundierten Wechsel in den Beziehungen zwischen den Menschen und der Umwelt, das Ende der Lesbophobie und des hetero-normativen und rassistischen Patriarchats vor.

Wir fordern das Ende der Kontrolle über unsere Körper und Sexualität. Wir beanspruchen das Recht auf freie Entscheidung bezüglich unseres Lebens und den von uns bewohnten Gebieten. Wir sind gegen die gesellschaftliche Reproduktion mittels einer Überausbeutung der Frauen.

Wir bezeugen unsere Solidarität mit den Frauen in Regionen mit bewaffneten Konflikten und Kriegen. Wir unterstützen die Stimmen unserer Schwestern in Haiti und weisen die Gewalt zurück, die die militärischen Okkupationskräfte anrichten. Wir unterstützen die kolumbianischen, kongolesischen und zahllosen anderen Frauen, die täglich der Gewalt von Soldaten und Milizen in den Konflikten ihres Landes widerstehen. Wir halten zu den irakischen Frauen, die der Gewalt der us-amerikanischen Militärbesatzung gegenüberstehen.

In diesem Moment drücken wir unsere besondere Solidarität mit den palästinensischen Frauen aus, die im Gazastreifen den militärischen Angriffen von Israel ausgesetzt sind, und wir unterstützen die Bemühungen um ein Ende des Krieges im Mittleren Osten.
Sowohl im Frieden als auch im Krieg unterstützen wir die Opfer patriarchalischer und rassistischer Gewalt gegen schwarze und junge Frauen.

Genauso drücken wir unsere Unterstützung und Solidarität mit all unseren Schwestern in ihrem Kampf gegen die Staudämme zur Erzeugung von Elektrizität, die Holz- und Bergbauunternehmen und gegen die Megaprojekte in Amazonien und weltweit aus, ebenso wie für die in Folge ihrer legitimen Opposition gegen diese Ausbeutung Verfolgten. Wir sehen uns mit denen vereint, die für das Recht auf Wasser kämpfen.

Wir stehen zu all den Frauen, die wegen Abtreibung kriminalisiert werden, und verteidigen ihr Recht. Wir stärken unsere Verbundenheit und halten bei Aktionen gegen fundamentalistische und konservative Angriffe zusammen, um all den Frauen, die es brauchen, das Recht auf sichere und legale Abtreibung zu garantieren.
Wir unterstützen den Kampf behinderter Frauen um Zugänglichkeit und um das Recht der Migrantinnen auf freies ‚Kommen und Gehen‘.

Wegen all dieser Frauen und unseretwegen kämpfen wir weiter um den Aufbau einer feministischen Bewegung als eine gegenhegemoniale politische Kraft und als ein Instrument der Frauen, um die Transformation ihres Lebens und unserer Gesellschaften durchzusetzen, durch Unterstützen und Stärken der Selbstorganisation der Frauen, Dialoge und Vernetzungen der Kämpfe sozialer Bewegungen.

Am 8. März und während der „Globalen Woche der Aktion 2010“ werden wir weltweit in unserer Konfrontation gegen das kapitalistische und patriarchalische System zusammenstehen, das uns unterdrückt und ausbeutet. Auf den Straßen und zu Hause, in den Wäldern und auf dem Land, in unseren Kämpfen und an dem Platz unseres täglichen Lebens werden wir an unserer Rebellion und Mobilisation festhalten.

Übersetzung: Walter Wiese

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