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Nazi-Aufmarsch in Berlin gestört! | Drucken |  E-Mail
Korrespondent Berlin   
01.01.2009

Zum sechsten Mal seit 2003 wollten die Nazis der Freien Kräfte Berlin und der NPD nach bundesweiter Mobilisierung unter der Losung „Für ein nationales Jugendzentrum“ durch Treptow-Köpenick und Neukölln marschieren.

Dies wurde am 6. Dezember 2008 durch eine Vielzahl von Anmeldungen von Veranstaltungen gegen rechts verhindert. Kurzfristig verlegte die Polizei den Aufmarschort der Nazis in den Bezirk Lichtenberg. Angemeldete Gegenveranstaltungen sollten durch polizeiliche Auflagen einige Kilometer entfernt oder zeitlich deutlich nach dem Auftritt der Nazis stattfinden. Antifagruppen riefen zum „Sabotieren, Blockieren, Verhindern!“ auf. Eine Woche vor dem Aufmarsch wurde durch die Daten-Antifa die website der Berliner NPD gehackt und übernommen.

Am 6. Dezember versammelten sich die Nazis ab 11 Uhr nördlich des Bahnhofs Karlshorst. Nach monatelanger Kampagne waren ca. 600 Nazis angereist. Ca. 2 500 entschlossene AntifaschistInnen stellten sich immer wieder den Nazis in den Weg. Am U-Bahnhof Tierpark mussten die Nazis drei Stunden warten – 400 Menschen blockierten die Straße. An der Ecke Sewan-/Volkradstr. stellten sich 600 AntifaschistInnen quer.

Äußerst brutal ging die Polizei bei den Räumungen vor. Nach einem Bericht der Berliner VVN-BdA wurden etliche Arme gebrochen. Mit dieser brutalen Räumung eskalierte die Situation: GegendemonstrantInnen wehrten sich – die Polizei setzte Wasserwerfer ein – GegendemonstrantInnen bauten Barrikaden. Die ersten brannten. Nun entschied die Polizeiführung, den Naziaufmarsch zum Bahnhof Friedrichsfelde Ost umzuleiten. Aber noch an der Volkradstraße kamen größeren Gruppen von AntifaschistInnen direkt an den Naziaufmarsch her­an und attackierten diesen mit diversen Wurfgeschossen. Daraufhin flüchteten die Nazis unter dem Schutz der Polizei in Richtung Norden. Hier sammelte die Polizei ihre Einheiten an der Kreuzung Alt Friedrichsfelde/Am Tierpark. Die GegendemonstrantInnen wurden abgedrängt. Um 17 Uhr fand die kurze Abschlusskundgebung der Nazis auf der Kreuzung statt.

Fazit: 1 600 PolizistInnen wurden eingesetzt. Ganze 6 Nazis wurden festgenommen. Dem stehen viele Verletzte, 80 durch die Polizei festgenommene BlockiererInnen und eine mindestens doppelt so hohe Zahl an Platzverweisen gegenüber. Aber die Entschlossenheit, den Nazis entgegenzutreten, wächst deutlich. Dass sie nicht durchkamen, war ein Erfolg der Antifa!

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