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Castor stoppen – Gorleben vermASSEln! | Drucken |  E-Mail
Karl Lindt   
01.11.2008

In den Tagen vom 8. bis 10. November ist es wieder soweit. Elf Castoren mit hochradioaktivem Müll rollen nach Gorleben. Die Atomindustrie hofft auf eine „Renaissance“ der Atomkraft.

Entscheidende Weichenstellungen in der Energiepolitik der BRD stehen für die nächsten Jahre an. Der deutsche Kraftwerkspark soll erneuert werden. Dies bedeutet Investitionen in Milliarden Höhe. Auf der Agenda der Herrschenden steht der Bau von zwei Dutzend Großkraftwerken. Diese Chance will die Atomindustrie sich nicht vermasseln lassen. Sie geht seit Jahren für eine Renaissance der Atomenergie in die Offensive. Dafür versucht sie, gezielt die Ängste vieler Menschen vor den Folgen des Klimawandels zu instrumentalisieren. Die Kraftwerksbetreiber E.on, RWE, EnBW und Vattenfall wollen die Gunst der Stunde nutzen. Sie versprechen das Blaue vom Himmel: Atomenergie rettet das Klima und garantiert billigen Strom. Sie lassen Atomstrom zu Ökostrom mutieren. So soll mit gezielten Lügen und Falschdarstellungen unter der Bevölkerung Akzeptanz geschaffen werden für eine Laufzeitverlängerung der AKWs. Nicht einmal der faule Atomkompromiss mit langen Laufzeiten aus der Ära „Rot“-Grün soll Bestand haben.
Atomkraft ist kein Klimaretter!
Doch als hoch gepriesene Klimaretter tragen die AKWs keineswegs zur CO2-Einsparung bei, wenn mensch mal den gesamten Prozess vom Uranabbau bis zur Endlagerung in Rechnung stellt – von der Gefährlichkeit der Strahlung mal ganz abgesehen. Atomkraft ist kein Klimaretter! Atomkraft ist auch nicht billig! Denn der Preis für eine Kilowattstunde Strom wird an der Strombörse ausgehandelt. Die teuren Kraftwerke bestimmen dort den Preis. Niedrige Kosten der Atomstromproduktion kommen bei den VerbraucherInnen nicht an. Allein die Atomindustrie steckt sich die Extraprofite ein. Die Folgekosten und -risiken, wie z. B. die Atommülllagerung, hat dabei aber die ganze Gesellschaft zu tragen.
Endlager ungeklärt
Die Endlagerfrage ist nach wie vor nicht geklärt. Sicherheitsbedenken im Endlager Gorleben führten im Jahr 2000 zu einem Baustopp. Dieses sogenannte Moratorium läuft im Jahr 2010 aus. Bis 2010 sollte eine Lösung der Endlagerproblematik gefunden werden. Getan hat sich bisher in dieser Hinsicht nichts. Trotz des Moratoriums wurden seit 2001 jährlich ca. ein Dutzend Castorbehälter nach Gorleben gebracht. Zu befürchten ist daher, dass nach der altbekannten TINA-Politik (There Is No Alternative – es gibt keine Alternative) der Regierung, die Verantwortlichen ab 2010 genau dort weitermachen, wo sie 2000 aufgehört haben. Den Herrschenden wird als zusätzliches Argument dienen, dass in Gorleben schon so viel Atommüll lagert. Es würde schließlich Unsummen kosten, diesen Müll wieder wegzubringen. Jeder neue Castortransport nach Gorleben trägt daher dazu bei, dass Gorleben als Endlagerstätte zementiert wird. Dies macht auch den Widerstand gegen jeden einzelnen Castortransport ins Wendland so wichtig.
Salzbergwerk II Asse
Wie gefährlich die Endlagerung von Atommüll in einem Salzbergwerk wie Gorleben ist, haben in den letzten Jahrzehnten unzählige WissenschaftlerInnen aufgezeigt. Spätestens nach den alarmierenden Entwicklungen im Versuchsendlager Asse und dem alten DDR-Endlager Morsleben sollte jedem/jeder klar sein: Salzbergwerke sind keine geeigneten Endlagerstandorte! Im Salzbergwerk II Asse (Wolfenbüttel), dem „Pilotprojekt“ für Gorleben, haben die unkontrollierbaren Wasser- und Laugenzuflüsse während einer einzigen Generation nach Beginn der Einlagerung die Atommüllfässer erreicht und beginnen diese aufzulösen! Die Betreiber der Anlage mussten unter dem Druck der Öffentlichkeit zugeben, dass mit Cäsium 137 radioaktiv belastete Flüssigkeit unter Tage nachgewiesen wurde. Von Anfang an wurde eine radioaktive Verseuchung des Grundwassers wissentlich in Kauf genommen. Schon während der Einlagerung der 126.000 Fässer war klar, dass es zu Wassereinbrüchen kommen könnte. Ähnlich ist die Situation in Morsleben, welches zu DDR-Zeiten und dann in den 90er Jahren von der BRD als Atommüllkippe verwendet wurde. Dies Bergwerk drohte im Jahr 2000 komplett einzustürzen. Teile der Decke in den Stollen hatten sich gelöst. Es wurde eilig verfüllt. Der Atommüll ist drin geblieben und wurde so sich selbst überlassen. Diese Erfahrungen lehren uns: Für eine sichere Endlagerung von Atommüll gibt es keine Lösung.

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TiPP!
Informationen zum Thema Atomkraft und zu den Protesten gegen den Castortransport sind u. a. hier zu finden:
www.castor.de

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