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122 Seiten, 12 €
ISBN 978-3-89900-122-8
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Volle Unterstützung für den Streik der LokführerInnen! | Drucken |  E-Mail
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18.10.2007
Haben Sie schon einmal 62,5 % Gehaltserhöhung bekommen? Laut Geschäftsbericht der Deutschen Bahn stiegen 2006 die Gesamtbezüge des achtköpfigen Vorstands um 62,5% auf 20,143 Mio. €! Der Aufsichtsrat, der die Bezüge des Vorstands genehmigt, verdreifachte seine Gesamtbezüge auf 875 000 €.

Haben Sie schon einmal 62,5 % Gehaltserhöhung bekommen?

Laut Geschäftsbericht der Deutschen Bahn stiegen 2006 die Gesamtbezüge des achtköpfigen Vorstands um 62,5% auf 20,143 Mio. €! Der Aufsichtsrat, der die Bezüge des Vorstands genehmigt, verdreifachte seine Gesamtbezüge auf 875 000 €. Dabei kommt der Aufsichtsrat nur ein paar Mal im Jahr zusammen. Die meisten Mitglieder des Aufsichtsrats sind gleichzeitig Mitglieder in anderen Aufsichtsräten. In den Augen dieser AbzieherInnen und Selbstbediener fordern die Lokführer zuviel Geld.

Würden sie für 1438 € Netto im Monat eine Lok fahren?

Ein Lokführer (25 Jahre alt, keine Kinder und 2 Jahre Berufserfahrung) verdient in Deutschland im Schnitt einschl. Zulagen 1438 – 1588 € Netto. Sein Kollege in der Schweiz bekommt 2907 – 3157 €, in Frankreich 2770 € und in Spanien 2650 € Netto.
Ein Lokführer (40 Jahre alt, zwei Kinder, 17 Jahre Berufserfahrung) bekommt in Deutschland 1778 – 1928 € Netto; in der Schweiz 4705 – 4985 €; in Frankreich 2770 € und in Spanien 3140 € Netto. Das Einkommen der Lokführer fiel real unter Einbeziehung der verlängerten Arbeitszeiten 2005 um 7,22% und 2006 um 9,77%. Das Fahrpersonal arbeitet heute 41 Stunden in der Woche. Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) fordert nun die Rückkehr zur 40 Stundenwoche. Fragen Sie doch mal die Zugbegleiterin, was sie verdient und wie lange sie arbeitet.

Warum die Justiz das Streikrecht aushebelt

Das Arbeitsgericht in Chemnitz erlaubte der GDL Streiks nur beim Nahverkehr nicht aber beim Gütertransport. Das Urteil geht uns alle an! Die Justiz will Industrieunternehmen schonen. Aber was nützen uns Streiks, wenn die Produktion mit einem Ausstand beim Güterverkehr nicht getroffen werden darf? Die Justiz erweist sich als Klassenjustiz. Sie gehört zum Staat, der Eigentümer der Bahn AG ist.

Die Regierung will die Bahn privatisieren!

Die Bundesregierung will die Bahn an die Börse bringen. UnternehmerInnen können dann mit den Aktien spekulieren und kurzfristige Gewinne einstreichen. Deshalb werden angeblich unrentable Strecken stillgelegt. Deshalb wird immer mehr Personal bei der Bahn abgebaut. Deshalb sollen die EisenbahnerInnen wenig verdienen und lange arbeiten. Mit dem Kurs auf Privatisierung haben sich in den letzten Jahren Pünktlichkeit und Service der Bahn drastisch verschlechtert.

Der beste Streik: Alle fahren umsonst!

Der beste Streik ist, wenn wie in Frankreich alle Züge fahren, aber das Zugbegleitpersonal keine Fahrkarten kontrolliert. So fahren die Fahrgäste umsonst und die Bahn AG wird wirtschaftlich hart getroffen. Das wäre eine Streik, der auch die Fahrgäste begeistern kann. Dafür müsste die GDL nicht nur für die Lokführer sondern auch für das Zugbegleitpersonal in die Tarifverhandlungen gehen.

Macht das Beispiel der Lokführer Schule?


Laut des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales liegen unsere Löhne und Gehälter auf dem Stand von vor 20 Jahren. Rechnerisch sind das heute 1320 € Netto, 5 Euro mehr als 1986. Gleichzeitig ist die Wirtschaft in einem Konjunkturhoch. Das wissen die Unternehmer am allerbesten.  Deshalb ist der Lokführerstreik  hochbrisant. Die Kapitalseite und der Staat haben Angst, dass das Beispiel der Lokführer auf andere Branchen übergreift. In der guten Konjunktur könnten alle ArbeiterInnen und Angestellten höhere Löhne und Gehälter durchsetzen. Deshalb wettern die bürgerlichen Zeitungen und Fernsehsender von Tag zu Tag heftiger gegen den Streik. Die beste Solidarität mit den Lokführern ist: Selbst aufhören bescheiden zu sein!

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