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Leserbrief: Über den richtigen Umgang mit Wörtern und Gänsefüßchen ... | Drucken |  E-Mail
Gabriel, München   
01.06.2007

Liebe Genossinnen und Genossen, Lieber Helmut Dahmer,

Ich hätte mir gewünscht diese Replik auf die Replik des Genossen Dahmer nicht schreiben zu müssen. Ich hätte mir gewünscht, dass  der Genosse Dahmer auf meine Argumente eingegangen wäre. Das hat er nicht getan. Ich gehe trotzdem davon aus, dass er meinen Brief gelesen hat. Schade nur, dass eine echte Diskussion bis jetzt nicht zustande kam.
Offensichtlich ist dem Genossen Dahmer nicht wohl bei der Benutzung des Begriffs Holocaust als eine Gleichsetzung zwischen den Verbrechen des Stalinismus und denen des Nationalsozialismus. Er spürt, dass er sich auf einem sehr rutschigen Terrain bewegt. Ansonsten würde er bei seiner Replik Gänsefüßchen nicht einsetzen  Aber die Gänsefüßchen machen die Sache nicht besser und tragen keinesfalls zur Klärung der Frage bei, um die es geht.

Dahmer geht auf das Argument von Ernest Mandel nicht ein, dass der Historikerstreit sich an der Frage der Einmaligkeit des Holocausts entzündet hat. Er bezieht keinen Standpunkt dazu, ob der Holocaust tatsächlich den bisherige Gipfelpunkt von Verbrechen von Menschen an Menschen darstellt. Er äußert sich nicht zur Frage ob Treblinka, Majdanek oder Auschwitz-Birkenau für ihn mit dem Archipel Gulag gleichzusetzen sind.
Sicherlich hat Lew Davidowitsch vom „Zwillingsgestirn“ Stalin-Hitler gesprochen. Er tat es, bevor das ganze Ausmaß der Verbrechen des zweiten Weltkrieges bekannt wurde.

Und in seiner erbitterten Polemik gegen Eastmann, Burnham und Schachtmann in Verteidigung des Marxismus betonte er stets, dass es sich bei der Sowjetunion nicht, wie Dahmer es ausdrückt, um einen potentiellen „Arbeiterstaat“ (wieder Gänsefüßchen), sondern um einen aus der Oktoberrevolution entstandenen deformierter Arbeiterstaat handelte, der zunehmend durch die stalinistische Konterrevolution degenerierte. Und er ließ keinen Zweifel daran, dass im Falle eines Krieges zwischen der Sowjetunion und Nazideutschland, den er voraussah, die Vierte Internationale bedingungslos und militärisch auf der Seite der Sowjetunion zu stehen habe.

Ich habe es bereits gesagt: Dies war für uns niemals mit einer Zustimmung zu den Racheakten der Alliierten an der deutschen Bevölkerung – ob es der Bombenterror über den Städten oder die Vertreibung waren – verbunden. Wir haben stets diese Verbrechen und Exzesse verurteilt. Unser Projekt war die Befreiung und die Zerschlagung Nazideutschlands durch die deutsche ArbeiterInnenklasse. Dies fand leider nicht statt.

Aber es bleibt: Die Zerschlagung Nazideutschlands war ein kategorischer Imperativ. Dafür haben viele deutsche, belgische, französische GenossInnen und viele Andere, darunter die Herausgeber der Zeitung „Arbeiter und Soldat“ (gerichtet an die Adresse der Soldaten der Wehrmacht) in der besten Tradition des proletarischen Internationalismus ihr Leben geopfert.
In der Fußnote 2 schreibt Helmut Dahmer von „Zigeunern“. Auch dies ist nicht akzeptabel. Die Betroffenen selbst lehnen diese Bezeichnung aus gutem Grund ab. Sie nennen sich Sinti und Roma. Es gibt einen „Zentralrat der Juden in Deutschland“, aber keinen „Zentralrat der Zigeuner in Deutschland“. Dafür einen „Zentralrat der Sinti und Roma“. Wir haben dies ohne Wenn und Aber zu respektieren.

Vor 70 Jahren: Der Pjatakow-Radek-Prozess und Stalins Holocaust (Teil 1 - Avanti 140)

Der Pjatakow-Radek-Prozess und Stalins Holocaust (Teil 2 - Avanti 141)

Leserbrief zum Artikel „Der Piatakow-Radek-Prozess“

Stalins "Holocaust": Eine Erläuterung (von Helmut Dahmer)

Antwort von Helmut Dahmer auf diesen Leserbrief

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