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Kinderbetreuung in Deutschland? | Drucken |  E-Mail
Trixi Blixer   
01.04.2007

Die CDU-Familienministerin überrascht mit ihrem Vorschlag, die Krippenbetreuung für unter dreijährige Kinder auf 750 000 Plätze auszubauen, nicht nur ihre Parteifreunde. Weitergehend als SPD und Grüne zusammen, verlangt sie eine massive Entlastung durch Betreuungsangebote für junge Familien.

Die Reaktionen auf den Vorschlag der eigentlich konservativen Politikerin zeigen, wie zurückgeblieben das Familien- und vor allem das Frauenbild der meisten konservativen MeinungsführerInnen immer noch ist. Am deutlichsten machte das der Augsburger Bischof Mixa (selber natürlich ohne Kinder), als er als Antwort auf von der Leyens Vorschlag schrieb: „Eine solche Familienpolitik dient insgesamt gesehen nicht dem Kindeswohl, sondern ist vorrangig darauf ausgerichtet, junge Frauen als Arbeitskräftereserve für die Industrie zu rekrutieren.“ In einem vorherigen Interview sprach er sogar davon, dass wer Mütter durch finanzielle Vorteile dazu anrege, ihre Kleinkinder bereits kurz nach der Geburt in staatliche Betreuung zu geben, sie zu einer „Gebärmaschine“ degradiere.
Damit nicht genug, verteidigte auch die ehemalige Tagesschausprecherin und Erziehungsratgeberin Eva Hermann das absolut nicht bedarfsgerechte Betreuungs­angebot für Kleinkinder in der Bundesrepublik. Der nicht als linksgerichtet bekannte Focus schreibt : „Nach Hermans Ansicht verstößt der Plan von Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) gegen die gottgewollten Geschlechterrollen, fördert Alkoholismus, Suizid sowie die Zerschlagung der Gesellschaft und könnte gar zur Ausrottung der Deutschen bis 2107 führen.“

Ähnlich aggressiv-moralische Angriffe aus den Reihen der CDU und v. a. der CSU beweisen, dass die Gleichstellung in Deutschland noch lange nicht erreicht ist. Nirgendwo in dieser Debatte wird gefragt, wo eigentlich die Väter als Bezugs- und Verantwortungspersonen in der Kindererziehung sind. Und ist es tatsächlich so, dass Kinder alleine nur ihre Mutter in der ersten drei Lebensjahren brauchen und keine anderen Kinder zum Spielen? Oder gar Fachkräfte, die gelernt haben wie Kleinkinder gefördert werden können? Übrigens, welche Familie kann es sich eigentlich finanziell leisten, dass nur ein Elternteil verdient?
Auch wenn von der Leyen eine konservative Politikerin bleibt, so ist zumindest ihr Vorstoß ein Vorschlag in die richtige Richtung. Spannend bleibt, was auf dem Familiengipfel am 2. April zwischen Bund, Ländern und Kommunen entschieden wird!

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