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Veranstaltung mit chinesischen Wanderarbeiterinnen in Hamburg: Mit Mut und Entschlossenheit | Drucken |  E-Mail
B.S.   
01.04.2007

Kein Film kann das Leben von jungen Arbeiterinnen in China so nahe bringen wie eine Darstellung der Bedingungen durch die Arbeiterinnen selbst. In Hamburg haben zwei Wanderarbeiterinnen ihre Schicksale dargestellt.

Dass sie auf eine Reise nach Europa gehen konnten, verdanken sie einer holländischen Gewerkschaft. Sie traten bei einem Kongress in Amsterdam auf und in einigen Städten Europas. Begleitet wurden die beiden, Meili und Xiaoping, die nur chinesisch sprechen, durch May Wong, eine junge Frau aus Hongkong, die für die NGO Globalisation Monitoring arbeitet, auf sehr einfühlsame Weise. Meili arbeitete acht Jahre, Xiaoping fünfzehn Jahre in der Batteriefabrik Golden Peak in Huizhou. Beide sind an einer Cadmiumvergiftung erkrankt und arbeitslos.
Arbeitsbedingungen
Als sie anfingen in der Fabrik zu arbeiten, waren sie sich der Gefahren nicht bewusst. Es gab keinerlei Warnungen. 2000 wurden erste bescheidene Arbeitsschutzmaßnahmen eingeführt, die aber in geschlossenen Räumen ohne Lüftung nicht gegen den Cadmiumstaub schützten. Oft arbeiteten sie 12 Stunden, während der Nachtschichten musste das Essen am Arbeitsplatz eingenommen werden. Arbeiterinnen, die kollabierten, mussten den Notarzt selbst bezahlen. Als die Erkrankungen festgestellt wurden, versuchte die Firma zuerst alles zu ignorieren.

Das führte erstmals zu einem Streik. Dieser wurde wiederholt, um kostenlose Untersuchungen, Übernahme der Krankheitskosten und letztendlich auch eine Entschädigung zu erreichen. Die Streikenden waren auf sich gestellt. Es gab keine Gewerkschaft, die sie in irgendeiner Weise unterstützte.
Lebensbedingungen
Eine Cadmiumvergiftung  greift Niere, Lunge, Magen, auch die Haut an und sie ist nicht heilbar. Als der Betrieb eine Untersuchung genehmigte, fand sie in einem Hotel (!) unter Bedingungen statt, die die Betroffenen als unmenschlich und beschämend empfanden . Wer sich diesen Bedingungen nicht unterwarf, verzichtete von vorne herein auf eine Entschädigung. Wie tückisch die Krankheit ist, erkennt mensch an einer Äußerung von Meili: “Vier unserer Kolleginnen sind gestorben, zwei Monate vor ihrem Tod sah man es ihnen noch nicht an.” Der kleine Sohn von Xiaoping zeigt Hautverfärbungen, die von der Cadmiumvergiftung seiner Mutter herrühren. So überlegt Meili, ob sie überhaupt ein Kind haben sollte. Wenn Frauen auf dem Land ein geschädigtes Kind gebären, wird die Schuld bei ihnen gesucht. Ehen gehen auseinander oder werden gar nicht geschlossen, weil sich Männer scheuen, Arbeiterinnen aus der Fabrik zu heiraten. Und Arbeit zu finden ist kaum möglich, denn die Arbeitgeber wissen um die Erkrankung der Frauen aus dieser Fabrik.

Der Mut der Frauen ist bewundernswert. Sie kämpfen für Gerechtigkeit, sie kämpfen für ihre Würde. Und wer sie erlebt hat und spürt, wie die Angst um ihr Leben in ihnen steckt, ist voller Achtung vor ihrem Willen, nicht nur für sich, sondern für die Arbeitenden in China, aber auch anderswo, zu kämpfen.

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