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Alstom Power Mannheim: Résistance! | Drucken |  E-Mail
H.N.   
01.06.2003

Fast 3.000 Arbeitsplätze sollen im Kraftwerksbau von Alstom vernichtet werden. Das teilte Kron, der neue Chef des globalen Elektrotechnikkonzerns Alstom, dem geschäftsführenden Ausschuss des Europäischen Betriebsrats am 25. April in Paris mit. Das Mannheimer Alstom-Werk soll von diesem Kahlschlag besonders stark betroffen sein, obwohl es tiefschwarze Zahlen schreibt.

Der angekündigte Abbau von 700 Arbeitsplätzen in Mannheim würde die Halbierung des zentralen Bereiches Kraftwerke bedeuten. Damit verbunden sein soll eine Abstufung des Werks vom einem "Leitzentrum" zur verlängerten Werkbank. Von Betriebsrat und Belegschaft wird dieser Plan als entscheidender Schritt zur Zerschlagung des Standortes verstanden.
Widerstand
Die Alstom-KollegInnen wehren sich gegen diese Kriegserklärung. Mit einer ersten Arbeitsniederlegung am 30. April haben mehr als 700 Beschäftigte gezeigt, dass das Käfertaler Motto "résistance - Widerstand" ernstgenommen wird. Zuvor hatten rund 30 ArbeiterInnen eine Aufsichtsratsitzung der deutschen Alstom Power AG unterbrochen und den Vorstandsvorsitzenden sowie den Präsidenten der deutschen Alstom zu einer Stellungnahme vor der aufgebrachten Belegschaft aufgefordert.

Am 1. Mai marschierten in Mannheim Alstom-KollegInnen an der Spitze des gewerkschaftlichen Demonstrationszuges. Auf ihrem Transparent war zu lesen: "Résistance/Widerstand gegen ‚Globalisierung‘ und Arbeitsplatzvernichtung". Ein auffälliger Kontrast zur gewerkschaftlichen Maiparole. Der Alstom-Betriebsratsvorsitzende Belz betonte in seiner Ansprache auf der Kundgebung des DGB, dass die Belegschaft den Kampf um die Erhaltung ihrer Arbeitsplätze in die Öffentlichkeit tragen werde. Unter anderem kündigte er eine Demo aller von Arbeitsplatzvernichtung betroffenen Mannheimer Betriebe an.

Am 12. Mai bekräftigten Alstom-Betriebsrat und Belegschaft in einer kämpferischen eintägigen Betriebsversammlung ihre Bereitschaft zum Widerstand gegen die Konzernpläne. Transparente gegen Arbeitsplatzabbau künden an den Werkszäunen und Gebäuden vom Protest gegen die Konzerpolitik. Weitere Aktionen sind bereits geplant. Unter anderem eine Demonstration vor der Aktionärsversammlung von Alstom am 2. Juli in Paris.
Zerschlagungspläne
Bereits am 12. März diesen Jahres hatte Alstomboss Kron einen verschärften Abbaukurs angekündigt. Er soll damit die Vorgaben der kreditgebenden Banken erfüllen. Kron, der Anfang 2003 als "Kostensenker" zu Alstom geholt worden ist, will die Konzernschulden von rund 5,3 Milliarden Euro bis 2005 um die Hälfte reduzieren. Gleichzeitig will er die Gewinnmarge von 4 auf 6 % erhöhen.

Alstom ist durch den Gang an die Börse, durch den Aufkauf vor allem der Kraftwerkssparte von ABB ohne ausreichendes Eigenkapital, durch schwere Managementfehler und dadurch bedingte Qualitätsprobleme in eine Verschuldungskrise geraten. Tiefere Ursachen hierfür sind die international zugespitzte Konkurrenz auf dem Markt der Kraftwerkshersteller sowie die Tendenz zu immer kurzfristigerer Profitsteigerung um jeden Preis, die sich am Casinokapitalismus der Börsen und Banken ausrichtet.

Opfer dieser Politik sollen vor allem die 112.000 Noch-Beschäftigten sein. Die Sparte Industrieturbinen ist jüngst für 1,1 Milliarden Euro an Siemens verkauft worden. Die Sparte Stromübertragung und -verteilung steht kurz vor dem Verkauf. Allein in diesen beiden Bereichen sind 35.000 Menschen beschäftigt.

Zusätzlich will die Konzernleitung die Lohn- und Gehaltskosten um rund 500 Millionen Euro pro Jahr senken. Das bedeutet die Vernichtung von rund 10.000 Arbeitsplätzen, darunter die erwähnten 3.000 im Kraftwerksbereich. Beschleunigte zusätzliche "Kostensenkung", weitere Zerstückelung des Konzerns und Abstoßen anderer Konzernbereiche stehen auf Krons Programm.
Perspektiven
Kron hatte angekündigt, dass diese massenhafte Vernichtung von Arbeitsplätzen "fair" und "sozialpartnerschaftlich" ablaufen soll. In Wirklichkeit sind alle genannten Abbauvorhaben ohne vorherige Information und Anhörung des europäischen Betriebsrats bekannt gegeben worden. Der Euro-Betriebsrat hat mittlerweile rechtliche und politische Schritte gegen den Kahlschlagkurs bei Alstom angekündigt. Der Widerstand muss nicht nur in Mannheim, sondern auch in der Bundesrepublik und international die notwendige Stärke entwickeln, um die Konzernleitung zu stoppen.

 

Kontakt/Info/Solidaritätsadressen
Betriebsrat Alstom Power
Kft/BR, Boveristr. 22
68309 Mannheim
Tel.: 0621/329-2233
Fax: 0621/329-5508
e-mail:

Weitere Infos unter: www. labournet.de
 

 

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