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Generalstreik auf den Färöer | Drucken |  E-Mail
E. Lorenz   
01.07.2003

Sie können nicht nur gegen internationale Spitzenmannschaften tapfer Fußball spielen, die BewohnerInnen der meist unbeachteten Inselgruppe zwischen Schottland und Island. Kürzlich riefen die wichtigsten Gewerkschaften der Inseln den Generalstreik aus.

Über 10.000 Beschäftigte der Privatindustrie beteiligten sich am Ausstand und forderten eine allgemeine Lohnerhöhung von 27 %(!). Die hohe Forderung resultiert aus einem praktischen Stillhalteabkommen zwischen den Gewerkschaften und dem Untemehmerverband. Die Ursachen für das weitgehenden Einfrieren der Löhne lag in einer langen Krise der zu 90 % dominierenden Fischereiwirtschaft. Nachdem, als Folge der Überfischung des Nordantlantiks Anfang der neunziger Jahre, die Fangquoten dramatisch zurückgingen, erhöhte sich die Arbeitslosenquote auf den Inseln auf über 20 %. Mehr als 5.000 FäringerInnen waren gezwungen, ins Mutterland Dänemark auszuwandern, um dort ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Der dänische Staat, mit dem die Färöer ein Abkommen über eine innere Selbstverwaltung haben, stütze über Jahre den Inselhaushalt mit jährlich l Milliarde Kronen. Dies führte im dänischen Parlament jährlich zu, für skandinavische Verhältnisse, scharfen Debatten. Angesichts der Unabhängigkeitsforderungen eines Teils der Inselbevölkerung gab es wachsende Widerstände gegen die Zahlungen.

Seit 1998 stabilisierte sich die Fischindustrie wieder, ebenso wie das zweite Standbein der kleinen Ökonomie, der Spezialschiffbau. Ausserdem wurde im Bereich der Wirtschaftszone um die Inseln Ölvorkommen entdeckt, deren Ausbeutungsrentabilität aber zur Zeit noch untersucht wird. Eine wirtschaftliche Ölförderung könnte die Inselgruppe zu einer wichtigen Ölproduzentin im Norden machen und würde die Unabhängigkeitsbewegung stärken. Nun forderten die Beschäftigten ihren Anteil an dem Wirtschaftsaufschwung und konnten schließlich eine Lohnerhöhung von 10% und eine Erhöhung der Renten erkämpfen. Der Generalstreik wurde mit diesem Kompromiss beendet. Es war zu beträchtlichen Versorgungsschwierigkeiten gekommen.

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