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B.S.   
01.09.2003
 „FAZ“ und „WELT“ haben das Sommerloch mit der Angst der Männer vorm Erfolg der Frauen gestopft. Da hat eine Elke Heidenreich eine höhere Einschaltquote, als der Literaturpapst Reich-Ranicki sie hatte. Frauen gewinnen an Einfluss im Kulturbetrieb und Männer verstehen die Welt nicht mehr. Sprachlich wirklich gekonnt, gipfelt die Angst des Frank Schirrmacher (FAZ) in der Aussage: „Was einer heute denkt, läuft vorher über die Fließbänder dieser Frauen“. Für uns ist das ja eigentlich zum Grienen. Es ist die kuriose Seite einer diskriminierenden Politik – die Männerangst um Privilegien.
Vor Veränderungen drücken
Ernster ist es, wenn sich die Männerwelt auf altbekannte Art mit Versprechungen und Zusagen vor den Veränderungen drückt. Die Privatwirtschaft hat eine gesetzliche Regelung zur Förderung der Chancengleichheit von Männern und Frauen zu vermeiden gewusst, indem sie freiwillige Veränderungen zugesagt hat. Das Ergebnis soll zwar erst Ende 2003 offiziell festgestellt werden, aber schon jetzt zeigt sich – getan hat sich nichts. Nur in etwa fünf Prozent der Betriebe wird aktiv für die Gleichstellung gearbeitet. Allerdings werden familienfreundliche Regelungen, ja selbst Teilzeitregelungen auf der Frauenförderseite angesiedelt. Frauen können sicher ein Szenario entwerfen, wie bei einem Bewerbungsgespräch die Reproduktionsfreude oder - abneigung bewertend einbezogen wird. „Herr Krause, verhüten Sie und wenn ja, wie"?

Frauenfördernd soll die verkündete Politik zur besseren Betreuung von Kindern sein. Wer sich die Politik der Hansestadt Hamburg mit Kitacard und neuem Arbeitszeitmodell für LehrerInnen anschaut, zweifelt, dass es eine (gottgegebene) Verbindung von Amt und Verstand gibt. In Niedersachsen wollen etliche Gemeinden die kostspielige Frauenbeauftragte loswerden, soll das doch der Bürgermeister machen!
Gleichbehandlung?
Immer noch – und wie es scheint, sogar verstärkt – sind die Vollzeitarbeitsplätze für Männer, Teilzeit (weil so familienfreundlich) ist für Frauen. Welche Folgen das für die Einkommen der Frauen in allen Lebenslagen hat, ist errechenbar. Auch die Zusammenlegung von Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe wird die Frauen um Ansprüche bringen. Das Einkommen der Lebenspartner wird verschärft berücksichtigt; die Abhängigkeit der Frauen verstärkt. Da macht es wenig aus, wenn die 100 größten börsennotierten Unternehmen keine Frau im Vorstand haben, es kennzeichnet nur die Ignoranz der Wirtschaftsführer.

Nun schreibt die EU eine unabhängige Gleichbehandlungsstelle vor. Eine Arbeitsgruppe bereitet gerade die Umsetzung vor. Da es den Mitgliedsstaaten überlassen bleibt, wie stark eine solche Stelle personell und politisch ist, kann für die BRD wenig Gutes erwartet werden. Die gegenwärtige Politik verfolgend, kann mensch nur hoffen, dass sich Frauen nicht das Wenige, das sie erkämpft haben, noch nehmen lassen, sondern den Raum, der ihnen gemäß ist, einnehmen. Sie werden aber kämpfen müssen!
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