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90 Jahre nach dem Osteraufstand in Irland | Drucken |  E-Mail
joe hill   
01.04.2006

Vor 90 Jahren ereignete sich vom 24. bis zum 30. April 1916 der Osteraufstand in Dublin. Ein Bündnis aus einer kleinbürgerlich-nationalistischen „republikanischen“ Mehrheit und einer sozialistischen Minderheit versuchte, die britische Kolonialherrschaft über Irland abzuschütteln – und scheiterte.

Am Morgen des 24. April 1924 besetzten bewaffnete Einheiten der Irish Volunteers und der Irish Republican Brotherhood unter Padraig Pearse, Eamonn de Valera und Joseph Plunkett und der sozialistischen Gewerkschaftsmiliz Irish Citizens Army (ICA) unter James Connolly strategisch wichtige Punkte in der Dubliner Innenstadt. Eine Proklamation, welche eine selbständige irische Republik ausrief, wurde veröffentlicht und zum allgemeinen Aufstand gegen die seit 400 Jahren währende britische Herrschaft aufgerufen. Die Geschichte des Aufstandsablaufes ist schnell beschrieben. Die 1000 Kämpfer der Volunteers und 200 KämpferInnen der ICA wurden nach wenigen Tagen von der britischen Armee zur Kapitulation gezwungen, da der Funke des Aufstandes nicht in die Provinz und die dortigen Einheiten der Volunteers übersprang und sich auch die Dubliner Bevölkerung abwartend bis ablehnend verhielt. Erst die Hinrichtung der Anführer des Aufstandes, darunter der schwer verletzte Connolly und die nachfolgende, sich wahllos gegen Teile der Dubliner Bevölkerung richtende Repression sorgten dafür, dass ein dilettantischer Aufstand in den nächsten Jahren zum nationalen Mythos des irischen Unabhängigkeitskampfes hochstilisiert wurde.
Unterschiedliche Konzeptionen
Dieses Scheitern war allerdings von der nationalistisch-romantischen Minderheit um Pearse vorhergesehen und gewollt worden. Pearse selbst verstand den Aufstand als eine Art „Propaganda der Tat“, sein Martyrium und das seiner Mitstreiter sollte die irische Bevölkerung wachrütteln. Dabei verfuhr die IRB nach dem Motto „der Feind meines Feindes ist mein Freund“ und unterhielten Kontakte zur deutschen Generalität, welche einen (gescheiterten) Waffentransport nach Irland einleitete. Connolly, der in der sozialistischen Vorkriegsbewegung zum linken, internationalistischen Flügel gehörte und seine AnhängerInnen sahen hingegen in einem Aufstand gegen die britische Herrschaft den Anfang eines umfassenderen Kampfes, welcher die Unabhängigkeit Irlands unter sozialistischen Vorzeichen und gleichzeitig die Brechung des schon von Friedrich Engels als Haupthindernis für die Entwicklung eines radikalen Klassenbewusstseins der britischen ArbeiterInnenklasse angesehenen anti-irischen Chauvinismus einleiten sollte. Am Aufstand der Volunteers und der IRB beteiligte mensch sich, um nicht abseits zu stehen. Gleichzeitig finden sich aber in den Werken Connollys auch romantische linksnationalistische Elemente, so bezüglich der „vorkapitalistischen“ Vergangenheit Irlands und zur Vereinbarkeit von Marxismus und Katholizismus, auch stellte die Beteiligung an einem von kleinbürgerlichen Kräften dominierten Aufstand eine Gefährdung der Unabhängigkeit der Organisationen der ArbeiterInnen dar..
Was bleibt?
Nach der Niederschlagung des Aufstandes konnten sich in der irischen nationalen Befreiungsbewegung endgültig die kleinbürgerlichen, teilweise klerikalen Kräfte um den einzigen überlebenden Aufstandsführer Eamonn de Valera und die Partei Sinn Fein durchsetzen. Die Teilung des Landes und Unabhängigkeit des Südens führte, wie von Connolly vorhergesehen, zu einem „Karneval der Reaktion“, ein klerikal dominierter Staat im Süden und „protestantischer Staat für ein protestantisches Volk“ in Nordirland. Connolly und die ICA wurden im Rahmen nationalistischer Sinnstiftung umgedeutet und ihres radikalen Gehaltes weitestgehend beraubt, die von Connolly und seinem Mitkämpfer, dem 1913 zeitweise in die USA emigrierten radikalen Gewerkschafters James Larkins, erhoffte irische Revolution steht bis heute aus. 

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