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Sport im Kapitalismus – und Sport wie wir ihn wollen | Drucken |  E-Mail
Walter Wiese   
13.02.2006


4. In der BRD wurden 1981 private Fernsehsender zugelassen, die keine Gebühren wie die öffentlich-rechtlichen erhalten; sie sind auf Werbung während ihrer Sendungen angewiesen.

Den Spitzensport entdeckte auch das nach Anlagefeldern suchende Kapital. Es nutzte dabei die fortgeschrittene Technik der Medien, v. a. die neuen Kommerzsender. Die daraus entwickelten Fernsehrechte als Rechte an Rechten lassen sich gut vermarkten. Die Vereine und Veranstalter sind dabei die Rechteinhaber und -veräußerer. Sie profitieren von den Spekulationen der Erwerber, d. h. der Sender. Zwischengeschaltet ist der Rechtehändler, der sie ihnen weiterverkauft. Mitunter ist er selbst Sendereigentümer (Leo Kirch). Beim letzten Poker wurden für die Vergaberechte beim bezahlten Fußball 1,4 Mrd. Euro ausgegeben, die es dann „einzuspielen“ gilt!

Zur besseren Verwertung wird Einfluss auf das „Wie“ des Sports ausgeübt: Beim bezahlten Fußball bestimmen diese Kreise z. B. den Spielplan.

Besonders die Veranstaltungen des Fußballs werden als werbewirksam und profitabel erkannt  (Senderechte, Vermarktung der Senderechte und die damit verbundenen Werbemöglichkeiten). Dies schränkt dann auch die Informationsmöglichkeiten der konkurrierenden öffentlich-rechtlichen Sender ein. Das Geschacher wurde zugleich zu einem Angriff auf die öffentlich-rechtlichen Sender als solche genutzt und ihre Daseinsberechtigung in Frage gestellt.

5. War körperliche Fitness ein wesentliches Ziel des Sportlers, so stellt sich dies im Spitzensport mittlererweile anders dar. In Wahrheit wird im Sport viel, mitunter das Leben, zumindest die eigene Gesundheit riskiert. Offenbarungen dieser Art gibt es in jedem Sportjahr: Die Doping-Tour de France von 1998, der Skandal des gedopten Olympiasieger im 100m-Lauf von  1988 etc. Auch der edle Reitsport vermeldete Doping; hier waren aber die Pferde gedopt.

Die Dopingdiskussion ist Auswirkung eines intensiven Sports. Dort geht es um sehr viel Geld, insbesondere für die Sieger. Das führt hier und da schon mal zur Einnahme von leistungsfördernden Mitteln. Deren Einnahme wird mitunter verharmlosend mit der Aufnahme von Erfrischungsmitteln verglichen, die morgens, nach durchzechter Nacht, wieder fit machen sollen.

Sie werden nicht nur unmittelbar vor dem Wettkampf, sondern bereits beim Training eingenommen. Am erfolgreichsten sind solche, die sich bei den Kontrollen nicht nachweisen lassen.

Da ein Konkurrent des anderen sein Teufel ist, geht es darum, sie sich gegenseitig nachzuweisen bzw. dafür zu sorgen, dass sie nicht nachweisbar sind. Gleichzeitig gelten die Kontrollen als Bemühungen um „reinen“ Sport.

Die Liste der weltweiten Dopingkontrollen des IOC zeigt deutlich, dass Kontrollen allein im Wettkampf nicht ausreichten, um für „sauberen“ Sport zu sorgen. Waren es 1986 noch ca. 32.000 Wettkampfkontrollen, so waren es 15 Jahre später ca. 70.000 geworden. Jetzt wird auch im Training  kontrolliert. Waren es 1988 ca. 10.000 Trainingskontrollen, so waren es 13 Jahren später ca. 60.000.

6. Die BRD hatte am 31.12.2002 ca. 82,5 Mio. Einwohner mit 42,2 Mio. Frauen (51%). Im deutschen Sportbetrieb ist das Zahlenverhältnis anders. Dort sind ca. 9,3 Mio. Frauen aktiv (ca. 14,3 Mio. Männer), was einem Anteil von 39% entspricht.

Diese Aufteilung ist nicht gleichmäßig: So sind im Tanzsport fast doppelt so viele Frauen aktiv wie Männer; im Reitsport ist das Verhältnis Anzahl Frauen zu Männer fast 2,4:1. Die Angaben unter Berücksichtigung des Alters zeigen gerade hier starke Veränderungen im Zahlenverhältnis: Bei den ReiterInnen unter 15 Jahren ist das Verhältnis Mädchen zu Jungen nahezu 7:1; bei den Reitern über 41 Jahre sind es etwa 1,5 mal mehr männliche Reiter als weibliche.

Der Frauenanteil an dem aller Sporttreibenden ist altersabhängig. Mädchen unter 15 stellen 43% der Altersgruppe; d. h., diese Gruppe liegt 11% über dem Durchschnitt von 39%; in höheren Altersstufen geht ihr Anteil (nicht gleichmäßig) zurück.
Offensichtlich ist die Sportteilhabe der Frauen (auch) ein abgeleitetes Zeitproblem, wie die Darstellung von B. Schulz es vermuten ließen.

Die Unterrepräsentanz der Frauen in den Sportorganisationen hat eine Arbeit ermittelt, die im Auftrag der Bundesministerin für Sport erstellt wurde. Danach gibt es in 45% der Spitzenverbände keine Frau im Präsidium! Lediglich 7% der Verbände werden von Frauen geleitet. Insgesamt ist das Fazit der dortigen Untersuchung: von den ca. 2700 Führungspositionen werden 14% von Frauen bekleidet. Die geringe Beteiligung dürfte nicht nur eine Sache des „Zeitmangels“ sein; hier sind gewiss Seilschaften und patriarchalische Traditionen entscheidende Hindernisse incl. die besseren Erfolge beim Gebrauch der Ellenbogen die Ursachen.



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