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Skandal: Nazikundgebung am 9.11. | Drucken |  E-Mail
Korrespondentin München   
01.12.2005

Der 9. November markiert symbolisch den Tag, an dem der nationalsozialistische antisemitische Rassenwahn zur geplanten Vernichtung der Jüdinnen und Juden in ganz Europa wurde. In ganz Deutschland wurden am 9.11.1938 Synagogen angezündet, Geschäfte jüdischer BesitzerInnen geplündert und Jüdinnen und Juden auf der Straße gedemütigt und misshandelt.

Die Nazis nannten diese Pogrome damals verharmlosend „Reichskristallnacht“. Unter den antifaschistischen Linken hat sich heutzutage der sehr viel deutlichere Begriff „Reichspogromnacht“ eingebürgert und dieser Tag wird alljährlich als Symbol dafür genutzt, antifaschistische Gedenkkundgebungen und Demos gegen Nazis durchzuführen.
Faschistische Provokation
Die Münchner Neonazigruppe um den vorbestraften Bordin meldete gezielt provokant eben am 9. November eine Kundgebung zum „Gedenken an den Mauerfall 1989“ an. Diese wurde auch vom Kreisverwaltungsreferat genehmigt. Eine weitere faschistische Gedenkstunde an die „Opfer des Hitlerputsches von 1923“ vor der Feldherrenhalle, angemeldet von Hayo Klettenhofer, wurde zum Glück nicht auch noch erlaubt.

Am 9.11.05 kamen ca. 25 Alt- und Jungnazis auf dem Münchner Stachus zusammen. Ziel ihrer Anmeldung war klar, antifaschistische Gedenktage umzumünzen in faschistische Feierstunden. Die zwei Dutzend braunen KameradInnen brachten u. a. mehrere schwarz-weiß-rote Fahnen mit. Die ca. 300 GegendemonstrantInnen mussten mit Galgenhumor feststellen, dass die Nazis zuerst ein Transparent mit „1. (!) November: Mauerfall. Tag der deutschen Selbstbestimmung!“ hochhielten. Erst nach Lachern und Sprechchören zog ein Nazi einen Stift aus der Tasche und machte aus der „1“ eine „9“.

Nicht nur die öffentliche Anwesenheit der neonazistischen Gruppe war an diesem geschichtsträchtigen Tag ein Skandal, auch die Symbolik, mit der sich die Nazis präsentieren durften, erinnert stark an die Inszenierungen der Nazidiktatur. Sobald es dunkelte, wurden Fackeln angezündet und die Namen der Maueropfer verlesen. Dass es bei dieser Kundgebung nun doch nicht nur um die Maueropfer ging, wurde spätestens dann deutlich, als Bordin auch die Namen der Faschisten verlas, die beim gescheiterten Hitlerputsch 1923 umgekommen sind!

Jedem dürfte klar sein, dass die Nazis ihre Kundgebung nur geschützt mit einem doppelreihigen Gitter und Hundertschaften von Polizei durchziehen konnten. Andernfalls wären sie sicherlich von den wütenden AntifaschistInnen vertrieben worden.

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