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Trixi Blixer   
01.12.2005

Am 24. September überfielen Neonazis ein antifaschistisches Koordinationstreffen in Ravensburg und versuchten einen (abgesagten) Infotisch der Antifaschistischen Aktion in Heidenheim zu attackieren.

Beteiligt an den Überfällen war nach Augenzeugenberichten die Münchner Neonazigruppe „Autonome Nationalisten“, die sich von der inzwischen bundesweit bekannten Kameradschaft Süd abgespalten hat. Sie versucht, gezielt im Stil der antifaschistischen Autonomen, Politik zu machen. Dabei übernehmen sie Kleidungsstil und z. T. Kleingruppenkonzepte der Autonomen, natürlich ohne deren Inhalte. Die „Autonomen Nationalisten“ fallen in letzter Zeit immer wieder dadurch auf, dass sie ganz in schwarz gekleidet versuchen, AntifaschistInnen anzugreifen Sie halten regelmäßig Veranstaltungen ab und sind dauernd mit Infotischen in der Stadt präsent. Seit einiger Zeit haben sie ihren Radius auf ganz Süddeutschland ausgedehnt. Die letzten Überfälle in Ravensburg und Heidenheim deuten darauf hin, dass die Neonazis gezielt rechten Terror verbreiten und linke Freiräume angreifen wollen. Die beiden Überfälle fanden sicherlich nicht aus einer spontanen Idee heraus statt, schließlich liegen hunderte Kilometer zwischen München und den beiden Kleinstädten. Es handelt sich demnach um eine gezielte und geplante Aktion.
Kulturladen Ravensburg
An besagtem 26. 9. fand im linken Kulturladen Rhizom in Ravensburg ein Vorbereitungstreffen gegen einen geplanten Naziaufmarsch am 8. Oktober in der Nachbarstadt Friedrichshafen statt. Mobilisiert wurde für das Treffen im Internet – daher hatten die Nazis vermutlich ihre Informationen. Am Samstagnachmittag trafen sich im Kulturladen in der Innenstadt über 30 VertreterInnen verschiedener Gruppen aus der Bodenseeregion, als 15–20 vermummte „Autonome Nationalisten“ aus München auftauchten, um das öffentliche Vorbereitungstreffen zur Gegendemo zu überfallen. Parolen wie „Hier marschiert der radikale Widerstand“ skandierend marschierten die vermummten Nazis auf den Laden zu. Den BesucherInnen des Rhizoms gelang es gerade noch, die Tür abzusperren, einige flüchteten in ein nahe gelegenes Café. Vor den Augen zahlreicher PassantInnen und Café-BesucherInnen in der Ravensburger Innenstadt bewarfen die Nazis das Rhizom daraufhin mit rohen Eiern und verschwanden wieder.

Bei diesem Überfall scheint es vor allem darum gegangen zu sein, einen Warnschuss abzugeben und Angst zu verbreiten. Denn die Nazis beschränkten sich darauf, ein paar Gegenstände gegen die Fensterscheiben zu werfen. Aber sie verdeutlichten mit dieser Aktion, dass sie wissen, wann antifaschistische Vorbereitungstreffen stattfinden und dass sie bereit sind, diese selbst mitten in der Innenstadt am hellichten Tag anzugreifen.
Weiter nach Heidenheim
Anschließend an ihren Auftritt in Ravensburg fuhr die Gruppe weiter nach Heidenheim. Dort kam es zu einem rasanten Katz- und Mausspiel der inzwischen 40-köpfigen Nazigruppe und zunächst 20 AntifaschistInnen, die im Laufe des Geschehens auf ca. 100 GegnerInnen angewachsen sind. Auch hier waren die „Autonomen Nationalisten“ mit der Absicht gekommen, Linke anzugreifen. Diesmal sollte es ein (kurzfristig abgesagter) Infostand der AntifaschistischenAktion sein. Nach Augenzeugenberichten besetzten die Nazis in Heidenheim erst einmal vermummt den Hörsaal des Rathauses! Nach Ankunft der Antifas wurden sie von der Polizei aus dem Gebäude eskortiert. Vor dem Rathaus forderten die Nazis örtliche Verstärkung an, genauso wie die Polizei, die sogar einen Hubschrauber zur Hilfe rief. Anders als bei dem Überraschungsangriff in Ravensburg, wehrten sich die Heidenheimer Antifas gegen den Naziangriff auf ihre Öffentlichkeitsarbeit und die „Autonomen Nationalisten“ mussten von der Polizei zu ihren Autos begleitet werden.

In beiden Städten konnten die Nazis völlig folgenlos vermummt im Zentrum randalieren. In Heidenheim waren die Nazis sowohl mit Knüppeln bewaffnet, als auch mit sog. Brustpanzern gekleidet. Anscheinend gibt es wieder ein gesellschaftliches Klima, in dem Nazis mittags unter ZuschauerInnen Linke bewaffnet und unkenntlich gemacht überfallen können.

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