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Kinder von Reichen haben die besseren Bildungschancen | Drucken |  E-Mail
Jochen Sussa   
01.12.2005

Immer wieder sorgen die Ergebnisse der PISA-Studien für großen Wirbel in der Presse. Dabei ist es keine so neue Erkenntnis, dass der Schulerfolg der Schüler stark von deren sozialer Herkunft abhängt.

Natürlich ist dies auch in den anderen Industriestaaten so. Auch in diesen Ländern dient die Schule dazu, eine Vorauswahl für die späteren beruflichen Karrieren zu treffen. Es ist die kapitalistische Klassengesellschaft selbst, mit ihren unterschiedlichen Arbeitsplätzen und abgestuften Einkommen, die von ihren Schulen eine Aussortierung verlangt. Schließlich soll doch nicht jeder Akademiker werden können.

Und so ist es auch in den anderen Industriestaaten, dass die Schule selektiert und dass sie die Leistungsdefizite der einkommensschwächeren Schichten erhöht und verstärkt. Allerdings tut sich das deutsche Bildungssystem dabei noch besonders hervor. Hatte die erste PISA-Studie 2000 schon festgestellt, dass in keinem anderen Industriestaat der Erde der Schulerfolg so sehr vom sozialen Hintergrund der Schüler abhängt wie in Deutschland, so hat sich dies in den drei Jahren danach noch verstärkt.

„Kaum ein anderes Schulwesen sortiert die nationale Jugend so früh (nach 4-6 Schuljahren), so radikal (ca. 70 Prozent werden von höherer Bildung ausgeschlossen) und so irreversibel (die viel gepriesene „Durchlässigkeit“ funktioniert nur von oben nach unten) wie das deutsche.“ (F.Huisken)
Scheinheilige Klage
Wenn jetzt deutsche Bildungspolitiker aller Parteien das Ergebnis der PISA-Studie beklagen, so beklagen sie das, was sie seit Jahrzehnten selbst produzieren und was ihnen auch egal ist, solange das Bildungswesen ihnen die Abschlüsse liefert, die sie brauchen.
Der Deutsche Lehrerverband macht es sich durch Leugnung des Problems einfach: „Es gibt in Deutschland keine sozialen Barrieren am Gymnasium“, wer Leistungsvermögen und Lernbereitschaft mitbringe, könne das Abitur machen, „man muss eben nur wollen.“

Gewiss, deutsche Pädagogen gucken beim Notenmachen nicht auf den Beruf der Eltern.
Es ist ja gerade diese abstrakte Gleichbehandlung aller SchülerInnen unabhängig von ihren individuellen oder klassenspezifischen Voraussetzungen, die zu diesen ungleichen Ergebnissen führt; die zusätzlichen gekauften Erziehungsanstrengungen in den reichen Familien tun das ihre dazu.

Die meisten Bildungsmaßnahmen der letzten Jahre, wie Abbau von Gesamtschulen und Förderstufen, dagegen Aufbau von Eliteschulen und Elite-Unis, das Einführen von Studiengebühren, von Abschlussarbeiten überall usw. tragen zur Verhärtung des Zustandes bei.

Es gibt auch Bildungsinstitutionen, die das Problem in die Familie zurückgeben. Stiftung Lesen: „Beim Thema Chancengleichheit wird der Faktor Schule maßlos überschätzt und daher zu wenig dort getan, wo wirklich etwas bewegt werden kann – in den Familien. (...) In den so genannten bildungsfernen Familien werden Kindern entscheidende Grundlagen vorenthalten: Sprachfähigkeit, Entwicklung des Denkvermögens und soziale Kompetenzen.“
Und auch die Eltern sollen ihrem Erziehungsauftrag gerecht werden. Hier werden die Eltern dafür gescholten, dass sie einer Erziehung nicht nachkommen, die in den Familien mit Doppelverdienern, Schichtarbeitern, allein erziehenden Müttern oder Arbeitslosen und Hartz IV Empfängern zwangsläufig auch gar nicht geleistet werden kann.

Nett gemeint ist es, wenn die GEW verstärkte „individuelle Förderung“ anmahnt. Doch solange sich an der Selektion selbst nichts ändert, sind es nur andere, die aussortiert werden. Oder ist das Ziel auf einmal 60 Prozent AbiturientInnen statt 30 Prozent? 

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