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CastorgegnerInnen fahren schwere Geschütze auf | Drucken |  E-Mail
Karl Lindt   
01.12.2005

Anlässlich des Castortransportes nach Gorleben kam es wieder zu zahlreichen Protesten

In den Tagen vom 19. bis 22. November schickte die Atomindustrie ihren neunten Atommülltransport ins niedersächsische Wendland. Nach einigen Protesten und Mahnwachen wurde der aus der französischen Wiederaufarbeitungsanlage kommende Zug im Südwesten der BRD erstmals bei dieser Fahrt für längere Zeit gestoppt. In Bietigheim-Bissingen hielten Sonntagabend zwölf AtomkraftgegnerInnen mit einer Sitzblockade den Zug für 92 Minuten auf! Auf Indymedia wurde die Aktion wie folgt kommentiert: „Als Erfolg für die Aktion war angedacht, dass der Zug fünfzehn Minuten aufgehalten werden kann. Nun zeigten sich aber mal wieder die Hierarchie, die Bürokratie und dieses Mal auch sehr deutlich das Konkurrenzgehabe unter den einzelnen Einheiten als sehr förderlich für die Aktion“. In Göttingen konnten insgesamt 30 BlockiererInnen den Transport eine halbe Stunde aufhalten. Nach diesen erfolgreichen Blockaden und unzähligen Versuchen von CastorgegnerInnen auf die Schienen zu kommen, blies der Atomindustrie bzw. ihrer Polizei im letzten Teil der Transportstrecke der Widerstand mächtig entgegen.
Wochenlanger Protest im Wendland
Dass es die Polizei auch in diesem Jahr nicht leicht haben wird den radioaktiven Müll ins Zwischenlager Gorleben zu geleiten, war spätestens seit Ende September klar. Am 28.9. steckten AtomkraftgegnerInnen ein Wohncontainerdorf für PolizistInnen in Brand. Von den 1000 Übernachtungsplätzen wurden 600 in dem nicht bewohnten Lager zerstört.
Doch der Castorwiderstand trat in den Wochen vor dem Transport nicht nur durch Sabotageaktionen auf. Am 5.11. wurde gezeigt, dass die Anti-Atombewegung in der BRD durchaus noch fähig ist größere Menschenmengen auf die Straße zu bringen. Über 7.000 demonstrierten in Lüneburg an diesem Tag für den Ausbau von erneuerbaren Energien und die sofortige Abschaltung der Atomkraftwerke. Zwei Wochen später, an dem Tag an dem der Transport in La Hague startete, demonstrierten wieder über 4.000 Menschen gegen die Atompolitik der Konzerne und der großen Koalition.

Dass der Müll nicht durch friedliche Massendemonstrationen aufgehalten werden kann, haben die AtomkraftgegnerInnen schon vor Jahrzehnten einsehen müssen. Vor dem Hintergrund der enormen Polizeipräsenz – auf jedeN fünfteN EinwohnerIn kam einE PolizistIn – ging mensch während des Transportes zu anderen Aktionsformen über. Auf der Schiene versuchten hunderte AktivistInnen durch Sitzblockaden und Festkettungen den Transport aufzuhalten. Allerdings erst auf der Straßenstrecke zwischen Dannenberg und Gorleben konnte der Castor für über 8 Stunden aufgehalten werden. Hier hatten die EinwohnerInnen zusammen mit AktivistInnen von Umweltverbänden es geschafft, sich an Betonklötze, welche teilweise an bzw. in mehreren Traktoren und zwei quer auf der Fahrbahn stehenden Leichenwagen sich befanden, festzuketten.

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