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Zugstopp im Wendland | Drucken |  E-Mail
Karl Lindt   
01.11.2004
AtomkraftgegnerInnen bereiten sich auf den nächsten Castortransport vor, der Anfang November von La Hague nach Gorleben rollen soll. Wieder sind viele Blockaden und andere Aktionen geplant. Die Polizei muss sparen.

Der nächste Castortransport nach Gorleben wird vorraussichtlich am 6. November in der französischen “Wiederaufbereitungsanlage” La Hague starten. Bereits einen Tag später sollen die zwölf Castorbehälter über die französisch-deutsche Grenze rollen. In Lüneburg würde der Atommüllzug nach Plan am 8. November eintreffen. Über den weiteren Fahrplan läßt sich erfahrungsgemäß nur spekulieren. An den letzten 50 Bahnkilometern zum Dannenberger Castorverladekran gab es in den letzten Jahren bekanntlich immer wieder vielfältige Blockaden. Bei dem Castortransport im März 2001 war es fünf AktivistInnen gelungen, sich in Röhren, welche in einem im Gleisbett gegossenen Betonblock saßen, festzuketten und somit den Transport für über 12 Stunden aufhalten. Auf den letzten 20 Kilometern zwischen Dannenberg und dem Zwischenlager Gorleben ist allerdings für die Einsatzleitung der Polizei im Normalfall der kritischste Streckenabschnitt. So kommt es immer wieder vor, dass Dorfstraßen unterhöhlt werden oder wie im letzten Jahr ein ganz “plötzlich” autauchender Wasserrohrbruch eine der beiden möglichen Transportstrecken unterspült. Kleine und gut organisierte so genannte “Bezugsgruppen” organisierten in den letzten Jahren immer wieder derartige Guerilla-Aktionen. Im Gegensatz bzw. in Ergänzung zu den Einzelaktionen soll bei diesem Transport nach den Planungen der beiden größten wendländischen Aktionsgruppen “x-tausendmal-quer” und “WiederSetzen” der Wiederstand auf große Sitzblockaden konzentriert werden. Da es zwei verschiedene mögliche Transportstrecken zwischen Dannenberg und Gorleben gibt, werden vorraussichtlich mindestens zwei, wahrscheinlich eher drei bis vier Sitzblockaden die LKWs mit den Castoren erwarten.

Beginn der “heißen” Phase

Am selben Tag, an dem der Castor in La Hague losfahren soll, findet im Wendland eine Auftaktdemonstration auf dem Marktplatz in Dannenberg um 12h statt. Da im Gegensatz zu früheren Jahren der Transport nun nicht mehr in der Mitte der Woche, sondern eventuell schon am Montag den 8.11. im Wendland ankommen wird, beginnt dieses Jahr die so genannte “heiße Phase” schon am Samstag. Die AtomgegnerInnen werden schon während der Auftaktveranstaltung versuchen, möglichst nah an die stark gesicherten Containerdörfer für die Polizei und an die Verladestation für die Castoren zu gelangen. »Wir wollen allen, die nur für diese Demo ins Wendland kommen, auch mal die härteren Bilder von NATO-Draht und massiver Polizeipräsenz zeigen«, erklärte Francis Althoff von der Bürgerinitiative (BI) Umweltschutz Lüchow-Dannenberg. Auch die für ihre Traktorblockaden bekannte “Bäuerliche Notgemeinschaft” hat angekündigt im Zusammenhang mit der Auftaktdemonstration Aktionen auf der Tranportstrecke durchzuführen. Angekündigt sind außerdem auch zahlreiche Kulturveranstaltungen in den Dörfern an der Strecke, Demonstrationen von Schülerinnen und Schülern, Wald- und Schienenspaziergänge sowie Laternenumzüge.
Gleichwohl wird damit gerechnet, daß die Bezirksregierung Lüneburg erneut ein Demonstrationsverbot in einem hundert Meter breiten Korridor an der Transportstrecke sowie rund um den Verladebahnhof in Dannenberg und dem Zwischenlager in Gorleben verhängt.

Weniger Polizei!

Die Polizei kündigte unterdessen an, beim diesjährigen Castortransport ins Zwischenlager Gorleben weniger BeamtInnen als früher einsetzen zu wollen. »Das entspricht unserer derzeitigen Lagebeurteilung«, sagte Einsatzleiter Friedrich Niehörster. Konkrete Zahlen nannte er nicht. Im vergangenen November waren rund 12 500 Beamte von Polizei und Bundesgrenzschutz aus ganz Deutschland an der Castorstrecke im Einsatz. Da die Einsatzleitung allerdings mit dem gleichen Widerstandspotential rechnet wie im letzten Jahr und es auch schon damals den “Ordnungshütern” oft nicht gelang, relevante Aktionen der AtomgegnerInnen zu verhindern, stellt sich die Frage, ob die Transporte nicht doch langsam für den Staat zu teuer werden. Vielleicht ist dieser uralte Traum der Anti-Atombewegung näher als mensch denkt.

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